Samstag, 5. August 2017

Pause in Kristianopel




Abendstimmung  nach einem Gewitter in Kristianopel

Erinnerungen an die letzten Jahre werden wach. Immer um die selbe Zeit lass ich mich in Kristianopel einwehen. Es weht aus West bis Südwest mit 6. Da will man nicht raus und gegenan kämpfen. Da warte ich lieber einige Tage in diesem Hafen, wo es die letzten Jahre auch immer gemütlich war. Auch diesmal sammeln sich einige deutsche Boote und Dänen und warten. Neben uns liegt die Kleine Brise von Uwe.
Ausgebaumt geht es schnell voran.

Uwe und Doro haben wir in Ringsön kennengelernt. Inzwischen ist Doro nach Hause und wieder arbeiten, während Uwe als Einhandsegler das Boot zurück segelt. (www.kleinekreuzfahrt.de).
Begegnungen gab es reichlich in den letzen Tagen. Über Nynäshamn sind wir zum Ankern nach Ringsön gesegelt. Rauschende Fahrt mit ausgebaumter Genua und Sonnenschein.
Dann nach Arkösund. Dort hatten wir eine Verabredung mit einer Deutschschwedin (die Mutter war Schwedin, der Vater Deutscher), die dort die Sommermonate in einem Haus auf der Schäre überm Hafen verbringt, das ihr schwedischer Grossvater 1907 schon gekauft hat- " So ein Haus kann man nur vererbt bekommen, das kann man nicht kaufen". Es haben schon einige versucht ihr das Haus abzukaufen. Einen eigenen Anleger hat sie auch und wir sollen doch dort das nächste Mal anlegen. Frau S., vlt um die 75, haben wir letztes Jahr kennengelernt, als sie uns hat deutschreden hören und einfach angesprochen hat. Wenn wir mal wieder dort sind, sollen wir doch einfach vorbei kommen. Auf der Hinreise haben wir uns knapp verpasst, aber nun haben wir einen sehr netten Abend mit unsagbarem Ausblick. Am Ende gibt es noch selbstgebackene Schwarzwälder Kirschtorte, denn sie ist im Winter in Lörrach zu Hause.
Wir sind eingeladen. Geniesen den Abend über dem Arkösund

Blick über den Arkösund.

Morgens im Hafen treffen wir noch Georg und Carola mit ihrer Twintrina. Georg kennt meine Schärenfilme und das sei der Grund, warum sie nun hier das erste Mal sind. Er freut sich nun die Slisand mal live zu sehen. Der Zufall wollte es, dass Carola Susanne vor dem Hafengebäude vor die Füße stolperte und aus diesem erst englischen Gespräch schnell der Zusammenhang zur Slisand hergestellt wurde. Ich mag diese Zufälle auf den Reisen.
Von Arkösund segeln wir bei schwierigem Wind, teils von vorne, teils recht böig, nach Süden. Wir wollen uns eine kleine Bucht bei Väggö ansehen. Doch durch hohe Felsen und Bäume ist sie doch recht dunkel und auch schon so gut besucht, dass wir einige Meilen weiter wieder in die Bucht vor Anker gehen, wo wir nach unserem Steinkontakt an eine SXK Boje gingen. Damals fast allein, nur der Steg im Scheitel der Bucht von Häskö war damals voll. Nun ist die Bucht gefüllt mit Booten. Dennoch ist es leicht einen Platz zu finden. Seit die Fischzucht nicht mehr, wie in der Karte angegeben, mitten in der Bucht liegt kann man auf 8m überall ankern. Wir fahren mit dem Dinghy an Land. Ein Warmwasser Badebottich und eine Sauna kann man hier buchen. Dazu gibt es ein kleines Cafe und vor allem eine Fischräucherei. Wir sehen wie gerade einige frisch geräuchert aus dem Ofen kommt. Wir warten und gönnen uns einen großen Hering. (ich hoffe es ist das, denn die schwedischen Namen sind uns nicht immer ganz klar). Er schmeckt vorzüglich. Noch leicht warm.
Da draußen liegen wir. Bucht vor Haskö

