Mittwoch, 27. Mai 2009

Eingeweht



























Der Luftdruckabfall sagt es eigentlich ganz gut. Ein Tief hat uns erwischt. Liege sicher im hafen, wenn auch der Weg an Land etwas naß gworden ist. Die gischt fliegt regelmäßig über die Mole. Der Wasserstand ist um 50cm gestiegen. Dafür scheint die Sonne. Könnte schlimmer sein.

Dienstag, 26. Mai 2009

Endlich los!

Endlich in Kiel angekommen war noch ein kurzer Termin mit dem Motormechaniker zu absolvieren. Er kann mich guten Gewissens lossegeln lassen, meint er. Ich solle mich aber nie 100% nur auf die Maschine verlassen. Er hört nämlich auch einen angehenden Lagerschaden. Bedeutet:Motor muss raus. Im nächsten Winter?
Egal ich will erstmal los. Bin immernoch am Überlegen, ob ich Freitag abend noch los soll. Ein schwerer Regenschauer und eine Einladung vom Hafenmeister zu einem Bier lassen die Entscheidung leicht werden.
Dafür wache ich Samstag früh auf. Der Himmel ist blau und der Wind hier im Hafen moderat und aus der richtigen Richtung. Lege angesichts der frühen Stunde leise unter Segel ab und bin schnell aus der Kieler Förde hinaus. Draußen steht gut Welle und noch ein strammer 5er Wind. Als leichte Backstagsbrise ideal. Mit fast durchschnittlichen 7 kn geht es Richtung Großer Belt. Kaum andere Segler sind in der frühen Stunde zu sehen. Im großen Belt gehts dann etwas höher an den Wind. Weiter geht es mt 7kn durchs Wasser, nur über Grund sind es fast 3kn weniger. Versuche dicht unter Land den Nehrstrom zu finden. Finde aber nur Windabdeckung und unsteten Wind. Also etwas gerefft, weiter raus und damit leben, dass es halt etwas langsamer vorwärts geht. Kurz vor großen Brücke ist er dann weg. Der Wind und auch der starke Strom. Wäre gerne noch bis Kerteminde heute gesegelt, aber so motore ich die letzen 5 Meilen nach Nyborg. Finde am Kopfende einen Liegplatz längseits. Das ist bei Windstille ein Kinderspiel. fast 80 sm heute. nicht schlecht. Durchs Wasser gemessen.

Auch am anderen Morgen bin ich früh wach. Schnell noch geduscht um munter zu werden, entscheide ich das Frühstück auf See einzunehmen. Nach einigen Meilen gehen die Segel hoch, doch bald wieder runter. Leider ist der Südost doch noch sehr schwach auf der Brust. Durch die Brücke und einige Meilen später reicht der Wind für den Spinacker und 3 -4 Knoten Fahrt. So segle ich bis ich den großen Belt hinter mir habe. Ab Kap Rösnäs denke ich, setze ich die große Genua und segler weiter. Doch nun hat der schwache Wind genug und die See ist spiegelglatt. Also noch eine gute Stunde unter Motor nach Sejerö. Eine nette kleine Insel, die viel zu selten angefahren wird. Im Hafen, noch Vorsaison. Nur die wenigen Längsliegeplätze sind fast belegt. Vielleicht 8-10 Boote. Als dann die Wolken und die Sonne noch eine Abendvorstellung geben, stehen alle mit Kameras auf der Mole und man kommt zum ratschen. Ein Bier noch mit einem Kölner getrunken. Ein Profis was Kamera und Technik angeht. Naja. viel kann er mir da nicht erzählen.


Frühmorgenlicher Aufbruch in Kiel


Leuchturm Kelsnor. Südeingang zum Großen Belt
Starker Gegenstrom (bis 3 kn)im Großen Belt

Raues Segeln am ersten Tag.



Was kommt da? Am Ende war es doch nichts

Kap Rösnäs (Nordausgang Großer Belt)

Segeln wie in Südlichen Gefilden



Ansteuerung von Sejerö

Wenig los in der Vorsaison





Der N-S verlaufende Tiefwasserweg vor der Insel


Abendstimmung auf Sejerö (DK)

