Donnerstag, 10. Juli 2008

Aalands


Früh schien auch in Lappo wieder die Sonne.
Lappo besteht mehr aus netten Hütten als aus Häusern.
Mit Rauschefahrt gings heute nach Süden.

Manchmal waren die Steine recht nah.

Der Hafen Sandvik liegt in einer sehr geschüzten Bucht.

Der Hafenkiosk



Eine natürliche Slipbahn..

..die zum Sonnenuntergang, da noch warm, als "Chillingzone" genutzt wird.

Wunderbare Landschaft beim Überlandausflug.





Elche sahen wir leider nicht.

Eine Kirche mit freistehendem Glockenturm, ..

...der gleichzeitig auch als Leuchtfeuer diente.

Der andere Hafen bei Karlby im Süden lag auch wunderschön, nur wirkte er etwas tot.




Auch Heilkes Freunde bekommen mal ne Mail.


So, jetzt weiß ich, dass Rasmus auch mitliest. Nein, er hat keine Mail gesandt (das haben aber einige andere, vielen Dank), aber ich habs gemerkt, weil er heute mein Maulen über schlechten Wind wohl satt hatte.

Heute war richtig gei.... Wind. NW 3-4, wir Kurs SW-S und ab gings mit gut 6 kn durch eine sagenhafte, unbeschreibliche Steinlandschaft. Ich hab versucht zu fotografieren und hab auch mal wieder die Filmkamera ausgepackt, aber das kann man nicht festhalten. Es ist beindruckend. Die Sonne tat ihr übriges. Der Wind war zwar richtig kalt, wie man es von den Nordern gewohnt ist, aber das tat dem ganzen Spaß keinen Abbruch.

Leider war die Rauschefahrt doch recht bald zu Ende. Dumm, wenn die Inselwelt bei so tollem Wind so zusammenrutscht. Sind heute auf der südöstlichen Insel der Aalands gelandet. Kökar.
Sozusagen von Nordosten zum Südosten durchgerauscht. Leider hat der Postionsreport schon 2 Tage keine Position mehr aufgefangen. Liegen im Norden in Sandvik.

Da es im südlichen Hafen Fisch geben soll, haben wir die Chance genutzt, mit Fahrrädern die Insel zu sehen, den anderen Hafen - auch schön- und vor allem Fisch zu kaufen. Irgend ein Weißfischfilet. Leider nur im kleinen Supermarkt an der Theke, nicht beim Fischer. Irgendwie sind die hier rar gesät.
Nur in Butter, etwas Knoblauch und Zitrone mit Frühkartoffeln, einfach lecker. Nein, kein Foto davon, war zu schnell weg. ;)

So nun sind wir im Süden, jetzt hat der Wind brav laut Wetterbericht auf Süd gedreht und soll uns morgen wieder eine schnelle Fahrt versprechen.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Wind

Vielleicht habe ich Rasmus verärgert, als ich von Luxus sprach, sich das Ziel nach Windrichtung auszusuchen. Am Morgen ist Westwind, also steht einem Ziel im Süden bis Südwesten nichts im Wege. Kaum sind wir los, dreht der Wind auf Südwesten (zur Erinnerung, der Wetterbericht hat N-NW vorhergesagt).

Also kreuzen. Nachdem uns ja klar war, dass wir frei sind in unserer Zielwahl, entscheiden wir die Jungfrauenschäre bleiben zu lassen und uns ein Ziel in NW zu suchen. Läppo, schon zu den Aalandinseln gehörend, bietet sich an.

Kaum war der Kurs auf NW eingestellt, drehte der Wind, am Ende sogar mit einem Sprung von 90 Grad auf NW. Also weiter kreuzen oder doch Jungfraueninsel? Da es nun auch angefangen hatte zu regnen und Lappö nicht mehr weit ist, behalten wir das Ziel bei (wahrscheinlich hätte der Wind wieder nach SW gedreht, wenn wir den Kurs geändert hätten, glaube ich mal. Vielleicht hätten wir den Kurswechsel nur andeuten sollen.....?)

