Sonntag, 5. August 2018

Es geht voran.


In Grindö, einer kleiner Insel nördlich von Vestervik machen wir Stop und kaufen Lachs
Es geht voran, der Bug zeigt meist nach Süden, die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel. Der Sommer hört nicht auf, nur die Hitze wird langsam unerträglich.
Wir suchen uns, wenn es irgendwie geht Ankerplätze um möglichst viel zu schwimmen. Das Wasser ist für eine richtige Abkühlung schon fast zu warm. Wir messen manchmal sogar über 25 Grad.
Das Sonnendach bekommt langsam Löcher. Für diesen Dauergebrauch war es wohl nicht gedacht

Von Harstena segeln wir über Torrö, unsere Blaubeerbucht weiter. Blaubeeren suchen wir vergebens. Alles ist so trocken. Offenes Feuer, also auch grillen ist hier überall strengstens verboten. Ich mach mir langsam Sorgen, ob die Natur hier sich wieder erholt. Ich will wieder dieses grüne, manchmal auch kühle Schweden. Tja . Hitze und seine Trägheit quält uns langsam.(schreib-und fotografierfaul) Im Boot ist es stickig und heiß, nachts schläft man schlecht und draußen kann man nicht lange sitzen, denn die Mücken habe auch Durst.
In Idö, vor Vestervik gehen wir alle  (Henrich und Carmen von der Happy Our ist immer noch mit uns unterwegs) nochmal fein essen. Nicht Billig, aber die Qualität und der Service stimmen. In Harstena waren wir bei ähnlichem Preisniveau doch sehr enttäuscht. Lieblos. In Idö dagegen.... Und dann der Ausblick. Ein muss, selbst wenn man sonst nie Essen geht.
Idö, wunderbarer Blick über die Schären vom Restaurant

Dann trennen sich unsere Wege. Die Happy Our hat es eiliger. Die Arbeit wartet.
Wir segeln nach Vestervik in die im Umbruch begriffene Marina. Ein Hafengebäude fehlt. Das Hafengeld wir direkt und sofort am Steg kassiert. Man nutzt die alten Sanitäranlagen, die aber nur noch angemietet sind und wohl bald geschlossen werden, denn im neuen, stadtnahen Hafenteil soll ein Servicegebäude entstehen. Also alles im Umbruch.
Wir legen nach einigen Besorgungen wieder ab und segeln nochmal etwas nach Norden. Dort finden wir eine wunderbare Bucht. An einem Gaststeg liegen 3 Motorboote und am Felsen 3 Boote nebeneinander. Wir legen uns vor Anker. Plötzlich ein Ruf quer über die Bucht. Die 3 Boote sind Deutsche und eines davon ist die Dixi, mit Hauke und Karin, die wir letztes Jahr bei unserem längeren Aufenthalt in Kristianopel kennengelernt haben. Susanne war per Whatsapp lose in Kontakt und schrieb wie durch Fügung genau an dem Tag mit Karin, die aber nicht genau sagen konnte wo sie sind. Nun winkt sie über die Bucht und kommt mit dem Dinghy längseits. Ein netter Abend auf der Dixi folgt.
Grills stehen bei dieser Trockenheit nur nutzlos rum. 

Weiter auf Buchtensuche nach Süden. Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen viele neue zu finden. Und auch hier ein Zufall, der etwas gesteuert wurde durch eine Mail am Vorabend. Reinhard und Liane liegen in der Bucht, die wir heute ansteuern wollen. Also blieben sie noch ein Tag und wir haben wieder einen gemütlichen Abend.
Vipholmen

Auf den Steinen genießen wir den Sonnenuntergang. Reinhards Boot liegt gegenüber am Stein, wir ankern weiter hinten

Zum Sonnenuntergang verholen wir uns auf die warmen Steine.
Und weil in der nächsten Bucht wieder Freude warten geht es mit dem Buchten hoppeln und Freunde wiedersehen weiter. Die Ruby und die EverJoy ( langjährige holländische Freunde ) warten auf uns in Kiddeholmen, Südlich Oskarshamn. Einer unscheinbare, aber gut geschützte Bucht.
Jahrelang segel ich hier schon vorbei. Welch ein Fehler.
Kiddeholmen

