Donnerstag, 4. Juli 2013

Fehlentscheidungen

Ja Fehlentscheidungen gibt es immer, wenn man bei Segeln, Wetter,
persönliche Leistungsfähigkeit, Lust und Laune und einiges mehr zu

berücksichtigen hat. Hatten wir endlich super Wind und sind nicht
druchgesegelt. Hat einiges an Zweifel aufkommen lassen.

Morgens läuft es von Dover kommend echt gut, irgendwann setzt eine
netter Südwind ein, der uns das erste Mal unter Segel gut voranbringt. Wir

lassen den angeblich sehr teueren Hafen Brighton steuerbord liegen und
segeln einige Meilen weiter nach Shoreham. es ist erst Mittag, aber

alles sind rechtschaffen müde.
In Shoreham trennt eine Schleuse den inneren Hafen vom Meer und macht
ihn gezeitnunabhängig. Wir haben Glück, die Schleuse wartet noch

auf uns ein paar Minuten. (ich hatte vorher per Funk hoefflich
angefragt). Doch welche Enttäuschung als die Schleuentore sich öffnen. Eine

Marina, die den Namen nicht verdient. Nur viele vor sich hinrottende
Boote. Hier vergammeln Träume von Aussteigern und Mittellosen hat man

das Gefühl. Die Facilities sind wenig berauschend, dafür wird aber der
selbe hohe Preis verlangt wie überall hier an der Küste. 25Pfund ist hier

Einheitspreis. Meistens bekommt man aber super gepflegte Häfen mit
Zubehör geboten. Dennoch hat der Ort Flair. Nette Pubs, und Goottahrd

lern Billiard spielen.
Ausserdem kommt mit den wenigen Menschen die hierher kommen schnell ins
Gespräch. Da es nur einen Gastplatz gibt, liegen wir im

Päckchen mit einer anderen engl. Yacht. Ein sehr nettes altes Ehepaar.
Auch auf dem Weg in den Westen. Sieht man bestimmt wieder.
Der Ort zum Hafen heisst Southwiek und liegt ca 6km von Brighton weg.
Der Bus hält am Hafen und wir machen am nächsten Morgen einen

Ausflug und sehen uns Brighton an. Eine richtige Großstadt mit
auffälligen vielen Linienbussen. U-Bahn am Meer und Tram bei den steilen

Bergen machen hier auch wenig Sinn. Tolle Häuser. Klein und schnuckelig
und groß und protzig in Abwechslung. Gefällt mir gut da.
In einem Park am Royal-Pavillion gönnen wir in netter Athmosphäre einen
Tee. Später essen wir in einem Indischen Vegetarischen Restaurant

von einem "all you can eat" Büffett. Lecker, nur etwas zuviel gegessen.
Durch viel Laufen versuchen wir den Kalorienverbrauch zu steigeren.
Lassen uns treiben und nehmen erst kurz vor dem Heimathafen wieder den
Bus für den Rest.
Die berühmte Seebrücke von Brighton mit seinem Jahrmarkt war ne
Enttäuschung. In der Sammlung "Plätze die man sich sparen kann", kommt

die bestimmt ganz nach vorne. Wo es doch so viele verschönte Aufnahmen
davon gibt und ich unbedingt deshalb dahin wollte. Naja. Nun warne

ich euch halt.

Wieder am Schiff ein kleiner Kletterausflug in den Mast. Da einem
Holländer in Ramsgate das Großfall gebrochen war, wurde mir klar, dass ein

Ersatzfall schon im Mast eingezogen (Platz ist davor vorgesehen) nicht
schaden kann. Und nun habe ich noch meine beste Crew an Bord.

Außerdem macht die 3-Farbenlaterne im Masttop bei harten
Schiffbewegungen in der Welle gerne Morsezeichen. Auch da wollte ich mal
nach

sehen. Kurzum: Oben angekommen bekomme ich die Laterne nicht richtig zu
fassen. Kann sie nur einmal auf und zu drehen und die Sorgleine

für ein neues Fall will einfach nicht in den Mast. Also ohne Erfolg
wieder runter und in der nächsten Nachtfahrt zu merken. Das mit der
Laterne ist

nun noch schlimmer. Satt ab und zu auszugehen, geht sie nun nur ab und
zu an. Also da muss ich wohl nochmal rauf.

