Sonntag, 13. Juli 2008

Mariehamn


Wieder ein toller Segeltag. Leider recht kurz, da wir schon nahe an Mariehamn sind.

Nur eine Drehbrücke versperrt uns noch den Weg.

Ein riesiger Yachthafen, wir suchen uns ein Platz ganz außen und nehmen den Heckanker zu Hilfe, da die Heckbojen arg weit auseinander sind.

So haben wir wenigstens einen netten Ausblick...

..und müssen nicht in den übervollen und engen Hafen schauen.

Nun sind wir in Mariehamn, dem Hauptort der Aalands. Sind heute Morgen recht früh aufgebrochen, da für den Nachmittag wieder mehr Wind angesagt war und wir nicht gegen 6 Windstärken kreuzen wollten. So waren wir schon mittags da. Eine Drehbrücke haben wir perfekt abgepasst. Liegen im Osthafen, der bei Starkwind aus SW besser geschützt ist.

Kaum waren wir fest, kam ne SMS von der SY Pilgrim. Winfried ist ein Kontakt aus meinem Segelforum und es war reiner Zufall, dass wir uns nun doch noch treffen. Eigentlich war dies fürTurku geplant.

Ich erzählte ihm gerade meine Erlebnisse und auch die von Happsalu in Estland und dass Rainer da Infos vom Hafen weitergegeben hat. Just in diesem Moment läuft Rainer von der Tongji draußen am Steg vorbei. Das ist Zufall. War gerade reingekommen.

Hier läuft man sich immer wieder über den Weg, wobei in Mariehamn Hunderte von Booten liegen. Ist recht groß, der Hafen. Dafür auch mal wieder Internet. Bilder gibt es später, ich muss erst etwas sortieren.

Morgen steht Touristisches auf dem Programm. Z.B. ein Besuch der 4-Mast-Bark Pommern.

Samstag, 12. Juli 2008

Vor Anker


Nur unter Fock geht es weiter

Traditionssegeler sieht man hier eher selten.

Die Navigatorin

Schaue vom Ankerplatz aus der Bucht hinaus.

Viel Schilf gibt es hier. Liegen auf 6m vor Anker.
Einige Häuser liegen an der Bucht

Heute sind wir mal wieder mit Sonne geweckt worden. Gut, dass die Regenschauer meist nachts durchziehen. Nur der Wind bläst noch recht kräftig. Am Steg gibt es wieder Action. Heckleine in der Schraube. Konnte sich mit viel Landhilfe wieder festmachen. Wir hatten bis jetzt (klopf Holz) Glück.

Nur unter Fock haben wir uns ein Ziel ohne Halse und Wende ausgesucht und sind nördlich von Mariehamm, in der Nähe von Kastelholm vor Anker gegangen. Leider bläst es hier dennoch kräftig, auch wenn die Bucht sehr geschützt aussieht. Mal sehen, ob der Anker hält.
(Nachtrag: Er hielt)

Henk ist nun schon in Helsinki und wir versuchen ein Treffen Mitte der Woche. Werden dazu wieder etwas nach Osten zurück segeln. Die Entfernungen sind hier nicht allzu groß. Hier innen zwischen den Inseln ist es recht stark bewaldet. Kaum Felsen sind zu sehen. Dabei mag ich die doch. Auch deshalb macht mir das nochmalige Raussegeln nicht allzu viel aus. Hoffe nur, dass der Wind mitspielt. Zeit haben wir noch.
(Pos: 60 11N 20 01,2 E)

Freitag, 11. Juli 2008

Verfranst


Degerby, Häfen gibt es eigentlich nicht, nur Stege. Nicht immer sehr gut geschützt.





Zerfranst ist die Nationale. Heilke gibt ihr eine neue Form.

Viele steinige Inseln liegen auf dem Weg. Dank Kartenplotter geht es aber ganz gut.

Weiter innen werden die Schären grüner.

Der große Kahn im Hintergrund wollte noch kurz vorher die kleine Yacht im Vordergrund versenken. Aufregung am Steg in Degerby.

Ein typisches Badehaus hier.

Heute ist wieder toller Segelwind. Leider liegt unser Ziel recht nah. Doch man kann sich auch täuschen. Da der Weg zur Durchfahrt nach Degerby nicht betonnt ist, suchen wir ihn uns selbst mit Hilfe des Kartenplotters. Diese Anschaffung am Anfang dier Reise macht sich immer mehr bezahlt. Ermöglicht er uns doch recht frei zwischen den Steinen zu kreuzen. Nur ermöglicht er es nicht Brückendurchfahrten mit Durchfahrtshöhen von 5,5m zu bewältigen.

Gut dass wir dies früh genug bemerken. Mitten zwischen Felsen und kahlen Inseln müssen wir den Kurs neu abstecken und ein Fahrwasser viel weiter im Norden nehmen. Selbst mit Kartenplotter wird dies eine adrenalinfördende Stunde, bis wir zwischen all den überspülten Steinen hindurch navigiert haben. Dazu schiebt eine Welle und ein 5 er Wind.