Am nächsten Morgen segeln wir alleine weiter um eine Bucht wieder zu sehen, die ich vor 10 Jahren das letzte Mal besucht habe. Damals in der Vorsaison lag ich da allein. Nun ist Hochsaison. ich will sehen wie es nun ist und welche Überraschnung:  Wir liegen allein. Die Inseln, die den Schutz nach Norden und Osten bilden sind Naturschutzgebiet, das man aber betreten darf. Man kann nicht so ganz nah ran und Felsen zum Festmachen gibt es auch nicht. Vielleicht ist das der Grund. Oder, der Hafen von Timmernabben liegt zu nah und lockt.
Die weite Bucht bei Timmernabben

Am nächsten Tag ist Vollmond, Blutmond

Wir sind etwas traurig, denn die Buchten zum Ankern werden weniger und nun kommen wieder heiße Häfen. Dennoch. Der Juwel im Kalmarsund den wir im Juni entdeckten lockt. Stora Rör mit seiner kleinen Bäckerei und Cafe.
Dort treffen wir wieder mit allen Freunden zusammen. Die Kira mit Edi mit seinen Mitseglerinnen Julia und Heike, kommt auch noch dazu. mit EverJoy und Ruby waren wir eh verabredet zum gemeinsamen Blutmond schauen.
Wir sitzen ab 20 Uhr an den im Hafen stehenden Bänken, trinken, ratschen, lachen  und ich spiel Gitarre. Zuerst der Sonnenuntergang und dann die gespannten Blicke zum Südosthimmel. Dort soll er nun aufgehen der fast verdunkelte Blutmond. Wir sehen nichts, "ist ja auch ne Mondfinsternis"ist ein Kommentar (whatsapp)von Freunden, die etwas südlicher den Himmel absuchen und mit denen wir um die Wette suchen.
Da, schon ne Handbreit über den Bäumen, ein ganz schwach scheinende rote Scheibe. "da ist er!"
Nun folgten gebannte Stunden. Der Hafen füllt sich mit Menschen die nach oben schauen. Was für ein Abend. Wir gehen erst ins Bett, als der Mond wieder voll erscheint.
"Da ist er!" der Blutmond noch schwach
leerer Hafen von Grönhögen

Am nächsten morgen nur ein kurzer Stopp in Kalmar um einiges einzukaufen und zu erledigen, denn der Wind weht mit 4 aus Ost. Besser kann man den Sund nicht nach Süden segeln. Also los und noch mal 30 sm gesegelt.
Von Uwe und Doro von der Kleinen Brise, die uns einige Tage voraussegelt bekommen wir einige schöne Hafen und Buchten genannt. Grönhögen, ganz im Süden von Öland ist der erste, den wir uns anschauen. Erstaunlich leer. Beschaulich. Der Hafen selbst eher Zweckmäßig, aber das außen rum ist schön. Doch wir segeln am nächsten Tag schon rüber ans Festland um auch diesmal Kristianopel nicht aus zulassen. Pelle, den Musiker den wir vor 2 Jahren dort kennengelernt haben spielt zum Abendessen in der Hafenbar. Wir freuen uns. Erinnerungen an diese Tage von damals werden wach.

Die nach Süden offene Bucht vor Karlskrona bei der Insel Säljö
Tärnö. Ein schöne gemütliche Insel

Am nächsten Tag weiter. Das Wetter ist ruhig, die thermischen Wind über den Tag sind maßvoll, abends ist es meist windstill. Der nächste Tipp von Uwe wird angelaufen. Eine kleine Bucht kurz vor Karlskrona. Und auch der nächste Tipp erweißt sich als lohnendes Ziel. Eine weite Bucht im Norden von Tärnö. Wir erwischen die freie SXK Boje und liegen gut für die Nacht. Der Steg ist ziemlich voll. Wir fahren an Land und laufen trotz der Hitze über die Insel. Wunderbarer Charme.
Dann wartet Hanö. Warum? Ich weiß auch nicht. Zum einen ist kein Wind um weiter als die 9 sm zu fahren und zum anderen ist sie ja berühmt. Sie gibt der ganzen Gegend hier den Namen. Es ist leider stickig heiß. Man badet im Hafenwasser und baut immer größere Päckchen im Hafen. Uns wird es zu heiss und beschließen in die Nacht zu segeln. Ystad sind 60sm. Das sind ca 12 Stunden und der Wind soll aus Nordwest wehen. Ideal. Tagsüber ist der Wind gerade kaum einzuschätzen. Es ist wenig Wind angesagt, dreht, wohl aus thermischen Gründen in alle Richtungen und die Stärke ist schwer absehbar.
Nach einigen dunklen Gewitterwolken, die wir mit dem Wetterradar genau beobachten legen wir gegen 19 Uhr ab. Kurz vorher hat eine 6 Köpfige Seglermannschaft mit 4 Gitarren am Steg spontan angefangen Musik zu machen. 2 kurze Stücke jamme ich noch mit, dann legen wir ab. Manchmal muss man sich entscheiden. Schade.
Endlose Weite. Oben am Leuchtturm auf Hanö. Es ist Heiß und sommerlich diesig.