Der Nebenlieger hatte dann auch die Nase voll, vom gemütlichen Hafen und
will noch einige Meilen gegenankreuzen. Der Himmel ist blau, der

Wind läßt nach, der Wetterbericht bestättigt das und so nehmen wir dann
auch hastig die nächste Schleuse und sind wieder frei. Gute

Entscheidung. Segeln in bei erst harten Bedingungen unter kleiner Fock
und 2 Reffs in eine sternklare Nacht. Vorher ein gigantischer

Sonnenuntergang.
Später wird es ruhiger, wir können nach 3 Kreuzschlägen den Solent an
liegen. Dumm nur, dass wir nicht vorher darüber nachgedacht haben,

wo wir eigentlich hin wollen. Die beiden Häfen die zu Auswahl stehen,
sind viel zu nah. Bei Niedrigwasser und Dunkelheit keine Chance. Da wir

noch nicht nach Portsmouth wollen, fällt die Entscheidung auf Cowes. Das
Mekka der Segler.
Morgen um 6 suchen wir in einem recht leeren Hafen ein Platz. (es regnet
plötzlich) Die Peter von Danzig aus Kiel ist auch da. (von der Karibik

zurück, auf dem Weg nach Kiel). Der leere Hafen ist verdächtig. Es
liegen nur Regattaboote hier.. Also ins andere Becken. Und richtig geraten.

Nach einigen Stunden Schlaf erfahre ich bei der Anmeldung, dass dort
morgen das IRC Nation Championship ausgetragen wird. Und mein

Liegeplatz wird morgen für die British Cassic Week gebraucht. Der Hafen
ist recht geschäftig, überall wird dafür aufgebaut. Seglermekka halt.

Der Ort Cowes ist sehr nett. Besteht zwar nur aus ein paar Straßen, aber
die sind gemütlich. Pubs und Seglerläden natürlich in der Überhand.

Heute gegen Mittag kommt der Sommer. Wir legen alles zum Lüften und
Trocknen raus. Durch die rauhe See kommt doch überall mal ein

kleines Rinnsal ins Boot. Die salznassen Klamotten tun ihr Übrige. Also
mal das Innere nach Außen kehren.

Morgen gehts dann zum ersten Etappenhafen. Wir sind im Zeitplan, wer
haätte das gedacht. Die erste Crew mustert ab. Bin schon recht

wehmütig. War es doch die richtige Crew für die nicht ganz einfach Fahrt
hierher. Hätten nicht viele durchgehalten bei dem dauerenden

Starkwind von vorne. Werden mir sehr fehlen. Axel und Gotthard.
Ab Morgen soll nun der Ostwind kommen und übermorgen mein Sohn Johannes.
Das wird dann hoffentlich endlich wie Urlaub. Und so waren

dann doch alle Entscheidungen richtig.

Dienstag, 2. Juli 2013

Es geht voran an der Suedkueste

Nachtfahrt. Motoren von Dover nach???Brighton. Man soll Ziele auch ins Logbuch nicht vor der Ankunft einschreiben. Also.

Auch Newhafen oder Estbourne liegen noch voraus. Schauen wir mal. Sind gestern nach dem Abendessen in einer echt urigen

Kneipe am Hafen von Dover ("Sitting at the Dock of the Bay", stand da in großen Lettern über der Tür) los um die flautige

Nacht zu nutzen. Ist zwar kein Geniestreich fürn Segler, aber wenn man seit 10 Tagen nur den Wind auf die Schnautze hat,

hat man die irgendwann auch voll. Man will ja günstig und schnell segeln, also segelt man möglichst mit dem Strom, aber

da gibt es noch den Satz,es soll "nie Wind gegen Strom" stehen, denn dann sind die Wellen eckelhaft steil und kurz. Ja

das haben wir nun schon des oefteren erfahren.
Am Sonntag morgen sind wir sehr früh in Harwich los (5 Uhr)um den Westwind zu nutzen bevor der Süd wieder kommt. (hatten

nen schönen Abend in einem Pub mit "Biergarten"und später noch mit Adrian, einem englischen Segler, nette Gespäche und