Noch ne Frage an die Segler hier. Für was ist der Pfeil auf dem Mast (Windex)? Falsch, nicht zur Anzeige der Windrichtung, Nein, es zeigt dahin wo du hin willst. ;)

Lappö ist trotz Regen eine hübsche Insel mit netter Siedlung. Sauna ist mal wieder im Hafengeld inbegriffen und das kann man sich nicht entgehen lassen. Leider hatten die Idee bei Regen noch so einige, und so war es zum ersten Mal richtig eng in der Sauna.

Langsam tasten wir uns Richtung Marieham voran. Eventuell am Sonntag? Habe ja die Hoffnung noch nicht aufgegeben Henk doch noch irgendwo in den südlichen Inseln zu treffen. Seine Ersatzteile sind immer noch nicht da. Waren gar nicht nach Helsinki geschickt worden, sondern lagen auf Abruf in Holland (das wurde erst am Montag festgestellt) und sind nun direkt nach Tallin unterwegs. Wieviel Glück hatte ich da mit meiner Reparatur!

Die Aalands sind erreicht

Es regnet in Lappo, deswegen keine weiteren Bilder.

Ich würde gerne mal wissen wer hier außer der Verwandschaft alles regelmäßig liest. Entweder als Kommentar oder als Mail. (rechts auf den Namen klicken und dann auf den Emailbutton)

Luxus


Der Raum für Gedanken. Sauna mit Weitblick.

Ganz außen liegen wir in Verkan.

Was ist Luxus? Gestern in der wunderschönen Sauna in Verkan mit Blick durch 2 große Fenster über den Hafen kam mir der Gedanke. Was brauche ich? Ja, eine warme kräftige Dusche alle paar Tage, auch ne Sauna, wenns abends kalt wird, einen geschützter Hafen. OK, es geht aber auch ohne.

Ich denke Luxus ist es hier mit viel Zeit zu segeln, manchmal auch den ganzen Tag zu motoren (.. er läuft ja wieder, großer Luxus) und abends einfach zu schauen wo der nächste Anleger oder die nächste Bucht ist. Da reicht etwas Sonnenschein und das Bad ersetzt die Dusche (das Wasser ist übrigens fast nicht salzig).

Luxus ist Sonnenschein, der richtige Wind und Zeit.
Es ist grad Halbzeit in meiner Auszeit. Vielleicht deswegen diese Gedanken.

Sind heute mal wieder gesegelt. Die letzten Tage waren nur von kurzen Versuchen gekrönt die Segel mit Wind zu füllen. Regen gab es letzte Nacht und heute dafür Wolken mit Sonnenlücken. Jetzt am Abend kam sie warm leuchtend noch mal hervor. Sitzte mit Buch und Sundowner im Cockpit und sehe die Steine diverse Rottöne annehmen.

Wohin morgen? Keine Ahnung. Morgens aufwachen und sehen woher der Wind kommt, dann die passende Richtung wählen. Das ist Luxus!
Keistiö, am Abend kam die Sonne raus.

Der Blick aus dem Cockpit.

Montag, 7. Juli 2008

Turku



Leuchtturminsel in der Einfahrt nach Turku

Eine von vielen Villen mit Badehäuschen

Es gab viel zu sehen bei der Einfahrt

z.B. das Maritime Museum direkt in der Stadt

Unser Liegeplatz in Turku

Eng wird es immer, wenn die Fähren kommen. Uns kamen fast im Minutenabstand 3 dicke Pötte entgegen.

Hier im Vereinshafen liegt man schon viel gemütlicher...

...auch wenn er direkt am Hauptfahrwasser liegt

Ich hatte schon viel Gegensätzliches zu Turku gehört, von "fahr da bloß nicht hin" bis "da muss man mal gewesen sein". So, nun habe ich meinen eigenen Eindruck bekommen. Das Schönste an der Reise dorthin ist die Einfahrt. Sie schlängelt sich durch enge Fahrwasser an schönen und großen Villen mit Badehäuschen entlang, die immer wieder zwischen den bewaldeten Ufern auftauchen.

Der Gästehafen im Fluß war brechend voll, sodass wir uns nach mehreren Runden an eine etwas marode Kaimauer legten. Wirklich gut lag die Slisand hier nicht im Schwell der ganzen Ausflugsboote. Naja und die Stadt. Wir haben wenig gesehen, das uns gefallen hat. Ok, es war Sonntag Abend, die Geschäfte geschlossen und den Reiseführer haben wir erst hinterher gelesen.