Ein Bad gefällig. In Haskö ist es möglich

Abendstimmung vor Haskö
Frisch aus dem Ofen. Der vorne wird unser

Haskö


Wir wollen weiter, denn die Aussichten der nächsten Tage sind nicht so toll. Starker Südwind, da muss man den West nutzen. Er dreht aber im Laufe des Tages auf Südwest und als wir in Höhe Bokö raus ins freie Wasser müssen, steht eine unangenehme See. Wir beschliesen uns westlich von Bokö vor Anker zu legen. Ist eine beliebte und geschützte Bucht.
An Land ist Musik während wir einlaufen. Später erfahren wir, dass das alle 2 Jahre stattfindende Inselfest heute ist. Leider kommen wir etwas zu spät. Der Kuchen im Cafe ist schon verkauft und die Musik hat auch schon aufgehört. Dennoch ist viel los auf der Insel und wir reden mit einigen Einheimischen. Nur wenige wohnen das ganze Jahr hier. Die meisten kommen aus Stockholm, meist im Rentenalter und verbringen 9 Monate auf der Insel.
Etwas Musik gib es noch am Steg, als die Besucher auf ihr Fähre zurück nach Fyrudden warten, als 2 Herren  noch mit schwedischen Liedern die Wartenden unterhalten. Fast hätten sie vergessen selbst noch einzusteigen.
Musik in Bokö

Picknik überall auf Bokö

Bokö


In der Bucht ist inzwischen ein kleines deutsches 22 ft Boot, die Sleipnir,  angekommen. Manfred und Gertrud aus Bamberg segeln hier nun das 2. Jahr mit dem trailbaren Boot, das sie in Blankaholmen, südlich von Västervik, auch im Winter stehen lassen. "Für den kleinen fränkische Tümpel unseres Segelclubes ist das Boot einfach zu groß".
Vor Anker in Bokö

Wir finden Blaubeeren


Torrö

Torröbucht. allein am Felsen

Es ist Sonntag und wir wollen es etwas ruhiger und außerdem wollen wir unsere Blaubeerbucht nicht auslassen. So fahren wir nur 5sm weiter und gehen, da der Ankerplatz noch voll ist, an den Felsen. Später verlassen alle Ankerlieger die Bucht vonTorrö und wir sind fast den ganzen Nachmittag allein in der Bucht. Nach langem Suchen finden wir einige Blaubeeren. Im Kampf gegen die Mücken ernten wir genug für 2 stattliche Pfannkuchen. Abends kommt der angekündigte Regen. Ab nun ist der Sommer vorbei. Immer wieder wird es in den folgenden Tagen etwas Regen geben. Dafür ist das Meer warm. Das Reinspringen kostet nun kaum mehr Überwindung.
Mit dem Regen kommt der Wind kräftig aus Südwest. Nachts dreht er auf West und gibt uns die Chance unter Segel die 23 Meilen bis Västervik fast nur unter Segel zurückzulegen.
Enge Durchfahrt auf dem Weg nach Süden

Västervik

Wir sind mit Maik von der Porisa verabredet. Er wird am nächsten Tag sein Boot für die Weiterfahrt seinem Vater übergeben und mit dem Auto wieder zurückfahren. Wir freuen uns sehr über das Wiedersehen. Zuletztet hatten wir uns in Stockholm gesehen. Ein Treffen in den Alands hat nicht hingehauen und das Treffen in Västervik war nun auch schon recht knapp. Desto mehr freuen wir uns und vernichten die restlichen Alkoholbestände, die sein Vater wohl nicht mehr spazieren fahren soll. Später kommen noch Manfred und Gertrud dazu um den Sundowner mit uns auf dem Vorschiff zu genießen.
Am Morgen regnet es und der Wind ist eher schwach. In der Ausfahrt kommt uns noch die Twintrina entgegen und winkt und freut sich heftig. Leider knapp verpasst. Wir motoren in eine Bucht mit einer SXK Boje. Die haben wir letztes Jahr entdeckt. Damals lag da schon ein Boot, ansonsten war die Bucht leer. Dieses Jahr ist die Boje frei und die Bucht leer. Nur 2 sm vom Hauptfahrwasser weg.
Leider drückt uns die Windvorhersage für die nächsten Tage. Gegen Ende der Woche brauchen wir einen netten und geschützten Platz. Wohin wollen wir, wo halten wir es gut aus?
In Cafe von Kristianopel gönnen wir uns ab und an was