Musik an Bord der Slisand. Harwich hat sich gelohnt)Nur der der West war zu schwach und hielt nicht lange durch und so

motorten wir die meiste Zeit quer über die Themsemündung mit ihren vielen Sandbänken. Dazu noch diverse Windparks die

bewährte Routen nicht mehr zu ließen.
Nur wenige Seemeilen vor Ramsgat kommt Punkt 14 uhr dann der Südwind. Und wir haben mitlaufenden Strom und segeln unter

Vollzeug gerade so schön dahin. Innerhalb von 10 Minuten legt der Wind bis auf 5-6 zu. Und genauso schnell kommt ne

unangenehme Welle dazu. Die Genua war längst zu groß. Nur jetzt noch wechseln. Luftlinie nur noch 6sm. Dafür in die

Waschmaschine nach vorne oder Höhe verschenken, weil die Vorsegel am besten vor dem Wind zu wechseln sind. Schnell 2

Reffs eingebunden und Augen zu und durch. Ging alles gut, aber ich hatte noch nie soviel Wasser im Cockpit. Man waren wir

froh, als wir im Schutz des großen Vorhafens von Ramsgate unsere Segel bergen konnten. Das braucht man nicht so oft.

Und immerwieder Wetterkarten checken. Mit Internet hat man ja heute soviele Quellen. Manche versprechen einem besten

Wind, denen will man ja gerne glauben, andere das genaue Gegenteil. Leider haben die für uns schlechten am Ende immer

recht.
Also war die Taktik: Erst am Abend raus und den abflauenden Wind zu nutzen, denn am Dienstag abend war schon wieder

Starkwind angesagt, der auch noch 2 Tage bleiben soll. Aber Taktik hin oder her, und auch wenn Ramsgate echt ein Ort zum

Verweilen ist, (wirklich schön und lebendig), juckt es uns schon den ganzen morgen als wir sehen wie wenig Wind uns auf

die Nase blasen würde. Also nach dem Mittagessen (mal wieder Fish n Chips) gleich los. Nur PunkU 14 Uhr, wie am Vortag

(wie blöd kann man sein), kommt, kaum dass wir die Nase aus dem Hafen stecken, der gute 5-6 (27kn am Wind gemessen)bei

Strom gegen Wind. Es hackt, zwar steht aus der Erfahrung des Vortages die kleine Fock und bald auch das 3.Reff und wir

kommen einigermaßen voran. Doch nach 4 Stunden reicht es uns erstmal und wir beschliessen in Dover erstmal Pause zu

machen.und später zuentscheiden, welcher Wetterbericht recht behält.
um halb 10 also wieder los und wir motoren über eine alte Windsee bei fast Null Wind gegen südwesten. Endlich mal Strecke

machen ohne Kampf.
Na und nun soll ja eigentlich ein Sued mit 3-4 kommen. Noch warten wir, doch noch kommen wir trotz Gegenstrom gut voran,

denn unter Segel, würde wieder kreuzen anstehen und das ist bei Gegenstrom (schlechter Wendewinke) und Mitstrom (hohe

wellen) kein spaß. Und Wenden haben wir bald genug gefahren. Der Bizep wächst schon.

Ob hier an der Südküste auch soviel Wind kommen wird wie in der Enge bei Dover wird sich zeigen.Die Wetterkarten werdenes

vorgeben zu wissen. Wir sind zuversichtlich bis zum Wochenende im Solent (Portsmouth) zu sein.

Samstag, 29. Juni 2013

 Der Norfolk and Sufolk Royal Yachtclub. Toles Gebäude. Irre gemütlich auch innen. s.u.
 Gegenüber im Harbour Inn essen wir uns erstmal satt.
 Fish and Chips. danch brauchst du nichts mehr
 Das Habour Inn von außen
 Absacker im Yachtclub
 Nein kein Museum. Der Yachtclub von innen
Abendstimmung. Der Regen zieht ab.Lowestoft

Freitag, 28. Juni 2013

Very Britisch

Nach einem Traumsegeltag folgt ein weiterer.  Guter Wind aus NW und wir werden das erste Mal durchs Wattermeer segeln. Ein kleines

"Wattenhoch" ist genau zu Hochwasser zu passieren, wenn man den Strom richtig nutzen will. Ich rechne und schätze unsere Zeit dorthin und,

