Montag, 12. Juni 2017

Bilder aus Danzig



Die Anreise war kalt. Der Petroleumofen musste wärmen
Eine lange Fahrt durch den Industriehafen


Ausgemusterte Schiffe

Neubauten, alle gibt es hier
Der letzte kleine Kanal zur Stadt

Und da ist die Sztadt und auch die Brücke



Im Dunkeln machen wir den ersten Rundgang

Neptun Brunnen





Mit Selbstgestrickem wird was dazuverdient

Nebenstraße und keine Farbe




Die Hauseingänge waren früher ein Satussymbol

Berühmte und meist fotografiete Straße bestimmt
Den hebt auch keiner Mehr.

Gegenüber der Marina mit Blick auf die Stadt eine Großbaustelle


Gegenüber dem Krntor finden sich nur wenige Touristen ein. Hier am Schifffahrtsmuseum.

Dort gleich um die Ecke unser Mittagessen, Hering in Hönigsenftsoße. Köstlich für ca 3 Euro


Etwas ab vom Schuß finden wir ein sehr gemütliches Cafe mit eineimischer Karte


Menschenmassen und das ist noch Vorsaison

Immerwieder faszinieren mich die Giebel der Häuser

An der Markhalle. Außen Obst, Innen Textilien, Fleisch und Ramsch


Es gib nichts, was es nicht gibt
Schluklassen mit Farbiger Erkennungsmütze

Die Slisand in Danzig

Samstag, 10. Juni 2017

Über Danzig nun in Schweden



Hinter uns geht der Vollmond auf. Vor uns das letzte Abendrot. Wobei, das letzte stimmt nicht ganz, denn die Sonne verschwindet zwar hinterm Horizont, aber ihr roter Lichterschein bleibt die ganze Nacht zu sehen. Er wandert von Nordwesten über Nord nach Nordosten um dann wieder zu wachsen. Wir sind unterwegs von Danzig nach Öland. Was für ein Gegensatz zu Anfang der Woche. Wir sind Sonntagmorgen vor dem Aufstehen auf Rügen gestartet. Vor Anker liegend im Zicker See, wollte auch der Anker nicht so recht, so früh an Deck. Hab ganz schön gezerrt. Wir sind früh dran, denn wir wollen 220sm weit nach Danzig.  Der anfängliche Südost-Wind verschwindet bald und macht einem langen Regentag Platz. Übermüdet und frierend motoren wir durch einen trübend Tag. Der Radar hilft bei Sicht unter 1 sm. Erst gegen Abend kommt der angesagte Wind (- ich hatte früher mit ihm gerechnet -). Der Regen hört auf und der Westwind nimmt schnell zu und schiebt uns gen Osten. 6 Windstärken mit Wellen bis 1m. Wir sind schnell in der Nacht. Nur unter der Genua rauschen wir unter einem sich aufklarendem Himmel dahin. Wunderbar. wenn nur die Kälte nicht wäre. Mein portabler Petroleumofen muss her. Stinkt und raucht, aber etwas Wärme tut Not.
Heute Nacht ist es dagegen milder. Aber von einem lauen Sommerabend sind wir noch weit entfernt. Leider steht der starke Westwindschwell des letzten Starkwindes noch.(- diesen Starkwind sind wir ausgewichen und deshalb direkt nach Danzig durchgesegelt.) Der leichte Südwest reicht nicht um die Segel zu füllen. Die Slisand wird von  den Wellen fürchterlich herum geschubst.
Wir nehmen es wie es kommt,. Der Motor läuft. Morgen hätten wir mehr Wind gehabt aber dafür auch eine durchregnete Nacht.  Und später Gegenwind. Dann doch lieber so.
Am Montagabend sind wir in Danzig eingelaufen.  Fast eine Stunde motort man durch einen grossen Industriehafen mit Werften und Verladepiers. Vieles dort hat wohl schon bessere Zeiten hinter sich. Der alte Ostcharme ist zu spüren. Kaum zu glauben, dass sich hinter dieser Kulisse die Perle Danzig verstecken soll.

Und dann noch eine Biegung, die Kulise der Hansestadt Danzig liegt vor uns. Links gleich gegenüber dem Krantor die Marina.
Zitatelle im Industriehafen von  Danzig.