Nachts kam dann der Wind, der schon viel früher angesagt war. Und dann auch gleich richtig kräftig. Dachte schon ich werde hier in Sejerö eingeweht. Doch am nächsten Tag war alles weniger schlimm. Endlich mal länger geschlafen und gemütlich gefrühstück. Dann bei NW3-4 an die Spitze der Insel gekreuzt um dann im alten Schwell vor dem Wind zu schaukeln. Mit dem Spi ging es noch am besten. Und das dann den ganzen Tag. Gegen abend wurde es immer weniger. Zu mindest der Wind. Der Schwell ließ den Spi dann am Ende nur noch einfallen, sodass ich mich entschloß bis zum angekündigtem Winddreher auf SE zu motoren. Dieser kam kurz nach Mitternacht. Kurz nach Mitternacht, war ich aber vor Hallands Vaderö, einer kleinen Schäreninsel vor Torekov/Schweden. Auf Grund der guten Erfahrung mit dem Kartenplotter, und einer nicht wirklich schwierigen Einfahrt, traue ich mich nun sogar Nachts in die Ankerbucht einzufahren. Auf 4m fällt der Anker nach über 70sm nachts um kurz vor 1 Uhr. Bin mal gespannt wie es hier am morgen aussieht.
Schlafe lange, stehe aber immerwieder auf um den Anker zu kontrollieren. inzwischen weht es mit 4-5 aus Süd. Der Windgenerator bringt bis zu 3 A. Der Anker hält. Ein 16kg CQR mit 17m 8mm Kette. Da kann man beruhigt schlafen. Der hat mich auch letztes Jahr nicht enttäuscht.
In den Deuschlandnachrichten höre ich morgens von Unwettern über Norddeutschland und das die Gewitterfront weiter nach Norden zieht. Bin etwas beunruhigt. Eigentlich wollte ich doch noch ne Nacht hier bleiben. Am Himmel im Westen sind schon erste Anzeichen einer Front zu sehen. Im Seewetterbericht sagen sie das Gewittertief mit Orkanboen für Mittwochmittag über Nordschweden vorher. Also keine gute Idee zu bleiben.
Denoch denke ich habe ich noch einige Stunden, die ich auf der Insel verbringen will. Also Schlauchboot aufgepumpt und rüber gerudert. An glitschigen Felsen gehe ich an Land und mache mich auf. Doch schon nach 30 Minuten verdunkelt sich der Himmel und erste Tropfen fallen. Also zurück und ankerauf und nach Torekov (ca 2 sm) motort.


Spiwetter fast den ganzen Tag



Rein geht es in die Nacht

Sandhamn, eine Bucht auf Hallands Väderö (Schweden)

Schwierige Anlande-Situation




Einsam liegt die Slisand vor Anker



Torekov. Ein netter kleiner Ort. Im Sommer von Tagesausflüglern und Booten sehr voll, ist nun noch im Frühjahrsschlaf. Vieles ist noch geschlossen. Ein Geldautomat gibt es nicht, Internet gegen Kohle, Ok! Kaum Gastlieger. Das Hafenbüro ist erst ab 15.6 geöffnet. Dort kann man auch mit Karte zahlen, aber nun muss ich zu einem Marinestore. Dort aber nicht. Die Frau kann kein Englisch. Ein Passant hilft mit gebrochenen Englisch und erzählt was vom Supermarkt. Dort bekommt man Geld. Ich also los und tatsächlich.
Nächstes Hinternis. Der Zahlencode zu den Duschen geht nicht. Zurück in den Shop und irgendwie der Dame das Problem klargemacht. Sie mit, auch erfolglos, dann ein Anruf und eine Dame erklärt mir am Telefon in Englisch, sie würde sich dem Problem annehmen. Ich soll es später nochmal probieren. Kurzum. Es hat am Ende geklappt. War etwas mühsam sich mit Torekov anzufreunden. Doch nun geniese ich diesen kleinen Ort. Ratsche mit einem Dänen über Boote und Designs und surfe ausgiebig im Internet. Werde morgen und eventuell übermorgen auch noch hier sein. Naja. Gehört auch dazu. Abwettern.
Inzwischen regnet es und der Wind fängt an. Gut im hafen zu liegen.

Torekov (Schweden)


Gegenüber von Torekov die Insel Hallnds Vaderö
Endlich Internet ;)

Sonntag, 17. Mai 2009

Sasion hat wieder begonnen







Ende April ging es wieder ins Wasser. Als Neuerungen sind ein Windgenerator und eine neue Solarzelle jeweil mit neuem Regler montiert worden. Ansonsten gibt es wenig neues an Bord.

Bei grauem wetter und starkem Wind ging es in Wasser und bei starken Wind wurde der Mast gestellt. Dann kam der Motor dran. Mein Sorgenkind. Schon am Vorabend war ich verwundert über den leeren inneren Kühlkreislauf. Ich hatte da doch Kühlmittel im Herbst eingefüllt.
Aus Ermangelung von Kühlmittel hab ich dann Wasser nachgefüllt. Als ich dann unterm Kran den Motor starten will, schaue ich nochmal in den Wärmetauscher und bin überrascht. Wieder leer.Ok bis zur Box wird es gehen. Also los und schnell angelegt, Motor aus und siehe da. Weißes Öl im Motor und absolute leere in meinem Kopf. Wie kann das denn schon wieder sein?
Nach einigen völlig hilflosen Minuten rufe ich beim deutschen Motorservice an und lasse mir ´ne Telefonnummer einer Werkstatt in Kiel geben. Schaffee s sogar einen termin für den nächsten Tag auszumachen. Von Gelting nach Kiel werde ich es doch auch ohne Motor schaffen.40sm über freies Wasser. 2 Hafenmanöver bekomme ich schon hin. In Kiel wird mir Dirk , der Hafenmeister mit seinem Motorboot helfen und hier in Gelting komme ich auch so raus, wenn der Wind noch dreht. Zur Zeit bläßt er noch recht kräftig direkt in die Einfahrtsrinne.Ich bin aber optimistisch.