Auf Hanö. Gewitter ziehen vorbei.

Aber die Nachfahrt ist wirklich klasse. Die Vorhersagen treffen auf die halbe Stunde genau zu . Wir rauschen mit 2 Reffs im Groß und Genua mit über 6 kn nach Süden. Es wird inzwischen richtig dunkel. von 23 bis 4 Uhr sieht man kaum was. Der blutrote Mond kommt irgendwann als angefreßne Scheibe über den Horizont. Ein Wahnsinn. Ich kann mich nicht satt sehen. Wir sind zu schnell und kommen noch im Dunkeln an der Südspitze an.

Mit Hilfe von Kartenplotter und Radar bleibe ich dicht unter Land. Weiter draußen hat es Welle und noch mehr Wind. Mir reicht es es hier. Gegen 6 Uhr sind vor Ystadt. Nur die letzten 3 sm motoren wir gegen den schwachen Nordwest.  Im Hafen verabschiede ich noch Uwe und Doro, den wir nun eingeholt haben, die aber weiter wollen bis nach Kopenhagen. Den Westwind der kommenden Tage muss man im Auge haben, wen man weiter will.
Nach dem Ausschlafen (1,5h) frühstücken wir mit Michael und Anna, die wegen uns noch ein Tag in Ystad bleiben und nicht nach Osten weiter segeln. Danke.
Es ist immer noch heiß, doch der Südwest frischt am Nachmittag stark auf und es bleibt erträglich. Der Wasserschlauch am Steg ist mal wieder mein begehrtester Freund. Leider oft in Benutzung um Boote zu putzen. Einige mit Seife. Ich glaube, da ist noch einiges nicht angekommen an Umweltbewusstsein.
Morgens um 6 Uhr motoren wir nach Westen. Tagsüber muss ab Mittag mit Wind bis 4-5 bf gegen an gerechnet werden. Dem wollen wir entgegen. Wir schaffen die Brücke um 12 Uhr im Falsterbrokanal gerade so. Ohne bremsen fahre ich durch. Nach mir geht die Brücke schon wieder zu.
Danach können wir die letzten 15 sm nach Dragör noch segeln. Der Pütz auf dem Vordeck gibt uns Erfrischung. So läßt es sich aushalten.
Und hier empfängt uns Uwe und Doro. Endlich Zeit mit einander. Den ganzen Sommer hat Uwe Ersatzteile für mich transportiert, weil wir uns ja schon vor Mitsommer sehen wollten. Doch Wind und Wetter bestimmen Terminpläne. In Vestervik hatte er sie dann deponiert. Nun kann ich mich endlich bedanken.
Wolken künden etwas Wind und Wolken an. Ein Tag der Erholung in Dragör

Heute ist der erste kühle Tag seit Wochen. Ein kräftiger Westwind bringt Wolken und Kühle mit. Zeit mal Pause zu machen. Susanne ist abends von hier zum Flughafen. Bus 35 und 10min Fahrt. Bester Platz zum Crewwechsel. äßIch werde morgen um Nordseeland herum weitersegeln.