Bin froh als wir im Fahrwasser wieder andere Boote um uns haben. Im nu sind wir dann in Degerby. Durch den Umweg gab es wenigstens mehr zu segeln. Hier am recht offenen Steg der Marina pfeifft es nun mit 6 Windstärken.

Ein recht großer hölzerner 2-Master kommt dann auch schnell in Schwierigkeiten. Ein nicht ganz nüchterner Vorschiffsmann und ein keiffender Skipper am Ruder versenken fast eine vertäute Yacht. Unglaublich, wie sich der Streit der beiden zu solchem Fehlverhalten entwickeln kann. Am Ende stehen alle Männer am Steg und helfen und drücken und schaffen es nach einigen Kraftanstrengungen den Kahn richtig hinzulegen.

Das Wichtigste aber heute vom Tag noch als Schluß: Henks Motor läuft wieder und so steht einem Treffen nächste Woche nichts mehr im Wege.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Aalands


Früh schien auch in Lappo wieder die Sonne.
Lappo besteht mehr aus netten Hütten als aus Häusern.
Mit Rauschefahrt gings heute nach Süden.

Manchmal waren die Steine recht nah.

Der Hafen Sandvik liegt in einer sehr geschüzten Bucht.

Der Hafenkiosk



Eine natürliche Slipbahn..

..die zum Sonnenuntergang, da noch warm, als "Chillingzone" genutzt wird.

Wunderbare Landschaft beim Überlandausflug.





Elche sahen wir leider nicht.

Eine Kirche mit freistehendem Glockenturm, ..

...der gleichzeitig auch als Leuchtfeuer diente.

Der andere Hafen bei Karlby im Süden lag auch wunderschön, nur wirkte er etwas tot.




Auch Heilkes Freunde bekommen mal ne Mail.


So, jetzt weiß ich, dass Rasmus auch mitliest. Nein, er hat keine Mail gesandt (das haben aber einige andere, vielen Dank), aber ich habs gemerkt, weil er heute mein Maulen über schlechten Wind wohl satt hatte.

Heute war richtig gei.... Wind. NW 3-4, wir Kurs SW-S und ab gings mit gut 6 kn durch eine sagenhafte, unbeschreibliche Steinlandschaft. Ich hab versucht zu fotografieren und hab auch mal wieder die Filmkamera ausgepackt, aber das kann man nicht festhalten. Es ist beindruckend. Die Sonne tat ihr übriges. Der Wind war zwar richtig kalt, wie man es von den Nordern gewohnt ist, aber das tat dem ganzen Spaß keinen Abbruch.

Leider war die Rauschefahrt doch recht bald zu Ende. Dumm, wenn die Inselwelt bei so tollem Wind so zusammenrutscht. Sind heute auf der südöstlichen Insel der Aalands gelandet. Kökar.
Sozusagen von Nordosten zum Südosten durchgerauscht. Leider hat der Postionsreport schon 2 Tage keine Position mehr aufgefangen. Liegen im Norden in Sandvik.

Da es im südlichen Hafen Fisch geben soll, haben wir die Chance genutzt, mit Fahrrädern die Insel zu sehen, den anderen Hafen - auch schön- und vor allem Fisch zu kaufen. Irgend ein Weißfischfilet. Leider nur im kleinen Supermarkt an der Theke, nicht beim Fischer. Irgendwie sind die hier rar gesät.
Nur in Butter, etwas Knoblauch und Zitrone mit Frühkartoffeln, einfach lecker. Nein, kein Foto davon, war zu schnell weg. ;)

So nun sind wir im Süden, jetzt hat der Wind brav laut Wetterbericht auf Süd gedreht und soll uns morgen wieder eine schnelle Fahrt versprechen.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Wind

Vielleicht habe ich Rasmus verärgert, als ich von Luxus sprach, sich das Ziel nach Windrichtung auszusuchen. Am Morgen ist Westwind, also steht einem Ziel im Süden bis Südwesten nichts im Wege. Kaum sind wir los, dreht der Wind auf Südwesten (zur Erinnerung, der Wetterbericht hat N-NW vorhergesagt).

Also kreuzen. Nachdem uns ja klar war, dass wir frei sind in unserer Zielwahl, entscheiden wir die Jungfrauenschäre bleiben zu lassen und uns ein Ziel in NW zu suchen. Läppo, schon zu den Aalandinseln gehörend, bietet sich an.

Kaum war der Kurs auf NW eingestellt, drehte der Wind, am Ende sogar mit einem Sprung von 90 Grad auf NW. Also weiter kreuzen oder doch Jungfraueninsel? Da es nun auch angefangen hatte zu regnen und Lappö nicht mehr weit ist, behalten wir das Ziel bei (wahrscheinlich hätte der Wind wieder nach SW gedreht, wenn wir den Kurs geändert hätten, glaube ich mal. Vielleicht hätten wir den Kurswechsel nur andeuten sollen.....?)

Noch ne Frage an die Segler hier. Für was ist der Pfeil auf dem Mast (Windex)? Falsch, nicht zur Anzeige der Windrichtung, Nein, es zeigt dahin wo du hin willst. ;)

Lappö ist trotz Regen eine hübsche Insel mit netter Siedlung. Sauna ist mal wieder im Hafengeld inbegriffen und das kann man sich nicht entgehen lassen. Leider hatten die Idee bei Regen noch so einige, und so war es zum ersten Mal richtig eng in der Sauna.