Anfängerglück, wir kommen auf die Minute dort an und habe wie angekündigt beste Bedingungen. Gegen Ende, im breiten Fahrwasser vor Texel

noch ein paar Kreuzschläge und der kurze 30sm Törn ist schon vorbei. Wieviel alte Traditionssegeler sich hier tummeln, hätte ich nicht gedacht.
Da ist ein Bild für nen Kalender und alle irgendwie unter Segel.
In Texel erwartet uns Henk. Mein Freund seit wir uns in Estland  2008 getroffen haben. Weitgereist (einmal in 26Fuß um die Welt inzwischen) hat

viel zu erzählen. Er hat uns Pfannkuchen versprochen und die bereitet er wirklich perfekt zu. Wir sitzen zu 4 in seiner kleiner Midget 26 und

geniesen Festes und Flüssiges. Er fährt morgen die selbe Strecke zurück. Hat hier auf uns gewartet und uns mit den Paffkuchen gelockt.

Wir gehen am nächsten Tag mit HW in Texel los (ca 11 Uhr) und haben die erstmal längste Strecke vor uns. min.120sm. Irgendwie über den

Kanal nach England. 3 Orte stehen zu Wahl, je nach Wind und Strömung. Erstmal Harwich, dann doch ganz vermessen Ramsgate, am Ende

doch wie zu allererst mal berechnet Lowestoft.
Eine Nacht in der etwas Zweifel bekomme, ob ich mir und vorallem dem Boot zuviel vorgenommen habe. Erstmal erwischt uns eine kräfte See

aus NW mit kräftigem Wind, der leider doch mehr aus West kommt als angekündigt. Wir können den Wunschkurs nicht anliegen. Soll

irgendwann weniger werden und drehen. So die Vorhersagen. Wir sind auf alles gespannt. Am tag vorher wären die bedingungen besser

gewesen, aber dann hätten wir auf Henks Pfannkuchen verzichten müssen. So bezahlen wir nun dafür.....Es ist es wert.

Um 6 uhr ist dann schon ziemlich plötzlich ist der Wind weg. Schaukeln sehr unangenehm in der noch fast 2m Welle. Werden hin und

hergeworfen.. Wenn segeln bei hoher steiler Welle schei.... ist, dann ist es Motoren noch ne Steigerung. Versuchen etwas West zu machen, aber

es ist fast unmöglich. Ne halbe Stunde später spüre ich wie der Wind aus SW zurück kommt. Natürlich mit eigener Windsee und der alten

Dünung aus Norden. Klasse. Kreuzseeen sagen Fachleute. Es kracht, es schauckelt, Essen machen, schlafen und andere menschliche Dinge

werden zur Tortur.
Wer sagt, er beneidet mich um meine Reise? Seit 1 Woche unterwegs und immer diese Wellen. (ausser im Wattenmeer, das war wie im

Paradies). Mir reichtes. Habe Sorge um Material. Alte Lady und alter Kerl..
Überlege schon irgendwo nach Holland abzulaufen, denn Kreuzen bei Strom gegenan ist nicht sehr effektiv.
Dann kurz vor dem Verkehrstrennungsgebiet wo ein Frachter dem nächsten folgt, fällt das AIS (automatisches Schiffidentsystem) aus. Mist.

Genau dazu braucht man dies doch um entspannter da durch zu kommen. ne gute Stunde später und einiger Improvisation läuft es wieder.

Lötstelle im Antennenstecker hat sich verabschiedet, Gaslötkolben wollte nicht an gehen...usw.)
Gerade die vielen Schiffe hier, Fischer dazwischen unkoordiniert hinherfahrend machen es doch recht anspruchsvoll. Das AIS hilft doch sehr.

Dabei immer hoch am Wind dahin stampfend. Zwischendurch überzeuge ich einen Fischer noch per Funk mir netterweise doch etwas

auszuweichen. Man muss nur freundlich mit den Leuten reden. Das wäre sonst blöd geworden.
Wer uns nie im Stich läßt ist meine Windfahnensteuerung. Die macht das ohne zu murren die ganz Nacht. Danke
Gegen 5 ist dann der Wind mehr und mehr eingeschlafen und das Meer beruhig sich.  Leider müssen wir dann die letzen 50sm motoren. Egal

endlich direkt in die richtige Richtung und das Schaukeln ist angehm. Vollgetankt haben wir in Texel. Also alles bestens. Ich geh dann mal für

länger schlafen und als ich aufwache, ist es grau, doch dazwischen schaut kurz mal die Sonne raus. Es sind nur noch 17 sm. Ich habe gut

geschlafen.
Genau zu HW erreichen wir dann Lowestoft. Eine wirklich nette kleine Stadt mit einem ehrwürdigen Royal Yachtclub. Tolles Haus und drinnen ist

gemütlich, die Duschen warm, Wlan und Waschmaschine auch noch. Was braucht man noch mehr?
Sonne! Denn mit den letzen Meilen fängt es an zu regnen und hört nicht auf. Regen!? Wir sind in England. Ist das nicht immer so?

