Sonntag, 5. November 2017

Meine Ostschären

Ich durfte ja auf dem Ostseeseminar von Sönke Röver am Rande der Hanseboot 2017 über meine Ostseereisen erzählen. Leider hat die Zeit nicht gereicht und meine Lieblingsgegend, die Ostküste Schwedens, kam am Ende zu kurz.
Deswegen will ich hier in loser Folge einige Buchten und kleine Häfen als Tipp einstellen. So zu sagen als Ergänzung zu meinem Vortrag.
Es wird sie auch später als PDF zum downloaden geben. Nun erst einmal ein Vorgeschmack.
(Bilder werden durch anlicken vergrößert)


Harstena

Bucht oder Steg
Pos:  58°15,4N 017°00,2 E
 In der Saison stark besuchte Insel (Fähren z.B: aus Arkösund).
Idyllische Siedlung mit den typischen Skandinavienhäusern, Fischräucherei, Restaurant und Bäckerei am Seerosenteich.
 Der Kaufmann hat nur minimale Auswahl.
Die Ankerbucht liegt ca 2 sm östlich und ist durch eine sehr schmalen Zugang sicher zu erreichen. Man kann dort an die Felsen gehen oder aber frei Ankern. Es sind etwa 20 min Fussweg zur Siedlung.













Idö vor Vestervik

Pos: 57° 42,2 N  16° 45,8 E
kleiner Schärenhafen vor den Toren Vesterviks mit einem guten Restaurant oben auf dem Felsen wo man einen wunderbaren Ausblick hat. Fähre nach Vestervik.








Torrö,  

Schöne geschützte Bucht direkt am Fahrwasser. Außer bei starkem Ostwind nach allen Seiten geschützte Bucht. Man liegt am Felsen oder vor Anker.
Pos: 58°00,7N 016° 47,9 E
Vor Anker oder am Felsen. Auch bei der Einfahrt an Backbord gibt es Felsankerplätze 
Im August gibt es Blaubeeren zu finden.



 
Im Osten geht es zum Hauptfahrwasser. Von dort sollte kein starker Wind kommen.



Stora Grindö

kleine Schäre am Fahrwasser mit Lachsräucherei. Übernachtung glaube ich ist nicht gewünscht.
Pos: 57°53,7N  016° 48,3
Tiefen in der Karte nicht verzeichnet. Vorsicht vor einem Stein (markiert), der in der Karte und auch unter Wasser zu sehen ist. Am Steg 2,2m
Der pensionierte Lehrer aus Stockholm lebt fast das ganze Jahr hier und züchtet nicht weit entfernt die Lachse. Bei Vorbestellung ab 10 Personen betreibt er auch ein Restaurant. Man kann Glück haben und noch dazu bewirtet werden.













Böda auf Öland

Pos: 57°14,4 N   017°04,7E

Kleiner gemütlicher Hafen an der Nordostseite von Öland. Restaurant und bester Räucherfisch direkt am Hafen. Großer WOMO Stellplatz mit denen man die Sanitäranlagen teilt. 








Byxelkrok auf Öland

Pos: 57°19,6N  017°00,2E

In der Saison oft sehr voller Hafen, mit kleinen Verkaufshütten, Verleihrädern und Supermarkt. Restaurant, Fischräucherei. In der Vorsaison aber schön leer.
 




Montag, 25. September 2017

Das letzte Mal

Fast ein Vollmond. Der letzte war noch in Schweden. Abendstimmung in Höruphav
Leichter Morgennebel zieht übers Wasser. Es herbstelt. Der Wind weh leicht von Land. Ich habe gestern Abend doch die richtige Seite der Bucht zum Ankern genommen. Neben mir liegt ein Holzboot. Ist auch schon wach und genießt wohl wie ich allein diese wunderbare Morgenstimmung.
Nach dem Frühstück im taunassen Cockpit, will ich diese Ruhe nicht stören und ziehe den Anker das letzte Mal für dieses Jahr aus dem Grund. Wie oft ich das dieses Jahr getan habe, weiß ich nicht.
Das Großsegel geht hoch, die Genua folgt. Langsam segeln wir aus der Abdeckung. Die Segel füllen sich und wir können Kurs anliegen.
Da hinten im Südosten liegt die weite Ostsee
Im Südosten, an Kalkgrund vorbei, liegt die Ostsee in ihrer Weite im Dunst. Die Sonne glitzert im Wasser. Die Versuchung ist da. Neuer Kurs nochmal raus in die Weite.
Leider bleibt es beim Träumen. Der Wetterbericht für die Woche sieht alles andere als einladend aus.Nein es bleibt beim träumen.
Ich segle nach Süden zu meinem Winterhafen. Noch 1 Stunde,  die viel zu  schnell vergeht. Dann das letzte Mal Segel runter, anlegeklar machen.
Das Anlegen klappt unkompliziert, dann ein Tag lang das Schiff winterfein machen. Segel abschlagen und ausräumen.
Am Ende ist das Boot wieder leer, das Auto wieder voll. Ein Umzug. 2 Mal im Jahr.
Michael kommt und hilft beim Mastlegen. Als wir kranen regnet es leicht. Dann steht das Boot an Land. Die Spuren des Sommers, einige Schrammen der Schären,  sind sichtbar. Etwas Arbeit für den Winter.
Ich schau noch ein letztes Mal ob alles ok ist und fahre nach Hause.


PS: Nach sehr anstrengender Rückfahrt durch viele Staus, wieder im Arbeitsalltag denke ich gerne an den Sommer, der im hohen Norden ein viel besserer war als man in an der deutschen Küste in Erinnerung haben wird. Fast kein Regen, viel Sonne, nur an den Temperaturen hätte man noch arbeiten können. Die Schwedischen und Finnischen Schären sind für mich das Paradies zum Segeln. Viele Buchten, manche sogar in der Hochsaison einsam, keiner kommt und will abkassieren, Leben in der Natur und Begegnungen mit vielen netten, aufgeschlossenen Menschen auf anderen Booten und an Land.