Kristianopel

Kristianopel


Wir wollen anch Kristianopel. Nur das an einem Tag schaffen ist bei dem angesagten Wind zu viel. Fast 90 sm. Wir beschliessen nach dem Mittagessen  nochmal die Leinen los zu machen und die Windstille zu nutzen um nach Figeholmen zu fahren. Durch das Binnenfahrwasser ein echtes Adenalin Abenteuer, mehr als 2m Tiefgang sollte man hier nicht haben. (Siehe Motorbootbild unten). Und Gegenverkehr ist auch nicht angebracht. Doch wir sind gegen Abend unterwegs und allein. Um kurz nach 20 Uhr machen wir müde unsere Leinen im idyllischen Ort Figeholmen fest. Schade, dass wir nicht bleiben können.
Würden wir nur einen Tag hier verbringen ist der Westwind in einen Südwest übergegangen und wir hängen fest. Also um 6 Uhr morgens Leinen los, Segel hoch und mit Rumpfgeschwindigkeit den Kalmarsund nach Süden. Später nimmt der Wind noch etwas zu, wechselt auch mal nach SW. Ein Reff hilft da. Mit nur einem Kreuzschlag segeln wir unter der Brücke hindurch. Doch der Wind wird stärker und dreht komplett nach Südwest. Wir nehmen Kalmar als Hafen an und sind froh drum. Fast 55sm sind auch nicht wenig. Ohne Windfahne ist die Slisand am Ruder doch recht anstrengend. Fast alles selbst gesteuert.

Später kommt Uwe mit der Kleinen Brise in den Hafen und legt sich fast neben uns. Er hatte es von Sandvik auf Öland nicht ganz so entspannt heute. Unzählige Kreuzschläge.
Am nächsten Morgen geht es wieder früh los, denn der flaue Wind wird im Lauf des Tages zunehmen und von SE über Süd auf SW drehen. Wir wollen die 27sm anch Kristianopel ohne kreuzen schaffen. Anfangs segeln wir hoch am Wind. Es macht Spass so früh unterwegs zu sein. Als dann der Wind von vorne kommt will ich nicht kreuzen. Diesmal bringt uns der Diesel nach Süden und Kristianopel.
Uwe liegt nun neben uns und gemeinsam warten wir hier, studieren regelmäßig alles an Wetter und Windvorhersagen, kochen gemeinsam und machen mal Pause. Seit Hankö habe ich nur einen Pausentag gehabt. Ich merke es. Auch ein Urlauber braucht mal Urlaub vom Urlaub.

Hoch und trocken. Wer Tonnen Schnippeln will, sollte die Karten genau anschauen.

Montag, 24. Juli 2017

Auf nach Süden



Der Bug zeigt nach Süden. Der Wind kommt von hinten. Stark genug um zwischen 4 und 5 kn zu segeln. Manchmal ist die Fock auf der Luvseite ausgebaumt. Nachteil: die Sonne findet ihren Weg nicht ins Cockpit und es wird irgendwann richtig kalt. Vorne auf dem Bug sitzen geht nicht, weil die vielen kleinen Inseln und Steine am Wegesrand doch einer erhöhte Aufmerksamkeit erfordern und so kann ich micht nicht vorne faul in die Sonne legen.
Kurs Süd. Aber erst seit wir auf Arholma wieder schwedischen Boden betreten haben und die Zeit wieder auf unsere Zeit umgestellt haben.
Ab Sandvik, wo wir uns einen Pausentag gegönnt und dann von der Wiking verabschiedet haben, segeln wir durch einen Kurs durch unbetonntes Fahrwasser um die Südspitze der Hauptinsel der Alands herum. Es sind ganz wenige hier querfeldein unterwegs. Mit Kartenplotter und Verstand geht das aber ganz gut.
Kaum queren wir das dann das Hauptfahrwasser sind auch die großen Fähren und die anderen Segler wieder da.
Rödhamn der nette Anleger südlich von Mariehamn ist für viele der Absprung – und Ankunftshafen zu Schweden. Ab hier sind es nur etwas über 30sm.
In Rödhamn vor Anker