So, fest in Lowestoft. Das nette Städtchen empfängt very Britisch mit Regen.

Kurz vor Lowestoft

So nun um 11:30 noch ca 18sm bis Lowestoft. ETA 1400 Localtime
Anstrengende Nacht mit viel Grossschifffahrtsverkehr vielen wellen und gegenwind. Seit 5 ist der Wind weg und wir Motoren Richtung Westen.
Stimmung an Bord gut, wetter gemischt. gerade schaut die Sonne raus.
später mehr.

Donnerstag, 27. Juni 2013

Im Kanal

Langsam wirds ruhiger. Anfangs stand hier bei NW5so eine See, das mir ganz anders wurde. Nun wird besser. Leider dreht auch der Wind uns auF die Nase. Mal sehen wo ankommen werden und wann.Seit HW Texel sind wir unterwegs und haben die ersten %50sm gesxchafft.
Melde mich morgenfrüh wieder.

Dienstag, 25. Juni 2013

Traumtag

Heute richtig gei...es segeln. Zwar war der Start um 5 Uhr hart. Nicht wegen der Uhrzeit. Nein wir hatten, dass was man meiden sollte hier. Wind gegen Strom und das ergibt steile und hohe Wellen. Dachte nicht, dass das so aussehen kann. Fast 2 Stunden kämpften wir damit. Dann waren wir aus dem Seegat raus und segelten nie unter 6 kn dahin. Gut über Grund war es wie schon mal erzählt. al schenkt die Tide es dir mal nimmt sie es dir.
Dennoch bis Texel gehts heute nicht. Ob wohl der strahlend blaue Himmel dazzu einläd, aber wir sind müde, die See steht hoch und das kostet Kraft. Entweder Vlieland oder Terschelling. Werden gleich entscheiden. Nun erstmal per Funk den Blog aktualisiert. Mal später sehen ob das geklappt hat.
Nachtrag. Sind Vlieland.

Montag, 24. Juni 2013

 Müde nach einer durchsegelten Nacht
 Und immer noch umgeben uns Schauer. Nicht leicht seine 7 sachen zu Trocknen. Man muss die wenigen Sonnenstarhlen schnell nutzen. Und darf dabei nicht zu weit weg gehen.
 Schleuse Hooksiel. Da gings Sonntagmittag bei HW los.
 Das sind die schönen Himmelsbilder, die es zu Hauf gab. Die anderen hab ich verpasst, denn da war Wind drin und da hatte ich keine Hand für den Foto.
 Uns gehts gut. oder?
 Kreuzkurs wenig effektiv bei Tideneinfluß
Sonnenaufgang!

Wasser

Wasser kann so schön. Vorallem wenn es von oben, heiss aus einer Dusche
kommt. Diese Erkenntnis ist mir gerade gekommen, als ich in Borkum unter
einer schönen Brause stand. Im Gegensatz zu letzter Nacht. Da kam das
Wasser, Nordseetemperatur eimerweise ins Gesicht und wurde dann gleich
von sehr kräftigen Regenschauern wieder abgewaschen. Was schöner war,
kann ich nun nicht mehr sagen. Wir waren froh über wunderbare
Regenpausen, mit blauem Himmel, einen schönen Sonnenuntergang und kurz
darauf auch einem Sonnenaufgang.(die Nacht ist kaum dunkelund weilt nur
kurz). Der blaue Himmel Wehrte zwar immer nur kurz aber man wird ja
bescheiden.
Der starke in den Regenschauern auch stürmische Wind (um 35kn) bließ uns
die ganz Nacht über auf die Nase. Ebbe und Flut taten ihr übriges. Das
was uns die Ebbe beim Auslaufen aus der Jade schenkt und uns mit bis 10
kn vorwärts schiebt, das nimmt der Flustrom am Ende wieder, wenn beim
Kreuzen (gegen den Wind vorwärtskommen) die Wendewinke zwischen 150 und
160°liegen (normal bei mir um die 100°). Da darf man einfach nicht mehr
ans Ziel und Ankommen denken. Nur daran, wenns gerade nicht schauert,
wie schön es ist hier unterwegs zu sein, sehen wie das Boot sich durch
die Wellen kämpft, die Windfahne steuert und man glücklich ist. Könnte
ewig so gehen.
Das geht aber nur solange bis die Nacht ihr kälte abgibt. Durch das
nasse Ölzeug man noch schneller auskühlt als normal, die Müdigkeit, der
schlappe kreislauf in Folge von angehender Seekrankheit, die ganze
Segelei zur harten Arbeit werden läßt. Geschlafen nur vielleicht 2x15
min zwischen 2 Wenden, Gotthard hatte etwas mehr und Axel war nicht
unter Deck zu bekommen. Sein Magen sträubte sich zu sehr dagegen.