Der neue Windgenerator.


Am Morgen dann, leichter Westwind, ideal um aus dem hafen zu segeln. Also nicht lange gefrühstückt sondern los. Essen kann man unterwegs immer noch. Die erste Strecke geht wunderbar, später noch mit Spi. Doch gegen Mittag kommt der vorhergesagte Winddreher und der Wind nimmt rapide ab. danach wird es ein geduldsspiel. 2kn Maximum. Unter normalen Umständen würde der Motor schon die ganz Zeit laufen, aber bei ist segeln wie vor 100 Jahren angesagt. Geduld, Geduld. wenn mal eine Böe einfällt und wir auf 3 kn beschleunigen, kommen schon Hochgefühle auf. Wenn nur nicht der Termin mit Dirk wäre, könnte ich es etwas mehr geniesen. Ich weiss ja nicht wie lange ich den Hafenmeister wach halten kann.

U-Boot vorraus!!Plötzlich war es da. Ich habe es nicht kommen sehen.schon etwas unheimlich
Sehr wenig Wind kurz Kiel

Kurz vor der Kieler Förde treibend verliere ich langsam die Hoffnung, noch bei Tageslicht an zukommen. Ein motorender Segler nimmt mich dann noch auf den Haken für etwa ne halbe Stunde. Ich hatte ihn per Funk angesprochen. Da er aber nicht nach Kiel wollte, lehnte ich ab. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, mich fast bis nach Friedrichsort in der Förde zu schleppen. Eine einfallend Regenböe hat mich die Verbindung dann beenden lassen. Ein großer Dank geht auf die Segelyacht. Für die bereitgelegte Flasche Wein, war er dann nicht mehr nah genug herangekommen.
Mit flauten und Regenböen, schaffte ich es dann kurz vor stockdunkler Nacht und mit Hilfe von Dirk im hafen, noch die letzen Meilen.
Erschöpft nach 14 stunden segeln. 14 Stunden für ne Strecke, die ich sonst in 7-8 mache.
Da liegt sie nun.

Am Nächsten Morgen dann Motorenreperatur. Oder besser. Motorzerlegung. Denn einen Fehler können wir nicht finden.
Ich reise dann auch vorzeitig nach hause und höre erst 10 Tage später, dass der Motor ohne Schadensbefund wieder zusammengebaut wurde und wieder läuft. Zur Freude mischt sich natürlich auch immer, die Angst, es könnte bald wieder weißes Öl geben. Kleine Lecks sind wohl noch vorhanden.
Aber nun steht erstmal der Urlaub an. Ab 22.5 ein Einhand Törn nach Kopenhagen (via Kattegat??)

Freitag, 19. Dezember 2008

PDF Verkleinert

Hab nun das PDF der Reise, auf leichter Kosten der Bilder, verkleinert. nur noch ca 12Mb.

http://modellsegeln.net/slineu.pdf

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Ein pdf

Da das Lesen eines Bloges von anfang an zu beschwerlich ist habe ich nun alles in ein eine lebare Reihenfolge gebracht und als pdf zum download ingestellt. Siehe Linkliste oder direkt hier
http://rc-sailing.net/slineu.pdf
Ist leider 116 mb groß aber es war ja auch ne lange Reise

Mittwoch, 10. September 2008

Wieder daheim

Bei ruhiger See unter Vollzeug gestern nach München gelaufen, nicht ohne vorher bei meinem Vater kurz Anker zu werfen. War ne schnelle Überfahrt, so wie ich es auch von der SLISAND gewohnt bin. Mit dem Auto ein ganz neues, ungewohntes Gefühl.

Auch zu Hause ist alles etwas ungewohnt. Wenn ich an den Wasserhahn gehe, sucht mein Fuß automatisch die Pumpe fürs Wasser. Und im großen Bett ohne Platzbeschränkung und Möglichkeiten sich zu stoßen wache ich querliegend und orientierungslos auf.

Nun die Fragen von allen Seiten, "wie wars?" oder besser: "hast du dir das alles so vorgestellt?"

