Donnerstag, 3. Juli 2008

Gegenwind


Und immer wieder Lachs




Mein Arbeitsplatz

Gewitter ziehen immer wieder über uns hinweg...

und lassen viel Regen in kurzen Schauern da.

Kurz vor 23 Uhr

Lesen bis in die Puppen

Rosala, ein netter kleiner Anleger





Wie schon auf der gesamten Reise plagt uns Gegenwind. Heute leider so stark, dass wir es nicht schaffen werden ohne Dauermotorfahrt bis Freitagabend nach Turku zu kommen. Deshalb entscheiden wir Christian in Käsnäs den Bus nehmen zu lassen und die Slisand treibt sich etwas länger im Südwestlichen Inselmeer herum.

Gestern sind wir 6 Stunden von Hankö nach Rosala gekreuzt. Winddreher um 60 Grad lassen da keine Langweile aufkommen. Entsprechend müde waren wir am Abend, obwohl wir mit Heiner und Bärbel von der Marlin verabredet waren. Für ein kurzes Gläschen Wein hat es dennoch gereicht. Dafür bin ich vollbeladen mit Infos über die restlichen Inseln auf meiner Reise heimgegangen.

Übrigens, der Nörhamm von Rosala ist ein kleiner gemütlicher Anleger. Gut geschützt, sodass man sogar Ankern kann, wenn es mal voll wird.

Heute sind wir dann bei 5 aus NW erst mal 1 Stunde nach Käsnäs motort, haben dort die Busverbindungen gecheckt und sind dann in einer kleinen Bucht zwischen mehreren Schären vor Anker gegangen. Fehlte noch im Abenteuerprogramm. Mit dem Schlauchboot ging's auf Erkundigungtour. Selbst die einsamste Schäre hat ihr Haus. Wir haben Glück, hier ist gerade keiner daheim. Das Wetter ist warm, aber nicht eindeutig. Immer wieder ziehen Wolken durch und lassen ab und an einen Schauer für uns zurück.

Zum Schreiben sitze ich gerade auf einem warmen Stein, die Füße im Wasser und genieße die Ruhe. Am Horizont ziehen weiße Segel vorbei. Zum Essen gibt es schon zum wiederholten Mal warmgeräucherten Lachs. Kommt zwar aus der Zucht, aber es schmeckt himmlisch. Den werde ich vermissen.

Dienstag, 1. Juli 2008

Hankö



Hankö

Eng ist es hier

Ein großer Yachthafen mit 160 Gastplätzen, dennoch voll


Eigentlich wollten wir hier nicht her, aber irgendwie ist dieses Segelzentrum wie ein Magnet. Man kann nicht einfach vorbeisegeln. Reges Treiben in Hafen, viele Boote, enges Liegen, dicht auf dicht. Gut, eine Nacht halte ich durch. Ich wollte es ja auch mal sehen und erleben. Außerdem Internet im Cafe am Hafen. Mußte doch meine Bilder loswerden.

Heute mal wieder Wind von vorne. Wie sich auch das Fahrwasser in der Richtung ändert, der Wind dreht mit. Heute von SE-W, alles dabei. Etwas Kreuzen mit der ganz großen Fock, später dann doch nur noch unter Motor, da das Fahrwasser zu eng ist um Kreuzschläge zu machen. Die Finnen motoren eh alle. Die letzten Wolken vom Tief über Finnland verziehen sich auch, abends hier in Hankö nur noch blauer Himmel. Leider ist morgen wieder Wind von vorne angesagt. NW und da wollen wir hin.

In Hankö beim Marktstand lecker warmgeräuchtern Lachs gekauft. Daran kann ich mich nicht satt essen. Christian liebt auch Fisch, also gar keine Frage. Meinetwegen jeden Tag. Mit dem Anglerglück ist eh nicht weit her. Gut, das es dafür die Profis gibt.

Superlative



Unser erster selbsterkämpfter Schärenplatz

Nachts gehten noch einige Schauer nieder

Morgens lacht die Sonne. Christian schwimmt mal schnell auf die andere Seite zum Sonnen. Mir reicht ein kurzer Sprung ins 14 Grad kalte Wasser.

Nein, nicht wie bei der Überschrift erwartet, es geht heute mit Superlativen weiter.
Heute mal Jammern auf ganz hohem Niveau. Erst Nebel, dann Flaute, etwas Segeln bei fast bedecktem Himmel, dann ne steile einsame Schäre, ganz für uns allein und nun Regen. Nein, dabei kommen keine neuen Superlativen heraus. ;)

Aber Erstleistungen. Immerhin die erste Schäre die wir ohne fremde Hilfe erobert und das Boot, typisch für hier, an 2 Bäumen fest gemacht haben. Kein Buchtipp hat uns hierhin geführt. Ganz perfekt ist es aber nicht. Der Fels ist steil und durch Moos recht glitschig. Bei der üblichen Fotosession wären da doch beinahe Unterwasseraufnahmen rausgekommen. Glück gehabt!