Also haben wir der Stadt noch am Abend den Rücken gekehrt. Der Liegeplatz war einfach so schlecht, dass wir uns einen kleinen Vereinshafen vor den Toren gesucht haben. Sehr nette Aufnahme dort, wie überhaupt meine Meinung zu den Finnen inzwischen sehr positiv ist. Immer wird man freundlich gegrüßt, zum Teil angesprochen. Im Supermarkt wird ganz selbstverständlich gesagt, was Zuchini heisst, da man die sonst nicht abwiegen kann, oder wir werden überschwenglich auf dem Wasser gegrüßt, wenn sie unsere Flagge sehen.

Überraschend grüßte gestern die Tongji, die grad aus Turku kam und uns ganz nahe passierte.
Nun geht es gegen Westen. Heute wieder mehr Motorfahrt, denn der Wind hat uns verlassen. Heute nacht soll er mit Regen wiederkommen.

Samstag, 5. Juli 2008

Schöner entspannter Sommertag


Extra wegen uns wird die deutsche Fahne gehisst. Es sind wenig Deutsche hier oben. Der Track geht weiter südlich vorbei. Helsinki, Hankö, Aalandinseln.


Die Lektorin bei der Arbeit...

... und bei der Entspannung

Schon früh verläßt die MISS Q ihren Ankerplatz. Der Hund muss an Land.

Höchste Konzentration bei der Einfahrt in einen Sund.

So etwas geht nur unter Motor, denn wie immer kommt der Wind in diesen Engen für uns von vorne.


Der Tag ging schon super los. Am Abend waren Björn und Carola von der MISS Q eingelaufen. Sie segeln wie wir eine OE32 und haben uns in Käsnäs angesprochen, weil sie mal das Innere einer anderen OE32 anschauen wollten. Wer sagt eigentlich immer, dass die Finnen schüchtern sind. Die Miss Q legte ihren Anker direkt neben uns in der Bucht gegenüber von Gullkrona.

Beim Anlandgehen ruderten sie extra bei uns vorbei, um uns zum Schlummertrunk einzuladen. Und wie hier im Sommer so üblich, vergisst man ins Bett gehen, weil es nicht dunkel wird, die Gespräche so interessant und der Abend so lau ist. Es ist längst nach Mitternacht, als wir zu unserem Boot rudern. Gut das es hier keine Alkoholkontrollen gibt.

Nachts kommt etwas Wind, und ich schaue mehrmals nach dem Anker, aber der hält. Der vom Nachbarn auf der anderen Seite (nicht die Miss Q) geht auf Reisen. Schon am Abend hatte ich mir bei dem Ankermanöver gedacht, dass bei Wind (und der war angesagt) der Anker bestimmt nicht auf seinem Platz bleiben würde. Aber gut gegangen - am Fels vorbeigetrieben und rechtszeitig wach geworden.

Heute hatten wir nicht viel Strecke zu machen und das bei Wind, der uns mit über 7 kn und ohne Wende schönstes Sommersegeln gebracht hat. Es ist einfach ein Revier, dass jeder mal gesehen haben muss. Inseln, Buchten, freie Strecken, enge Fahrwasser und Sunde. Einfach alles dabei. Schade, dass es so weit von Deutschland weg ist.

Recht früh sind wir dann auch auf Nagu. Ein Hafen, der anscheinend sehr beliebt ist. Schon um 15 Uhr scheint es hier keinen Platz mehr zu geben. Wir mogeln uns mit Hilfe des Heckankers noch an eine Stegspitze. Wir brauchen Lebensmittel und die gibt es hier. Ein Tipp unserer Freunde von der Miss Q.

Außerdem kommen hier heute Nachmittag Christian und Karin auf ihrer Schärenrundradltour vorbei. Passt doch prima. Das Wetter ist sommerlich warm, der Wind wieder ruhig und der bringt uns morgen hoffentlich nach Turku.

