Montag, 5. August 2013

Don´t go to Bangor!!


Letzen Freitag, der abendliche Pubbesuch. Ich bestelle mein Lieblingsbier und sage "Smithwicks", da kommt von der Seite die Korrektur einer Frau." Smiticks" das W spricht man nicht.... Ich versuchs ein paarmal, dass es so klingt wie es klingen soll, mach mich etwas , absichtlich, zum Affen und wir lachen. Neben ihr sitzt Brian. Aus Derry, nicht Londonderry, wie ich versehentlich nachfrage, nein Derry. Das ist hier wichtig, wenn man den irischen Gedanken unterstützt. Die beiden sehen sich nur alle Jahre mal und trinken einige Biere zusammen. Einige haben sie wohl schon. Sie ist gut zu verstehen und er nur etwas mit Mühe.
Es folgt die übliche Frage nach dem "Wohin" und ich meine nur Bangor, die grosse Marina vor Belfast. Ein entsetzter Blick, "Why?", ich erkläre meine Absicht von dort Belfast zu besuchen und er nur:"Don´t go to Bangor". So ganz verstehe ich dann nicht, richtig begründet wird es nicht. Nur, dass wir statt Belfast doch bitte Derry besuchen sollen, das Intern.Folkmusicfestival sei am nächsten Wochenende. Ok, kann man ja mal ins Auge fassen. Leider muessen die beiden dann zur letzten Fähre rüber nach Strangford, aber nicht ohne uns noch die "geilste, urigste Kneipe der Stadt" zu zeigen. Sie ist kaum größer als mein Wohnzimmer. Eine Hälfte gehört dem Wirt, die Anderen 10qm teilen sich 5 Gäste. Jeder für sich ein Unikat, leider fast unverständlich. Ob Dialekt oder Alkohol. Alles möglich.
Sie erzählen noch vom tollen Pub in Killyleagh und einer Livemusicsession am nächsten Abend. Ob sie kommt, hängt etwas vom "hangover morgenfrüh ab, meint sie und hastet los, denn nur noch 2 Minuten bis zu letzen Fähre. Brian hatte nicht so gute Nerven und war schon einige Minuten vorher verschwunden, mit dem letzten Satz:...Don´t go to....
Wir wollen eh noch einen Tag den Strangford Lough erkunden und segeln mal einfach kreuz und quer am nächsten Tag um dann am Nachmittag an eine Muring vor Killyleagh zu gehen. (es ist die selbe an der ich schon hing). Es windet ganz gut und wir packen unsere Regenhosen ein um bei der Dinghyfahrt nicht so naß zu werden. Nehmen nochmal ein Lunch (ich) und Cream Teas (Nicole) im Picknick ein. Ein Regenschauer bringt uns dann ins Pub neben an.Dufferin Arms. Eine Kneipe mit vielen kleinen Räumen. Hier soll abends die Session steigen Jetzt ist auch schon einiges los.Wir gönnen uns ein Bier.
Doch dann wir wollen noch etwas ausruhen und wollen an Bord. Inzwischen ist noch mehr Wind auf der Reede und wir werden bis auf die Knochen naß. Kleines Schlauchboot und hohe Wellen gegen den Wind. Da kann man auch sich gleich mit dem Eimmer das Wasser ins Gesicht spritzen. Dumm von uns, nur die Ölhosen eingepackt zu haben. Niewieder!!!
Gegen Abend kommt noch die LillyMy mit Merle und Elias dazu und es wird schon schwierig die beiden mit dem Dinghy einigermaßen trocken auf die Slisand zu holen. An das Pub und die Session ist nicht mehr zu denken. Macht nichts,  auch hier im Petroleumlicht ist es schön und gemütlich.
Am nächsten Tag genau getimed gehts los, denn die Ausfahrt aus dem Strangford Lough muss genau zur richtigen Zeit erfolgen, insbesondere wenn Wind auf die Einfahrt steht. Wir sind genau zu HW am Ausgang und haben wenig Probleme. Der Wind ist auch gerade sehr gnädig und hat nur 3-4 BF.
Wir segeln vor dem Wind nach Norden. Gegen Ende muss der Motor noch helfen um termingerecht im Donaghadee Sound zu sein. Jede Menge Races sind da in der Karte. Ich will da zu Stillwasser sein und deswegen muss der Motor schieben. Wir kommen etwa 30min zu spät, aber es es geht noch gut, trotz schon 3kn Gegenstrom. Es schauckelt recht kräftig. Hat doch der Wind wieder zugenommen und steht dagegen.
Also mit gemütlich in den Tag hineinsegeln ist hier nicht. Abfahrtszeiten und Zielzeiten müssen stimmen.
Vor Bangor können wir nochmal alles Segel hochziehen und segeln in die Abendsonne und Bangor leuchte schön im Abendlicht.
Bangor, eine geschäftige Stadt, mit ca 60 T Einwohner und einer großen Marina liegt etwa 20km Nordöstlich von Belfast und hat ne Bahnverbindung direkt in die Hauptstadt Nordirlands.
Die Seepromenade ist sehr auffällig und schön. Nette Reihenhäuser im Engl Stil reihen sich bunt aneinander. Very Britisch wie wir merken.
Abends noch in ein Pub. Eine lokale Band feiert die alten Crunch und Punkzeiten und jeder tanz und singt mit. Nur etwas laut, aber sonst die volle Stimmung.
Den Sundowner (etwas zu spät) nehmen wir dann im Boot ein und singen den neugetexteten Blues.
"don´t go to bangor!!" Why?its lovley!

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