Doch dieser nicht ganz ideale Platz läßt uns zumindest das Gefühl von Exklusivität und Natureinsamkeit genießen, denn die üblichen Plätze sind jetzt in der Ferienzeit stark gefüllt. Da kommt Abenteuerlust auf, mit der Karte neue Orte zu suchen und zu finden. Mit Echolot ganz langsam sich vorwärts zu tasten.

Hier gibt es so viel Raum, dass es fast unwahrscheinlichist sich ohne Rücksprache zu treffen. Genau in dem Moment, wo wir dies aussprechen, tuckerte die Tongji an unserem Heck vorbei. Das deutsche Boot kenne ich seit Tallin und habe es in Helsinki wieder gesehen. Jetzt liegt sie 20m weiter vor Anker.

Also man kann sich hier doch nicht ganz verstecken, wenn alle dieselbe Route segeln und den gleichen Reiseführer verwenden ;)

Montag, 30. Juni 2008

Nebel


Der Nebel ist im Anzug


Langsam kommt wieder die Sonne durch

Heute morgen weckt uns die Sonne am blauen Himmel, doch schon kurze Zeit später zieht ein Bodennebel heran, der uns die Weiterfahrt erst mal vergessen läßt. Dafür komme ich mit den beiden Finninnen ins Gespräch. Was habe ich gestern noch gesagt. Vergesst es, ich denke die sind höflich und lassen einen in Ruhe. Sie selbst sind eigentlich ganz aufgeschlossen. Beim letzten Gang über die Insel gestern nacht nach dem EM-Spiel sprach mich der Finne mit seiner Frau vom anderen Nebenboot an. Also man muß etwas Geduld haben und den Finnen zeigen, dass man sich nicht gestört fühlt.

Nun motoren wir schon seit 2 Stunden. Null Wind, Nebel aufgelöst, aber der Himmel ist mit einem milchigen Schleier überzogen, der nicht recht zu deuten ist. Haben noch knapp 2 Stunden bis Barösund. Soll sehr schön sein. Eigentlich soll es überall sehr schön sein. Die Finnen schwärmen vor allem von den Turkuer Schären. Es war doch der letzte Platz schon am Limit schön, wie soll das noch weiter gehen? Verzeiht, wenn ich immer in Superlativen schwärme.

Sonntag, 29. Juni 2008

Traumtag








Heute wieder los in Helsinki, eine schöne Stadt, aber die Natur ist hier schöner. Noch bei abziehenden Nieselregen los, dann bald darauf beste Segelbedingungen. Zum Teil Spinakersegeln, zum Teil Kreuzen, als der Wind nach Westen dreht.

Sind wieder fast an derselben Stelle wie letzten Mittwoch gelandet. Eigentlich waren wir sogar schon hier, nur blies der Wind damals ungünstig und deshalb sind wir auf die andere Seite des Fahrwassers gegangen. Heute passt es, auch keiner da, der den besten unterwassersteinfreien Platz besetzt hat.
Ein traumhaft schöner Platz. Eine kleine Schäre die schnell überquert ist und an der anderen Seite eine klasse Stelle zum Baden hat. Warmer Fels und windgeschützt. Leider hat das Wasser nur 12 Grad. Nun kommen noch einige Segler an den Steg. Aber das macht nichts. Nur sind die Finnen immer recht zugeknöpft. Selbst Gespräche von Schiff zu Schiff sind hier nicht üblich. Schade eigentlich. Gehören Kontakte mit den "Einheimischen" doch zu so einer Reise.

Samstag, 28. Juni 2008

Christian geht, Christian kommt


Abends kurz vor 23 Uhr im Open Cafe Mbar, Christian und unser Finne, dessen Name ich mit Baker verstanden habe.

Kalt wars, Heilke organisierte sich gleich 2 Decken.

Etwas kuschelig wurde es nach 1 Uhr, als die Markise die Wärme etwas hielt. Jana, eine sehr offene Finnin mit perfektem Englisch hat viel Interessantes über das Land zu erzählen.



Der "offizielle" Gasthafen füllt sich langsam. Saison.

Der Dom und die Markthalle

Wohnbebauung



Noch mal los um Helsinki auch bei Nacht (ihr wisst schon, bei Dämmerung) zu erleben. Also auf in den angesagten Designdistrikt. Doch außer einigen feinen Restaurants und Kneipen war nicht viel los. Irgendwie muß es woanders hoch hergehen. Gut, wir wußten, dass ein angesagtes Metall-Rockfestival gleich hinter dem Bahnhof wohl vieles an Menschen aufgesaugt hat, dennoch gaben wir nicht auf. Ein Irisch Pub mit teurem Bier hätte Gabi gefallen, für uns war es der "Vorfilm".