Rödhamn Cafe
Wir liegen vor Anker, die Steganlage ist gut besucht und geschäftig. Mit dem Dinghy fahren wir an Land. Eine wunderbare gemütliche Insel.
Vor uns im Ankerfeld liegt sich ein junger Deutscher Einhandsegler mit seiner Elena. War diesen Sommer ganz oben in Ostsee. Er hat einen Sommer Auszeit genommen um seine Physikdoktorarbeit zu schreiben. Während dem Segeln. Die Windfahne steuert. Auf dem Boot schafft er in 3 Stunden das, was er am ganzen Tag im Institut hinbekommt, meint er.
Der Wind gehorcht leider nicht der Vorhersage und  weht nur recht schwach am Samstag, als wir nach Schweden aufbrechen. Wir fahren dennoch unter Segel und Motorunterstützung rüber nach Westen. Die Sonne scheint und es ist ein wunderbarer Tag, mal nur gerade aus zu fahren. Dösen, träumen und lesen. Das geht im Schärengewirr sonst nicht.
In Arholma liegt schon die Kira mit Edi und Petra. Wir haben uns verabredet, als wir merkten dass sich unsere Kurs kreuzen. Wir kennen uns vom letzten Jahr. Edi hat seine HR42 in Malaysia gekauft und zurück nach Hamburg gesegelt. Ich hatte mich damals auf seine Crewsuchanzeige gemeldet. Am Ende hat es wegen divereser Termine nicht geklappt. Aber als wir hier in einer Sauna zusammen sitzen und er von seiner Überführung aus Malaysia erzählt fällt bei mir der Groschen.
Arholma

Grillen auf der Kira

Arholma Kirche und Windmühle
Nun sitzen wir gemütlich auf dem alten Boot und grillen. Aber nicht ohne vorher noch die Sauna genutzt zu haben. Die Bucht und auch der Steg in Arholma ist inzwischen voll. Es ist Hochsaison. Hier merkt man das noch mehr als in Finnland und den Alands.
Am Morgen segelt die Kira zu den Alands und unser Bug geht nach Süd.
Wir haben noch 6 Wochen Zeit um wieder nach Hause zu kommen. Mehr Zeit als viele überhaut Zeit haben am Stück Urlaub zu machen. Dennoch ist die Endlichkeit dieses Sommer schon zu spüren. Es wird wieder früher dunkel, also richtig dunkel. Nur die Wassertemperatur geht etwas richtig Sommer. Wir haben viel Sonne, ab und an mal Wolken, aber selten, sehr selten Regen. Und wenn sind es geringe Mengen, die schnell wieder im Gedächtnis verdampfen. Nur kühl ist es. Dauergesprächsthema hier oben diese Sommer..

In einer Bucht östlich von Möja ankern wir vor einer Sauna. Zwischen 17 und 19 Uhr ist diese ohne Vorbuchung für alle geöffnet. Wir kommen perfekt an. Zur Abkühlung in die Ostsee.
Enge Fahrwasser

Durch enge Fahrwasser und selbst abgesteckte Wege segeln wir weiter nach Süden. Als Viveca Sten Krimileserin will Susanne noch unbedingt den Hauptschauplatz  besuchen. Sandhamn. Ich war schon einige Male hietr. Meist kurz nach Mittsommer. Ich fand es damals schon immer gut besucht, doch was wir diesmal erleben ist mehr als man sich vorstellen kann. Rummel wie am Weihnachtsmarkt , Boote alle Größen kreisen und warten, legen ab und an. Auf den Stegen junge Leute  von der Marina die Funkgeräten und Winken das Chaos versuchen zu beherrschen. Wir haben Glück und werden gleich auf einen Platz gewunken.
Krimifans kennen die Brandsche Villa