Freitag, 20. Juli 2018

Mittelmeerfeeling im Norden

Auch Skipper braucht mal Pause


Kolnäsviken

Es ist heiss, mir ist heiss...
Ich mag nicht gerne im Sommer im Mittelmeer segeln. Morgens brennt die Sonne runter, die Luft steht, das Wasser ist zu warm um zu kühlen. Deswegen liebe ich ja Schweden. Man freut sich wenn die Sonne kommt, eine kühle Brise weht immer. Immer?
Nein dieser Sommer schlägt alle Rekorde. Täglich heiss, nur noch im Schatten aushaltbar, das Meer hat 25 Grad. Nur mit dem Wind hatten wir bisher noch Glück. Heute ist der erste Tag wo die Luft steht. Leider wird es so bleiben. Wir liegen vor Anker in einer wunderbaren Bucht auf Harstena. Eigentlich liegen wir immer vor Anker. Dabei kann man mal schnell ins Wasser springen, wenn der Körper "heiss" schreit.
Von Arholma bin ich letzte Woche in kleinen Tages Etappen von manchmal nur 10 sm durch den Schärengarten von Stockholm gesegelt. Ich laufe bewusst nur Buchten an die ich noch nie besucht habe. Ich treffe dabei Gregor, den ich schon vor ein paar Jahren getroffen habe. Er ist jeden Sommer Einhand hier unterwegs. Erzählen uns gegenseitg unsere "Geheimtipss"

Kolnäsviken

Gardesviken

Idöfladen

Granö

Nur geheim ist hier hier nichts. Inzwischen ist Hochsaison und die Buchten, selbst die zum Ankern sind gut besucht. Das ist so, das muss man akzeptieren. Irgendwo ist immer noch ein Plätzchen.
Meine Stationen: Idöfladen, gleich bei Arholma, dann in Furusund schnell getankt und Lebensmittel und Wasser gebunkert und gleich weiter in eine tolle Neuentdeckung auf Hogmarsö vor Anker.
Dann etwas Südlicher im Norden der Insel Granö. Sehr voll und sehr bekannt. Weiter in die Westbucht von Gallnö. Dort treffen wir Vereinskollegen von Gregor, die mit einer Biga 262 unterwegs sind nach Helsinki.
Gällnö, mein lieblingsanleger


Der Hund muss aufs Schiff

Um nicht in der Hitze, die da langsam heftig wird, zu lange in Stockholm zu liegen, besuche ich noch mal den Vereinssteg auf Getfoten. Treffe dort auf Christian mit seiner Crew auf einer Luffe 40. Ein gemütlicher netter Abend. Morgens dann nach Stockholm. Im Navishamn einen der letzten freien Plätze gefunden. Es ist unerträglich heiss. Ich kühle mit mehrmals mit dem Wasserschlauch am Steg. Fahre mit dem Rad einige Einkäufe machen und treffe später, wie verabredet meine Freunde von der Happy Our. Mit ihnen werden wir die nächste Woche zusammen Richtung Süden segeln. Am Sonntagmittag, gleich nachdem Susanne vom Flughafen an Bord gekommen ist, legen wir ab. Eine Bucht südöstlich von Stockholm lacht uns an, denn die Stadt macht keine Laune. Gardesviken. Ein langer Steg, aber wir Ankern lieber. Schauen WM Finale und Grillen an Bord der Happy Our und zum kühlen springen wir ins Wasser. es könnte uns schlechter gehen.
 Morgens entdecken wir beim Landgang, dass hier ein Museum mit moderner Kunst von einem reichen Privatmann errichtet wurde. Toll angelegt mit Restaurant und schönem Ausblick. Blöd, wenn man erst am morgen an Land geht. da komme ich bestimmt nochmal her.
Cafe mit Schärenblick 

Artipelagmuseum


Gardesviken. Kunst auch am Ufer der Bucht

Gardesviken

Gemütlich segeln wir weiter, kreuzen etwas. Der Wind ist super. Kolnäsviken auf Örnö. Auch gut besucht. Wenige Ankerplätze sind noch frei in der kleinen kreisrunden Bucht.
Am nächsten Tag, bläßt der Norostwind uns sehr schnell nach Süden. Um kurz Einzukaufen und Wasser zu bunkern, stoppen wir kurz in Nynäshamn. In den Inseln davor finden wir dann für die Nacht einen Ankerplatz bei der Insel Lindskär. Leider ist hier die Algenblüte schon im Gange. Baden macht nicht richtig Laune. Zum Glück ist es am anderen Abend in Ringsön wieder besser. Aber unterwegs treiben schon einige Algenteppiche.