Danach noch weiter zum Busbahnhof (liegt unter der Erde und dort ist ein großes Einkaufszentrum mit Piazza). Und da war es dann, das Leben. Das Festival hatte wohl schon kurz nach 22 Uhr aufgehört, deshalb füllten sich nun die Bars um den Platz. Die Mbar hat uns am meisten zugesagt. Es waren zwar nur 13 Grad, aber wenn Sommer ist, sitzt man draußen, Temperatur egal. Decken liegen für die Gäste bereit.

Beim Bier holen lernt Christian einen Finnen kenne, der grad vom Konzert kommt und sich noch mit Freunden verabredet hat, und bis diese kommen, setzt er sich zu uns. Er war früher mal in Süddeutschland und versucht sein verstaubtes Deutsch hervorzuholen. Mit Hilfe von Englisch wurde es eine lustige, vielsprachige Unterhaltung. Später kamen noch 4 andere an den Tisch, wovon mir Jana am nächsten saß und perfekt Englisch sprach. Sie war als Aupair mal in Deuschland, studiert gerade wieder und lernt Russisch und konnte mir viele Fragen über das Land und die Finnen beantworten.

Ich erzählte etwas von der Segelreise und habe sie eingeladen heute zum Schiff zu kommen. Susanna kommt aus einer Seglerfamilie und Jana wollte als Kind mal segeln. Leider sind die Finnen doch sehr zurückhaltend und keiner kam.

Spät nachts trennten wir uns, da Christian um 5 Uhr morgens aufstehen mußte und sich noch einige Stunden Schlaf holen wollte. Um schnell beim Schiff zu sein, nahmen wir den Bus der gerade kam und dessen Nummer uns bekannt war, weil er direkt am Hafen hält. Leider war nur die Richtung nicht die richtige.

Schnell merkten wir, dass es immer weiter vom Hafen wegging. Ok, der dreht bestimmt wieder um. Irgendwann mal, irgendwann mal, ja, das habe ich dann beim Busfahrer herausbekommen. Nur - heute nicht mehr, also raus und Glück gehabt, der letzte Bus in die andere Richtung kam 5 Minuten später. Allerdings hatte niemand gesagt, dass man nachts winken muss. Gerade, dass der Fahrer noch kapiert hat, dass wir mit wollen. Also um 2 Uhr ins Bett und um 5 raus und Christian verabschiedet.

Dann ein paar Stunden Schlaf, etwas Saubermachen und einiges zum Trocknen raushängen. Heute ist ein warmer, windstiller Tag. Später auf dem Markt kaufen wir ein großes Filet vom Lachs für das Abendessen und gegen halb 4 war auch Christian (ja, wieder einer) schon da.

Morgens gehts wieder ab in die Natur, ohne Wlan und Duschen. Der Wetterbericht sagt ruhiges Wetter vorraus.

Freitag, 27. Juni 2008

Helsinki II


Im Yachthafen läßt es sich aushalten

Nicht weit vom Zentrum entfernt liegt die Slisand

Die größte RussischOrthodoxe Kirche, hoch oben auf einer Schäre

Moderne Einkaufsstadt

Am Marktplatz gibt es alles fürs leibliche Wohl und Touristen-Kitsch

Die Markthalle, ein touristisches Zentrum. Nett, aber man kann es sich sparen.
Sauna wird in Finnland wohl zu allem gebraucht?

Der Dom am Senatsplatz

Damit keiner in den falschen Bus einsteigt.

Eine Treppe um aus der Puste zu kommen

Der Dom von innen





Das Regierungsgebäude

Die Universitätsbibliothek



Die Felsenkirche, eine in eine Schäre gesprengte Kirche. Sie wurde 1961 mitten in ein Wohngebiet gebaut und ist heute ein wichtiger touristischer Ort.

Wir hatten das Glück zwischen 2 Hundertschaften von Bustouristen etwas Ruhe zu finden.
Die Stadt war heute voll mit Kreuzfahrern, auch vielen Deutschen.


6 Stunden Sightseeing bis die Füße glühen. Helsinki ist eine beeindruckende Stadt. Nicht zu vergleichen mit Tallin. Dort gibt es eine fast mittelalterliche Stadt mit Mauern und Türmen und altem Flair. Helsinki ist eher eine Stadt mit neoklassizistischen Bauten und modernem Leben. Auch etwas außerhalb des Zentrums. Sehr viele junge Leute, sehr lebendig. Viele Cafes, nicht nur für die Touristen. Eine Stadt zum Leben.