Sandhamn

Lunchtime in Sandhamn

Sandhamn


teures Lunch in Sandhamn

Glück, denn wie ich später vom Nachbarn erfahre hat er 1,5Std auf einen Platz gewartet.
Nach einem Spaziergang, einem einfachen, aber sehr teurerem Lunch (Baguette mit Fisch) und einer Dusche haben wir auch schon genug.
Die Warteschlange auf unseren Platz ist gross. Ein in Erinnerung bleibendes Chaos. Brauch ich aber nicht wieder.
wartende in Sandhamn
Dafür nun vor Anker mit 3 anderen Booten in einem Inselgewirr der Außenschären. Biskopsön heisst die Hauptinsel. Hier war ich letztes Jahr mit Carsten und Conny am Felsen gelegen und hab wunderbare Erinnerungen. Man ist zu zwar nicht allein, aber es verläuft sich, denn es gibt unzählige Möglichkeiten zu liegen. Die Schweden liegen ja hauptsächlich am Felsen und meist in Gesellschaft, wir lieber frei und alleine. Für alle ist hier was dabei.
Anker bei Möja

Brotbackzeit.

Es ist kalt und so geht der Brotteig im Schlafsack mit Bettflasche
Der Wind pfeifft im Rigg aus Nordost. Das soll noch ein paar Tage  so bleiben. Wir werden somit noch etwas weiter nach Süden vordringen, dort wo die schlechten Wetterwolken hängen. Doch dann kommt auch wieder Gegenwind und dann lassen wir uns wieder mehr Zeit mit dem segeln nach Süden.

Donnerstag, 20. Juli 2017

Einmal Finnland und zurück


Nebelschwaden zeihen über die Schären


Als ich ganz früh am Morgen zur Dusche gehe strahlt der Himmel im milchigen Blau. Die Sonne ist schon wieder seit Stunden am scheinen. Der Wind ist eher still. Als ich wieder zum Boot lauf ziehen die ersten Nebelschwaden durch den Hafen. Nicht einladend.
Wir wollen heute mindestens 35sm machen. Es soll die nächsten Tage kräftigen Wind geben und wir haben einen Termin. Dann lieber mit schwachen Wind weiter. Doch nun das. Die Inseln in vielleicht 2 sm sind schon nicht mehr zu sehen, aber die Sonne über mir. Kann wohl so schlimm nicht werden. Nach dem Frühstück wagen wir es. Die Nebelschwaden sind nicht dicht und lösen sich immer wieder auf. Ich mach den Radar an und mit Hilfe des Kartenplotters wagen wir uns raus. Schon bald können wir Segel setzen und gemütlich am Wind nach Südosten segeln. Wir waren in Lappo und nun geht es südlich um Korpo herum nach Finnland. Wir haben die Alands verlassen. Immerwieder ziehen Nebenfelder umher. 
Dann wird es dicht


Sicht ist minimal

Und dann kommen sie dick, die Sicht geht runter auf 200m. Leise vom Wind geschoben schleichen wir vorwärts. Keine Geräusche. Der Blick fest auf den Radar gerichtet. „Da...!“ das sind wohl andere Segler. Ich gebe ein Hornsignal. Keine Antwort. Nachja... Ich sehe sie. Die anderen Echos habe ich schon zu geordet. Tonnen und kleine Schären. Ich ändere   etwas den Kurs, damit wir nicht gleichzeitig an der Tonne ankommen. Ein paar Bootslängen neben uns tauchen dann 2 Segler auf. Ohne Radar. Ich bin froh ihn zu haben.
1 Stunde später ist der Spuk vorbei. Blauer Himmel und Sonne, als ob nichts gewesen wäre. Die erste Inselgruppe, ein Mögliches Ziel, lassen wir hinter uns. Der Wind schiebt uns so schön voran. 
zwei glückliche am Lagerfeuer


Stenskär

Digeridoo zum Sundowner


Stenskär

Stenskär hat mir ein Finne als Tipp mitgegeben. An den beiden Stegen ist es schon gut gefüllt. Ein Fels an der Schäre Birsskär bietet sich an. Reinhard will an den Fels. Ich lass mich überreden und fahre ganz langsam an den Fels. Sieht gut aus. Sogar Ringe im Felsen. Wir sind nicht ersten hier. Aber für heute. Und das bleiben wir auch. Abends sitzen wir auf dem erhöhten Fels und machen in unserer Feuerschale ein kleines Feuer. Und sitzen bis nach Mitternacht. Es wird ja kaum dunkel. Nur kalt. Ja die Kälte ist dieses Jahr das Hauptthema. Finnen er zählen, es sei der kälteste Sommer seit 100 Jahren. Sie würden in in ihren Skisachen zum Segeln gehen. 
Fisch gab es hier im kleinen Laden in Stenskär

