Mittwoch, 4. Juli 2018

Alands

Irgendwo in den Alands


Vor Anker. Nun ist Highseason und man ist nicht mehr Allein
Es bläst heftig. Mit soviel Gegenwind hätte ich nicht gerechnet. Zum Glück dreht er etwas nach NW. Ich kreuze zwischen den Alands Inseln und seinen vielen Steinen und Tonnen nach Norden. Ich habe gestern schon die Genua 3 aus der Backskiste geholt. Müfelte  noch nach letztem Jahr. Das Reff im Groß habe ich mir gespart, denn, es sah nicht nach soviel aus. Nun messe ich 25kn und manchmal etwas mehr scheinbaren Wind.
Nun ist die enge Durchfahrt geschafft, da kommt was Grosses auf mich zu. Die Amorella der Viking Line. Die großen Fähren fahren hier durch die engen Fahrwasser. Und an der engsten Stelle sollen wir uns treffen. Ich hol mal schnell das Gross weg, Ab hier nun noch Halbwind. Nun ist die Fähre durch und ich an der Engstelle. Gerade richtig getimed.
Recht eng in den Fahrwassern der Alands

Weiter geht es durch ein Fahrwasser, das in der Karte für 1,80m Tiefgang freigegeben ist. Ich hab 1,60. Das sollte passen. Aber beruhigt bin ich erst als mir ein anderer Segler entgegen kommt. Ich hab auch genau nach Brücken geschaut. -Keine,  denn vor 10 Jahren musste ich weiter südlich umkehren. Da hab ich ne Brücke mit 8m übersehen.
Nun ist der einzige Gegner noch eine Seilfähre. Die wartet aber auf mich und läßt mich ungehindert übers ihr Seil segeln.
Ein wunderbarer Tag, der anfing mit einem Sprung ins kalte (ca 15Grad) Wasser. Wir liegen vor Rödhamn, südlich der Zufahrt zum Mariehman Osthafen. Bis zu dem Zeitpunkt weiss ich noch nicht, was ich machen werden. Da aber die Sonne so schön scheint, habe ich keine Lust auf Stadt. Da komme ich noch früh genug hin. Der Wind weht konstant die letzten Tage und soweit die Wetterapp reicht auch weiterhin aus Nord. Mal Stark, mal etwas schwächer. Selten unter 15kn, meist um die 20kn. Ich mach mich auf nach Osten, an einer Untiefentonne , richtig herum vorbei. - letztes Jahr hab ich sie noch geschnitten und einen Stein übersehen. -Diesmal bin ich da genauer. Dennoch. Ich hab mir angewöhnt, nun immer zum Plotter das Tablet mit laufen zu lassen. Die Papierkarten liegen wegen der Übersicht auch bereit. Es sind doch recht viel Steine hier.
Nach Norden können wir fast anliegen. Immerwieder ändere ich den Wegpunkt. Es gibt 2 Durchfahrten. Welche geht wohl. Hier im Lee der Inseln, dreht der Wind recht stark.
Hoch und höher am Wind klappt es gerade so eben. Die Tonnen sind schwer zu sehen. Der Motor läuft auf Standby mit. Soviel Adrenalin brauche ich dann doch nicht, das sich es ohne versuche. Es Klappt.
Gestern bin ich in Nortälje früh los. 45sm standen auf der Tagesordnung. Da ich nicht wusste, wieviel da wirklich draussen auf mich wartete, habe ich die Genua 3 angeschlagen. Nach 3 Stunden gemütlichen segelns spitze ich bei Arholma um die Ecke und binde dann gleich noch ein Reff ins Gross. So gewappnet saussen wir rüber in die Alands. Halberwind, später etwas raumer noch. Nie unter 6 kn. Die reparierte Windfahne steuert wieder. Gott sei Dank.

Stabiler aber nicht schöner. Die Windfahne

Durch das enge Fahrwasser zur Bucht.

Am Freitag, als wir noch in Arholma am Steg lagen und es über die Bucht pfiff, war plötzlich die Windfahne abgebrochen. Das Nirorohr, das die Fahne hält, war gebrochen. Wir waren auf Landaussflug und sahen den Schaden erst später. In Norrtälje,  wo wir aus diversen Gründen dann am Samstag hinsegelten, konnte ich Polyesterharz und Matte kaufen und die Nirorohrkonstruktion etwas umbauen, sodass ich wieder eine funktionierenden Anlage bekomme. Überrascht war Wilfried, von der Ruby dass ich sogar eine Flex mit Niroblatt dabei hatte. Man lernt dazu.
Aber laminieren bei 6 Windstärken im Hafen. Die Matte hebt trotz Klebers immer wieder ab auf der glatten Holzfläche. Nächstes Jahr nehme ich noch ne Werkstatt mit. Und wenn wir gerade bei Verlusten sind. Ein Bordrad hat auch nun den Dienst quittiert. Am Vortag gab es noch einen neuen Schlauch, dann bricht die Lenkerklapphalterung auseinander. Tja und Wilfied hat nun einen neuen Heckanker, nachdem der andere irgenwo in der Tiefe geblieben ist. Der Wirbelschäkel war gebrochen.
Ankertransport auf dem Bordrad

Nach einer Rauschefahrt bin ich südlich der Hauptinsel auf der Mariehamn liegt, am bekannten Naturhafen Rödhamn angekommen. Es ist grau und kalt. Dann kommt noch ein kurzer Schauer. Nein ich geh nicht an Land. Abends schläft der Wind ein, Die Wolken lassen die untergehenden Sonne Raum ein phanastisches Abendrot am Himmel zu malen.

Rödhamn


Morgen versuch ich noch etwas nördlicher zu kommen um am Wochenende von Osten Mariehamn an zulaufen. Sonntags soll es wieder kacheln aus Nord. Sonst keine weitern Pläne.
"Na, brennt es endlich". Ich beobachte den Saunaofen, den ich gerade angezündet habe.

Einzigartig, die Sauna in Arholma mit direktem Zugang zum Meer
Brotbacken auf Arholma. 
Wenn man wegen zuviel Wind nicht segeln kann, dann kann man ja mal faul sein. Charteryacht auf Arholma

Arholma

Durch einen Waldweg über Steine und Brücken geht es zum Westhafen in Arholma

Westhafen Arholma
´Norrtälje

Notttälje, nette Städtchen. Auch ideal zum Crewwechsel. Bus nach Arlanda (1,5h mit einmal umsteigen)

Norrtälje
Hab mir eine Solartasche geleistet in Vaxholmen. Nun hängt sie perfekt aufgerichtet und bringt 5A Ladestrom
Nach dem WM aus, bleiben wir nicht in Furusund, sondern legen uns 5sm südlich in eine Bucht. Ein Schwimmsteg, den uns Schweden anbieten, nehmen wir gerne an. Letzter Abend mit Edi und Petra und der KIRA.

1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

Hallo Andreas, toll, dass du uns wieder mit so schönen Fotos und kleinen Geschichten teilhaben lässt. Auch die kleinen Problemchen, die halt beim Segeln immer mal wieder auftreten, erwähnst du und machst damit klar, dass es auch mal „blöd“ laufen kann. Dein Brot sieht oberlecker aus und lässt den Speichelfluss einsetzen 😉. Auf alle Fälle gelingt es dir, uns mit deinen Fotos in eine wunderbare Welt abtauchen zu lassen. Schöne Tage noch auf den Alands und immer die Handbreit unter deinem besten Stück 😊
Liebe Grüße Katrin
SY Sötes Länneken