Algenteppich

Gestern nun sind wir dann von Ringsön in einem etwas längerem Schlag nach Harstena gesegelt. Eher motort, denn der Nordost war zu schwach. Auch hier haben wir Glück. Die Algenteppiche bleiben draußen, denndie Bucht hat eine sehr enge Zufahrt.
Heute mal Pause und baden. Wind ist eh keiner. Und die Aussichten sind nicht viel versprechend. Sonnigheiss und Flaute. Aber wollen wir mal nicht zuviel jammern. Nur Mittelmeerfeeling im Sommer in Schweden ist schon sehr ungewöhnlich.
Harstena

Harstena
Abend in Harstena



Montag, 9. Juli 2018

Wieder in Schweden



vor Anker in den Alands
Die kleine Fock, besser Genua 3, geht hoch, es bläst kräftig aufs NW vlt 5, mal etwas mehr. Das reicht erstmal an Segelfläche um nach Süden raus zu kommen.
Es pfeift seit Tagen gegen Mittags immer mit über 20 kn aus Nord. Seit fast 2 Wochen nun. Dazu viele Wolken. Es ist kühl. In Schweden ist das Hoch näher und etwas ruhiger und wärmer, wie ich auf der Wetterkarte sehe. Mich zieht es zurück.
Ich hatte einige schöne Segeltage, mit kreuzen und Hoch am Wind Kursen. Gerefft und Genua 3.Das macht es Spaß. Vor allem, wenn es durch ein Insel- und Steinelabyrinth geht. Ankern und am Steg, z.B. von Seglinge. Wirklich gemütlich hier. Dort treffe ich auf Karin und  Frank von der Alauna. Wir hatten uns am Abend vorher schon am gemeinsamen Ankerplatz etwas südlicher begrüßt. Nun liegen wir neben einander und verbringen einen gemütlichen Abend auf der Slisand. Am Morgen schenke ich ihr zum Abschied einen meiner beiden Minztöpfe, auf die sie so leidenschaftlich am Abend geschaut hat. Ein kleines Geschenk und soviel Überraschungsfreude bei ihr. Ich bin ganz gerührt. Sie auch. Sie gibt mir dafür einen schwedischen Alandführer den sie nicht mehr braucht, da es ihn auch bei ihnen an Bord nun in Deutsch gibt.
Kreutfahrt durch die Schären. Es bläßt mit 5 und mehr
Seglinge, kleine Insel. Nur 9 Familien leben hier

Seglinge, draußen zieht ein kühler Nebel vorbei

Die Versorgung auf Seglinge. Tankstelle und Supermarkt

das Hafenmeisterbüro auf Seglinge, Eine nette und hilfbereite Hafenmeisterin verkauft u.a.geräucherten und frischen Fisch. der Opa ist Fischer. 

Außer Strom, in Kabeltrommeln aus 2 Steckdosen verteilt, kann aber kein Service erwartet werden

Voller Emotionen segele ich nach Westen. Kurze kleine Momente, die lange nachwirken. Die Sonne kommt raus und ich kann nicht  genug bekommen. Also segle ich 35 sm bis nach Mariehamn. Dort ist es voll. Ich finde außen noch Platz. Nicht ideal, aber ich bin in der Box drin. Bei 5 BF von der Seite Einhand, keine leichte Sache.
Als ich vom Einkaufen wieder komme, liegt neben mir die Keto. Ich hab Carsten und seinen Hund Paule in Norrtälje getroffen. Nun ist Frau Anke mit an Bord. Wir ratschen viel, ich bastle derweil am Boot (die Heizung muss endlich fertig werden, denn der Herbst  naht)

Wenn nicht Schweden spielt, ist das Publicviewing in Mariehamn ein netter Zeitvertreib
Mariehamn

Zusammen gehen wir zum Publicviewing. Am Abend noch eine gemütliche Angelegenheit und ein super Spiel der Belgier. Doch beim Spiel der Schweden am nächsten Nachmittag ist es uns dann doch zu voll und voll mit Emutionen. Die können gut bechern die Schweden.
Die Keto will weiter in den Norden. Sind das erste Mal hier unterwegs. Mal sehen wie weit sie der Wind kommen läßt. (www.acp-auf-see.blogspot.com)
Mich treibt es nach Westen. Die Segel oben, Wind von hinten, Sonne wärmt. Kann mein Glück nicht fassen. Es geht weiter unter Segel.
Durch die Schären der Alands