Der Laden in Stenskär ist im alten Bootshaus

Von Stenskär segeln wir weiter in die Inselwelt Kasnäs. Auf der Insel Nämanön finden wir eine sehr geschützte Ankerbucht. Wir fühlen uns sicher in der Bucht und so kann der nächste Tag mit seinem starken Wind kommen. Wir sind nicht allein dort. Beim Einfahren begrüßt uns eine deutsche kleine Yacht. Sie erkennen die Slisand. Ich lade sie an Bord ein. Max und sein Freund unterwegs mit der Novia, einer Albin Vega machen die Ostseerunde. Kommen gerade aus Hanko, wo sie mehrere Tage festlagen.
Vor Anker

Am nächsten Tag bläßt es gut aus West. Nur unter Fock segeln wir durch enge Fahrwässer und kleinen offenen Seestücken dazwischen nach Osten. Wir wollen noch nicht nach Hanko. Wir suchen uns einen Ankerplatz im Västanfjärd. Bredviken. Vom vielen Lehm in der Bucht ist das Wasser türkis und trüb. Hinter dem vielen und hohen Schilf sieht man Häuser und einige Anleger die wohl nur durch das Schilf zu erreichen sind.
Am morgen kommt ein Boot auf uns zu. Ich sehe den fragenden Blick. „Darf ich...?“. Ich winke ihn heran. Ein Fischer kommt längseits um etwas zu ratschen. Er erzählt, dass hier nur einige dauerhaft hier wohnen. Nein, er hat gerade keinen Fisch. Es gibt nicht mehr viel Fisch hier. Zuviele haben eine Lizenz. Und wir hatten schon Hoffnung wir könnten was Schönes von ihm kaufen. Er will uns in sein Haus einladen. Da wir aber feste Termine in Hanko haben müssen wir leider ablehnen. Wäre bestimmt interessant geworden. „Warum wir hier alleine geblieben sind, ob wohl die Bucht so schön und geschützt ist?“ „Zuviele Marinas. Die Leute wollen ein Restaurant und eine Dusche“.
Es fällt wirklich auf. Es sind sehr viele Boote unterwegs hier und die Anleger sind jetzt zur Urlaubszeit brechend voll, aber die wunderbaren Ankerplätze teilen wir, wenn überhaupt mit sehr wenigen anderen Booten.
Bredviken

Hanko, eine Stadt mit großem und gut besuchtem Hafen. Ein Kommen und Gehen sowohl an Land wie zu Wasser. Wir gönnen uns eine ausgiebige Dusche mit Sauna und ein Abendessen mit Hafenblick. Livemusik in diveresen Lokalen. Es ist Samstag und einiges los.
Reinhard und Walter fahren am Sonntag mit dem Zug nach Helsinki. Kleiner Fussmarsch von 15 min bis zum Bahnhof. Endhaltestelle einer kleinen Regionalbahn. Nichts los. Ein Gleis, ein Wartehäuschen und ein verschlossenes karges Bahnhofgebäude. Gäbe eine gute Filmkulisse ab.
Ich mache Klarschiff und kaufe ein und am Nachmittag kommt pünktlich Susanne über Helsinki wieder an Bord. Wir machen uns noch auf den Weg. Der Umkehrpunkt der Reise ist erreicht. Der Wind steht günstig, soll am nächsten Tag aber drehen. 
Hankö, Endstation

Der  Hafen in Hankö

Wir segeln in den Abend und werfen gegen 21 Uhr den Anker wieder in der Bucht auf der Insel Nämanön. Am morgen können wir den letzten Südwesten nutzen und segeln hoch am Wind bis Gullkrona. Ab da geht der Kurs nach Westen. Dahin hat inzwischen der Wind gedreht.
Gullkrona war 2008 eine gut besuchte und viel beworbene Schäre mit Cafe und kleinen Inselgeschäften und Fischräucherei. Ich habe von einigen schon gehört, dass die alles wohl geschlossen ist, seit der Inhaber erkrankt ist. Keine wusste es genau. Also motoren wir durch die geschützte Bucht von Gullkrona. Die Stege sind leer, z.Teil sogar mit Stacheldraht abgesprerrt und ein „Closed“ prangt an den verschiedenen Schildern. Ein Mann am Ufer gibt eindeutige Zeichen.
Egal, wir wollten eh nur mal sehen. 