Am Morgen dann höre ich unter Deck, am Navitisch sitzend ein klapperndes
Geräusch. Aus der Suche an Deck finde ich die Lee Unterwant verdächtig
locker. kaum, dass ich sie in die Hand nehme hab ich sie auch schon in
selbiger. Der Bolzen der das Terminal am Püttimg hält war weg. Gut das
ich das vor der nächsten Wende merke. Das hätte bei den Bedingungen den
Mast kosten können. Nun war schnelle Improvisation gefragt, denn der Bug
zeigte zum Land und es waren nur noch einge Meilen bis zur nächsten
Wende. Einen Ersatzbolzen fand ich nicht (hab ich wohl auch nicht an
Bord). Mit dem Bolzen eines starken Schäkel half ich mir erstmal. Ob das
hält. noch sicherheitshalber mit Leinen eine Notbehalf basteln.
Im Cockpit dann die Erkenntnis. Vielleicht ist der Bolzen ja noch an
Deck. Mit Taschenlampe suchend, fanden wir ihn nahe am Speigatt (da wo
das Wasser wieder von Deck ins Meer fliest). Welches Glück. Schnell noch
nen neuen Sicherungssplint (wie der andere Verschwand ist unklar) und
wieder klar zu Wende. Puhh. Glück gehabt.
Pech dann doch noch etwas. Beim gedachten letzten Kreuzschlag Richtung
Borkum Westeremsansteueruung steht da ein Windpark. Nagelneu, noch nicht
ganz fertig und deshalb auch nicht in meiner 2 Jahre alten Seekarte
verzeichnet. Und er steht genau im Weg. In Dänemark darf man da
durchsegeln und das will ich hier auch so handhaben. Doch wir sind in
Deutschland. Da geht das nicht. Ein blinkerder alter umgebauter Trawler
mit selbstgemalter Aufschrift "Guard"kommt mir schwarzrauchend und
blinkend aus dem Mastengewirr entgegen. (es ist morgens um 5 Uhr, haben
die nichts anderes zu tun?) Er kommt wie ein rammendes Kriegsschiff in
voller Fahrt auf mich zu. Tutend. Wir natürlich sofort abgedreht, Doch
das reicht dehnen nicht. Sie Wollen uns abdrängen bis zu der Tonne ca 1
sm in Lee. Ade schöne erkämpfte Höhe. Dann endlich Funkkontakt. Ich
kassier meinen Anschiß, entschuldige mich und werde dann noch deutlich
einige Meilen begleitet, damit ich ja nicht wieder versuche abzukürzen.

Nach 20 Stunden kämpfen auf der Nordsee, übermüdet, erschöpft und
frierend kommt das gut. Am Ende gehts mit einlaufendem Strom in den
wenig schmucklosen Inselhafen auf Borkum. Dort aber empfängt uns ein
sehr nettes Hafenmeisterehepaar. das tut gut. Nun nur noch etwas in den
Bauch und ab in die Koje. Also Axel und ich. Gotthard, mehr
unternehmungslustig als müde, nimmt den Bus in die Stadt (ca 7km). Werde
mir dann seine Bilder anschauen um zu wissen ob mir Borkum gefällt.
Klar gefällt mir Borkum. hat die Insel doch nen sicheren Hafen und ne
warme Dusche.