Letzter Blick auf die Alands

Der Wetterbericht sagte ein Abflauen gegen Nachmittag vorher. Um 2 Uhr bin ich raus aus den Inseln und auf  offener See. Der Wind bläst noch kräftig. Boen bis 6 bestimmt. Ich muss das 2 fach gereffte Groß setzen, weil wir die Höhe zum Wind nicht halten können. Der Wind kommt doch mehr aus Westen als gedacht. Und die See ist hoch, kurz und konfus. Ich schaukel mir einen ab. Muss selber steuern. Die Windfahne lässt mich in die Welle knallen, dass es weh tut. 3 Stunden später, es treffen sich genau in der Mitte der Strecke mal wieder 3 Segler, 2 Fähren und ein Frachter,  läßt der Wind rapide nach, dreht günstiger etwas nach Nord und die Windfahne steuert nun in die kleiner werdende See zufriedenstellend.
Die Sonne steht schon tief muss ich sogar den Motor für die letzte Stunde anwerfen, denn es flaut sehr schnell ab. unter 3 kn mit alter Dünung ist segeln nicht mehr schön.
Wir werfen den Anker in Arholma. Es is voll hier. Und ich bin nicht der Letzte der kommt.
Morgens ist es dann um 9 Uhr schon sehr leer. Sie scheinen alle auf den ruhigen heutigen Tag gewartet zu haben um ihren Schlag zu den Alands zu segeln.
Ich bin nun aber erstmal wieder in Schweden. Am Wochenende will ich ich in Stockholm sein.

Vor Anker auf Arholma

Mittwoch, 4. Juli 2018

Alands

Irgendwo in den Alands


Vor Anker. Nun ist Highseason und man ist nicht mehr Allein
Es bläst heftig. Mit soviel Gegenwind hätte ich nicht gerechnet. Zum Glück dreht er etwas nach NW. Ich kreuze zwischen den Alands Inseln und seinen vielen Steinen und Tonnen nach Norden. Ich habe gestern schon die Genua 3 aus der Backskiste geholt. Müfelte  noch nach letztem Jahr. Das Reff im Groß habe ich mir gespart, denn, es sah nicht nach soviel aus. Nun messe ich 25kn und manchmal etwas mehr scheinbaren Wind.
Nun ist die enge Durchfahrt geschafft, da kommt was Grosses auf mich zu. Die Amorella der Viking Line. Die großen Fähren fahren hier durch die engen Fahrwasser. Und an der engsten Stelle sollen wir uns treffen. Ich hol mal schnell das Gross weg, Ab hier nun noch Halbwind. Nun ist die Fähre durch und ich an der Engstelle. Gerade richtig getimed.
Recht eng in den Fahrwassern der Alands

Weiter geht es durch ein Fahrwasser, das in der Karte für 1,80m Tiefgang freigegeben ist. Ich hab 1,60. Das sollte passen. Aber beruhigt bin ich erst als mir ein anderer Segler entgegen kommt. Ich hab auch genau nach Brücken geschaut. -Keine,  denn vor 10 Jahren musste ich weiter südlich umkehren. Da hab ich ne Brücke mit 8m übersehen.
Nun ist der einzige Gegner noch eine Seilfähre. Die wartet aber auf mich und läßt mich ungehindert übers ihr Seil segeln.
Ein wunderbarer Tag, der anfing mit einem Sprung ins kalte (ca 15Grad) Wasser. Wir liegen vor Rödhamn, südlich der Zufahrt zum Mariehman Osthafen. Bis zu dem Zeitpunkt weiss ich noch nicht, was ich machen werden. Da aber die Sonne so schön scheint, habe ich keine Lust auf Stadt. Da komme ich noch früh genug hin. Der Wind weht konstant die letzten Tage und soweit die Wetterapp reicht auch weiterhin aus Nord. Mal Stark, mal etwas schwächer. Selten unter 15kn, meist um die 20kn. Ich mach mich auf nach Osten, an einer Untiefentonne , richtig herum vorbei. - letztes Jahr hab ich sie noch geschnitten und einen Stein übersehen. -Diesmal bin ich da genauer. Dennoch. Ich hab mir angewöhnt, nun immer zum Plotter das Tablet mit laufen zu lassen. Die Papierkarten liegen wegen der Übersicht auch bereit. Es sind doch recht viel Steine hier.
Nach Norden können wir fast anliegen. Immerwieder ändere ich den Wegpunkt. Es gibt 2 Durchfahrten. Welche geht wohl. Hier im Lee der Inseln, dreht der Wind recht stark.
Hoch und höher am Wind klappt es gerade so eben. Die Tonnen sind schwer zu sehen. Der Motor läuft auf Standby mit. Soviel Adrenalin brauche ich dann doch nicht, das sich es ohne versuche. Es Klappt.
Gestern bin ich in Nortälje früh los. 45sm standen auf der Tagesordnung. Da ich nicht wusste, wieviel da wirklich draussen auf mich wartete, habe ich die Genua 3 angeschlagen. Nach 3 Stunden gemütlichen segelns spitze ich bei Arholma um die Ecke und binde dann gleich noch ein Reff ins Gross. So gewappnet saussen wir rüber in die Alands. Halberwind, später etwas raumer noch. Nie unter 6 kn. Die reparierte Windfahne steuert wieder. Gott sei Dank.