Brannskär, ein Tipp von Christian Irrgang in seinem neuen Buch „Ostseemenschen“ liegt nur 3 sm weiter. Es ist Mittagszeit und der Steg ist fast leer.
Es wirklich sehr schön da. Wir sollen Simon, einer der neuen Bewohner dieser Insel und im Buch portraitiert fragen, ob er das Buch bekommen hat.
„Nein, Simon ist nicht da. Es ist für ein paar Tage segeln gegangen. Das Buch?. Keine Ahnung ob er das hat.“ Egal, wir kommen auf diese weise auch an ein nettes Gespräch und lassen uns noch ein Stück Kuchen und später auch noch geräuchten Lachs schmecken.


Doch dann ist es mit der Idylle vorbei. Innerhalb einer Stunde ist der Steg voll. Eine schwedische Flottilie legt an. 7 Boote. Alle größer als wir und wir mittendrin. Da muss ich nicht lange überlegen. Das will ich nicht. Wir brechen nach nur 2 Stunden wieder auf. Schade, ist eine Insel zum Bleiben, aber nicht wenn Horden von Booten hier Party machen wollen.
Nur 6sm weiter finden wir eine Bucht für uns. Tolle Bucht, wieder allein. Nach meinem Geschmack. Südlich von Nagu der großen Insel im Turku Archipel. Die Insel Ängsö bildet eine wunderbare Bucht aus. Warum da keiner reinfährt?


Am nächsten Morgen kräftiger West. Wir wollen etwas segeln und segeln im Sund zwischen Nagu und Korpo  nach Norden. Ich habe in meinem alten Logbuch ein Hafen gefunden, der mir damals sehr gut gefiel. Insbesonders die Sauna mit tollen Ausblick. Vekan. Der Hauptort auf Korpo. Schon Mittags gut besucht, mit riesigen Motorjachten verunstaltet der Hafen, drehen wir nur eine kurze Runde und fahren nur 1,5sm weiter durch ein kleines Inselgewirr zu einem Ankerplatz. Ich kanns kaum glauben. Wieder allein. Und wir bleiben es auch. Man kann doch in der Saison noch seine Ruhe finden.
Am nächsten Tag sind wir mit der Wiking, die ich in Lappo verabschiedet habe verabredet. Der Wind ist kräftig, ich ziehe die kleine Fock hoch und wir können am Wind nach Kokär im Süden der Alands segeln. Die Wiking hat es etwas weniger weit. Kommen von der Jungfruskär.
Sandvik die Bucht im Norden der großen Inselgemeinde Kokär hat einen Steg mit Cafe und Laden. Sehr schön gelegen und gut geschützt. Deswegen ist der Steg schon am frühen nachmittag voll. Wir legen uns vor Anker zu einigen anderen, die Wiking kommt kurz darauf.
Bis spät abends wird am Steg das letzte an Platz noch irgendwie besetzt. Einige gehen dann doch vor Anker um morgens um 9 schon den Anker zu lichten und flugs den freien Platz am Steg einzunehmen. Wir haben Hafenkino in Vollendung.
Sandvik auf Kokär

Wir bleiben. Der Wind soll erst am nächsten Tag nach Nord drehen und für uns gut passen. Mit Reiner und Sabine von der Wiking machen wir eine Radltour. Karlby, der Hauptort hier hat auch einen kleine Hafen. Da war ich letztes Jahr schon. Die Einfahrt ist etwas tricky aber man liegt gut da. Nur ist es halt eng und man kann nicht Ankern. Und das ist mir gerade wichtig, wo die Stege doch gut gefüllt sind.
Am Ende erwischt uns noch ein Regenschauer und ich mache noch ein kurzes Bad. Ich hab vor lauter „nicht nass werden wollen“, das Schauchboot nachlässig fest gemacht. Also ausziehen und dem Schlauchboot hinterher schwimmen. 
Sonnenuntergang in Stenskär