Freitag, 4. Juli 2008

Gullkrona


Am Morgen verläßt uns Christian in Käsnäs

Nun wird es etwas offner und man kann auch wunderbar die Fahrwasser verlassen



Abends kommt die MISS Q, auch eine OE32 wie unsere, zu uns vor Anker. Wir hatten sie schon in Käsnäs kenengelernt.


Auf der anderen Fahrwasserseite liegen wir vor Anker



Gullkrona

Sind nun in Gullkrona vor Anker gegangen. Der Hafen, besser Anleger war so voll, da kam keine Freude auf. In einer Bucht gegenüber und in Paddelweite liegt man schön und ungestört und nach Nordost geschützt. Morgen soll es angeblich Starkwind aus dieser Richtung geben. Aber das hatten sie auch für heute vorhergesagt. Deswegen ja Gullkrona, liegt im NW. Sobald die Slisand jedoch segelte, drehte der anfänglich sehr schwache NE Wind auf NW und zuweilen auf W, nur um uns den Gefallen zu tun, hinterher in allen Berichten von Gegenankreuzen schreiben zu können.

Dennoch es war ein wunderbarer Segeltag. Hat etwas über den Trennungsschmerz hinweggeholfen, da wir Christian in Käsnäs in einen Bus gesetzt und uns verabschiedet haben. Er trifft in Turku heute seine Frau und sie wollen mit Fahrrädern noch etwas die Inseln erkunden.

Gestern war wieder so ein nie enden wollender Abend im Cockpit. Da es nicht richtig dunkel wird, vergisst man ins Bett zu gehen. Die Bucht war ideal dafür. Es ist warm geworden. Bade nun dauernd im Meer. Hier hat es schon 18 Grad. Das Sonnensegel gibt Schatten. Wer hätte das gedacht.

Noch eine Meldung von Henk. Seine Teile sind seit Dienstag in Helsinki, aber immer noch nicht in Tallin. Ich hatte doch ganz schön Glück, dass meine Reperatur in nur einer Woche über die Bühne ging. Dem Motor gehts übrigens sehr gut.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Gegenwind


Und immer wieder Lachs




Mein Arbeitsplatz

Gewitter ziehen immer wieder über uns hinweg...

und lassen viel Regen in kurzen Schauern da.

Kurz vor 23 Uhr

Lesen bis in die Puppen

Rosala, ein netter kleiner Anleger





Wie schon auf der gesamten Reise plagt uns Gegenwind. Heute leider so stark, dass wir es nicht schaffen werden ohne Dauermotorfahrt bis Freitagabend nach Turku zu kommen. Deshalb entscheiden wir Christian in Käsnäs den Bus nehmen zu lassen und die Slisand treibt sich etwas länger im Südwestlichen Inselmeer herum.

Gestern sind wir 6 Stunden von Hankö nach Rosala gekreuzt. Winddreher um 60 Grad lassen da keine Langweile aufkommen. Entsprechend müde waren wir am Abend, obwohl wir mit Heiner und Bärbel von der Marlin verabredet waren. Für ein kurzes Gläschen Wein hat es dennoch gereicht. Dafür bin ich vollbeladen mit Infos über die restlichen Inseln auf meiner Reise heimgegangen.

Übrigens, der Nörhamm von Rosala ist ein kleiner gemütlicher Anleger. Gut geschützt, sodass man sogar Ankern kann, wenn es mal voll wird.

Heute sind wir dann bei 5 aus NW erst mal 1 Stunde nach Käsnäs motort, haben dort die Busverbindungen gecheckt und sind dann in einer kleinen Bucht zwischen mehreren Schären vor Anker gegangen. Fehlte noch im Abenteuerprogramm. Mit dem Schlauchboot ging's auf Erkundigungtour. Selbst die einsamste Schäre hat ihr Haus. Wir haben Glück, hier ist gerade keiner daheim. Das Wetter ist warm, aber nicht eindeutig. Immer wieder ziehen Wolken durch und lassen ab und an einen Schauer für uns zurück.

Zum Schreiben sitze ich gerade auf einem warmen Stein, die Füße im Wasser und genieße die Ruhe. Am Horizont ziehen weiße Segel vorbei. Zum Essen gibt es schon zum wiederholten Mal warmgeräucherten Lachs. Kommt zwar aus der Zucht, aber es schmeckt himmlisch. Den werde ich vermissen.