Stabiler aber nicht schöner. Die Windfahne

Durch das enge Fahrwasser zur Bucht.

Am Freitag, als wir noch in Arholma am Steg lagen und es über die Bucht pfiff, war plötzlich die Windfahne abgebrochen. Das Nirorohr, das die Fahne hält, war gebrochen. Wir waren auf Landaussflug und sahen den Schaden erst später. In Norrtälje,  wo wir aus diversen Gründen dann am Samstag hinsegelten, konnte ich Polyesterharz und Matte kaufen und die Nirorohrkonstruktion etwas umbauen, sodass ich wieder eine funktionierenden Anlage bekomme. Überrascht war Wilfried, von der Ruby dass ich sogar eine Flex mit Niroblatt dabei hatte. Man lernt dazu.
Aber laminieren bei 6 Windstärken im Hafen. Die Matte hebt trotz Klebers immer wieder ab auf der glatten Holzfläche. Nächstes Jahr nehme ich noch ne Werkstatt mit. Und wenn wir gerade bei Verlusten sind. Ein Bordrad hat auch nun den Dienst quittiert. Am Vortag gab es noch einen neuen Schlauch, dann bricht die Lenkerklapphalterung auseinander. Tja und Wilfied hat nun einen neuen Heckanker, nachdem der andere irgenwo in der Tiefe geblieben ist. Der Wirbelschäkel war gebrochen.
Ankertransport auf dem Bordrad

Nach einer Rauschefahrt bin ich südlich der Hauptinsel auf der Mariehamn liegt, am bekannten Naturhafen Rödhamn angekommen. Es ist grau und kalt. Dann kommt noch ein kurzer Schauer. Nein ich geh nicht an Land. Abends schläft der Wind ein, Die Wolken lassen die untergehenden Sonne Raum ein phanastisches Abendrot am Himmel zu malen.

Rödhamn


Morgen versuch ich noch etwas nördlicher zu kommen um am Wochenende von Osten Mariehamn an zulaufen. Sonntags soll es wieder kacheln aus Nord. Sonst keine weitern Pläne.
"Na, brennt es endlich". Ich beobachte den Saunaofen, den ich gerade angezündet habe.

Einzigartig, die Sauna in Arholma mit direktem Zugang zum Meer
Brotbacken auf Arholma. 
Wenn man wegen zuviel Wind nicht segeln kann, dann kann man ja mal faul sein. Charteryacht auf Arholma

Arholma

Durch einen Waldweg über Steine und Brücken geht es zum Westhafen in Arholma

Westhafen Arholma
´Norrtälje

Notttälje, nette Städtchen. Auch ideal zum Crewwechsel. Bus nach Arlanda (1,5h mit einmal umsteigen)

Norrtälje
Hab mir eine Solartasche geleistet in Vaxholmen. Nun hängt sie perfekt aufgerichtet und bringt 5A Ladestrom
Nach dem WM aus, bleiben wir nicht in Furusund, sondern legen uns 5sm südlich in eine Bucht. Ein Schwimmsteg, den uns Schweden anbieten, nehmen wir gerne an. Letzter Abend mit Edi und Petra und der KIRA.