Komisch, die erste Frage ist schwer zu beantworten, weil einfach soviel passiert ist, so viele neue Eindrücke, so viel Gefühl, rauf und runter. Ich denke, die die hier mitgelesen haben können mir da eher eine Antwort geben. Für alle anderen muss ich noch eine Antwort finden, die in maximal 10 Minuten die letzten 4 Monate zusammenfasst.

Die Frage, ob ich mir das alles so vorgestellt habe, ist nicht leichter.

Was hatte ich eigentlich für Erwartungen? Weiss nicht so recht. Neue Horizonte, neue Menschen, neues Lebensgefühl - frei, selbstbestimmt. Ja, das hat sich alles erfüllt. Ich wollte auch testen, ob ein Leben auf dem Boot dauerhaft möglich wäre. Ja, ganz eindeutig.

Wovor hatte ich am meisten Angst? Vor schlechtem Wetter (es hätte ja dauernd regnen und stürmen können) und davor, dass es zu Streit mit den Mitseglern kommt. Beides war glücklicherweise nicht der Fall.

Und Angst vor einer großen Panne (Mastbruch, Leck usw.) welche die Reise gefährdet hätte. Na ja, es sah ja kurz mal so aus (Motorschaden), war aber nur ein Sturm im Wasserglas und hat eher Positives zur Reise beigetragen. In der Not lernt man schnell Menschen kennen, lernt sich zu helfen und zu organisieren. Und in dem besonderen Fall lernte ich meinen Motor in vielen Details kennen und kann mir nun eher selbst helfen als vorher.

Ja, ich habe diese Reise genossen, habe viele liebe neue Freunde gefunden und viele nette Abende mit ihnen verbracht. Dazu habe ich einzigartige Natur (Schärengarten) und schöne Segelerlebnisse (Segeln durch den weißen Nächte) erlebt. Und viele Erfahrungen mit meinem Schiff gesammelt, das jetzt ein fester Teil von mir geworden ist und zu dem ich großes Vertrauen in allen Situationen habe.

Ich habe alle Termine für die Crewwechsel einhalten können. Dennoch glaube ich, dass ich hier den einzigen organisatorischen Fehler bei dieser Reise gemacht habe. Unterwegs hat mir jemand seine Methode zum Crewwechsel erzählt. Statt wie ich Monate vorher feste Termine und Orte zu vereinbaren, gibt es bei ihm nur entweder oder.

Entweder du willst einen festen Termin und ich sage dir kurz vorher wo ich bin, oder du willst einen Ort zugesagt haben, dann sage ich kurz vorher wann ich da bin. Dadurch kann man besser mit dem Wetter reisen, kann Pannen oder sonstige Aufenthalte freier planen und steht nicht wie ich manchmal unter Druck.

Außerdem würde ich mir beim nächsten Mal glaube ich freie Tage alleine zwischen zwei Crews nehmen und keine wöchentlichen Wechsel mehr einplanen. Das strengt doch an. Gerade hat man sich aneinander gewöhnt, ist schon wieder ein Abschied da. Und Abschied nehmen war bei dieser Reise nicht meine Liebingsbeschäftigung.

Sonntag, 7. September 2008

Endspurt


Da zieht mal wieder was auf.

Im Museumshafen Flensburg...

...liegt auch zur Zeit die Dagmar Aaen

Letzte Meilen in diesem Sommer


Höruphavn

Endstation 2008


Traumsegelwetter heute am letzten Segeltag. Wir segeln noch etwas kreuz und quer in der Flensburger Förde.

Nur mit Simon bin ich letzte Woche von Schleimünde nach Flensburg gesegelt, bei guten Winden, aber regnerischem Wetter. Dort haben wir etwas Stadturlaub gemacht, Schifffahrtsmuseum und Museumshafen waren sehenswert. Abends hatten wir Besuch von Freunden. Am Freitag kamen dann auch Johannes und Heilke wieder an Bord.

Gestern verbrachten wir einen leider viel zu kurzen Segeltag auf dem Weg nach Höruphavn. Das Boot ist einfach zu schnell und die Ostsee manchmal zu klein.

Und heute ist ein so schöner Spätsommertag, dass ich gar nicht darüber nachdenken mag, dass wir später in den letzten Hafen für dieses Jahr einlaufen werden. Doch für morgen ist schon wieder Regen angesagt und so hoffe ich heute alle Segel trocken in ihren Sack zu bekommen. Dann bleiben noch 2 Tage um das Boot winterfein zu machen.

Auch 4 1/2 Monate gehen mal zu Ende. Es war trotz der Aufs und Abs ein ganz toller Segelsommer. Eine Rückschau und auch technische Zusammenfassung gibt es, wenn ich wieder zu Hause an einem "richtigen" Rechner sitze und nicht alles mit den Fingerspitzen in mein Handy tippen muss. Internet im Hafen ist hier in der Förde nicht stark verbreitet.