Langsam tasten wir uns Richtung Marieham voran. Eventuell am Sonntag? Habe ja die Hoffnung noch nicht aufgegeben Henk doch noch irgendwo in den südlichen Inseln zu treffen. Seine Ersatzteile sind immer noch nicht da. Waren gar nicht nach Helsinki geschickt worden, sondern lagen auf Abruf in Holland (das wurde erst am Montag festgestellt) und sind nun direkt nach Tallin unterwegs. Wieviel Glück hatte ich da mit meiner Reparatur!

Die Aalands sind erreicht

Es regnet in Lappo, deswegen keine weiteren Bilder.

Ich würde gerne mal wissen wer hier außer der Verwandschaft alles regelmäßig liest. Entweder als Kommentar oder als Mail. (rechts auf den Namen klicken und dann auf den Emailbutton)

Luxus


Der Raum für Gedanken. Sauna mit Weitblick.

Ganz außen liegen wir in Verkan.

Was ist Luxus? Gestern in der wunderschönen Sauna in Verkan mit Blick durch 2 große Fenster über den Hafen kam mir der Gedanke. Was brauche ich? Ja, eine warme kräftige Dusche alle paar Tage, auch ne Sauna, wenns abends kalt wird, einen geschützter Hafen. OK, es geht aber auch ohne.

Ich denke Luxus ist es hier mit viel Zeit zu segeln, manchmal auch den ganzen Tag zu motoren (.. er läuft ja wieder, großer Luxus) und abends einfach zu schauen wo der nächste Anleger oder die nächste Bucht ist. Da reicht etwas Sonnenschein und das Bad ersetzt die Dusche (das Wasser ist übrigens fast nicht salzig).

Luxus ist Sonnenschein, der richtige Wind und Zeit.
Es ist grad Halbzeit in meiner Auszeit. Vielleicht deswegen diese Gedanken.

Sind heute mal wieder gesegelt. Die letzten Tage waren nur von kurzen Versuchen gekrönt die Segel mit Wind zu füllen. Regen gab es letzte Nacht und heute dafür Wolken mit Sonnenlücken. Jetzt am Abend kam sie warm leuchtend noch mal hervor. Sitzte mit Buch und Sundowner im Cockpit und sehe die Steine diverse Rottöne annehmen.

Wohin morgen? Keine Ahnung. Morgens aufwachen und sehen woher der Wind kommt, dann die passende Richtung wählen. Das ist Luxus!
Keistiö, am Abend kam die Sonne raus.

Der Blick aus dem Cockpit.

Montag, 7. Juli 2008

Turku



Leuchtturminsel in der Einfahrt nach Turku

Eine von vielen Villen mit Badehäuschen

Es gab viel zu sehen bei der Einfahrt

z.B. das Maritime Museum direkt in der Stadt

Unser Liegeplatz in Turku

Eng wird es immer, wenn die Fähren kommen. Uns kamen fast im Minutenabstand 3 dicke Pötte entgegen.

Hier im Vereinshafen liegt man schon viel gemütlicher...

...auch wenn er direkt am Hauptfahrwasser liegt

Ich hatte schon viel Gegensätzliches zu Turku gehört, von "fahr da bloß nicht hin" bis "da muss man mal gewesen sein". So, nun habe ich meinen eigenen Eindruck bekommen. Das Schönste an der Reise dorthin ist die Einfahrt. Sie schlängelt sich durch enge Fahrwasser an schönen und großen Villen mit Badehäuschen entlang, die immer wieder zwischen den bewaldeten Ufern auftauchen.

Der Gästehafen im Fluß war brechend voll, sodass wir uns nach mehreren Runden an eine etwas marode Kaimauer legten. Wirklich gut lag die Slisand hier nicht im Schwell der ganzen Ausflugsboote. Naja und die Stadt. Wir haben wenig gesehen, das uns gefallen hat. Ok, es war Sonntag Abend, die Geschäfte geschlossen und den Reiseführer haben wir erst hinterher gelesen.

Also haben wir der Stadt noch am Abend den Rücken gekehrt. Der Liegeplatz war einfach so schlecht, dass wir uns einen kleinen Vereinshafen vor den Toren gesucht haben. Sehr nette Aufnahme dort, wie überhaupt meine Meinung zu den Finnen inzwischen sehr positiv ist. Immer wird man freundlich gegrüßt, zum Teil angesprochen. Im Supermarkt wird ganz selbstverständlich gesagt, was Zuchini heisst, da man die sonst nicht abwiegen kann, oder wir werden überschwenglich auf dem Wasser gegrüßt, wenn sie unsere Flagge sehen.

Überraschend grüßte gestern die Tongji, die grad aus Turku kam und uns ganz nahe passierte.
Nun geht es gegen Westen. Heute wieder mehr Motorfahrt, denn der Wind hat uns verlassen. Heute nacht soll er mit Regen wiederkommen.