Industriehafen von Danzig

Die ominöse Brücke. Beim Einlaufen war sie offen



Kurz davor eine neue Fussgängerbrücke über den Fluss. Sie  ist so neu, dass keiner sie kennt und Google Earth und sonstige Karten sie noch nicht zeigen. Ich hatte fast 1 Tag das Internet durchforstet nach dem ich im Segelforum davon las. Als Beweis gab es nur ein Webcambild. Sollte man das glauben? Dann meldet sich ein Segler der dort gerade war und vor einer geschlossenen, in Bau befindlichen Brücke liegen musste .Ob und wann sie öffnet  wusste aber keiner.
2 Stunden vor Danzig überholt uns eine grosse Segelyacht. Da ich den Bootsnamen Freya  gut lesen kann, funke ich sie an. Vielleicht wissen die was von Öffnungszeiten. "Nein",  sie wussten nicht mal von einer Brücke.
Wir kommen rein und die Brücke ist offen. Freya liegt schon in der Marina, als wir festmachen. Und dann müssen wir feststellen, dass wir Christopher dort an Bord über einen gemeinsamen Freund kennen. Kopfschüttelnd über diesen Zufall läd uns Gerhard der Skipper und Helge auf die Freya zum Begrüssungsschluck. Denn Christopher hat zufällig auch noch Geburstag. Wir verbringen 3 nette Abende zusammen.
Danzig ist eine faszinierende Stadt. Man hat die Hauptstrasse schön hergerichtet, viel Farbe verstrichen. Eine Parallelstrasse weiter ist sie wohl ausgegangen. Bestimmt hat dafür die Förderung nicht mehr gereicht.
Touristenscharen, meist in Form grosser Gruppen allen Alters. Allen voran scheinen an den 2 Tagen in Danzig Schulklassen unterwegs zu sein. Wandertag?  Einheitlich mit farblichen Kappen gekennzeichnet,  damit die Gruppen sich nicht mischen.
Uns ist es oft zu trubelig. Wir laufen lieber in den Nebenstrassen, finden nette Cafés und eher das normale Leben.
Die Marina mit Blick auf das Krantor von Danzig




Auf dem Schiff sind wir fast nie. Denn eine Baustelle in Steinwurfweite lärmt ab morgens um 6 Uhr bis spät in den Abend. Da wird die Speicherstadt neu und modern aufgebaut. Und wir gerade mitten drin.
Nach 3 Nächten reicht es uns und wir verabschieden uns von der Freya. Doch die Brücke ist zu. Angeblich öffnet sie alle halbe Stunde um 10 nach und um 40 von 7-22 Uhr. Das hat man uns in der Marina versichert. Zumindest solange sie im Bau ist. Denn am 14.6. wird sie eingeweiht und was dann ist, ist noch unklar.
Wir legen an und fragen nach. " Nein, heute vielleicht erst Mittags".  Genaues wissen die Arbeiter nicht. Ich werde etwas deutlicher und bestimmter und siehe da: Sie geht plötzlich auf. Wir informieren schnell noch die Freya, die auch kurz nach uns los will.
Es bleibt also ein kleines Glücksspiel. Man kann aber gut vor der Brücke liegen. Es ist leiser, aber ohne Sanitäranlage.

Es nun halb 2. Die dunkelste Stunde ist überschritten. Es dämmert fast schon wieder. Der Vollmond hat sich hinter Wolken verzogen. Mehrere Schifffahrtswege sind noch zu passieren, bis wir am nächsten Abend in Böda an der Nordostecke von Öland ankommen.

PS: Im gemütlichen kleinen Hafen von Böda angekommen. Wir sind die einzigen Segler hier aber einige Wohnmobile stehen hier und dadurch hat es eine gemütliche Atmosphäre und ist nicht ganz verlassen hier.  Eine Räucherei, ein kleiner Hafengrill und ein Restaurant warten auf die Saison und den Sommer. Der erwartete Regen am Samstag kommt auch nicht und so segeln wir heute wohl um die Nordspitze Öland herum nach Byxelkrog. Einfach mal nur zum Spass etwas segeln.

Böda auf Öland



Mehr Bilder folgen

Dienstag, 30. Mai 2017

Hiddensee



Kalkgrund
Das Wasser gurgelt am Heck, wir saußen mit über 7kn über Grund unter Segeln durch die schmale Rinne. Die Sandbänke links und rechts sind zu sehen. Leider ist der Himmel bedeckt, hochneblig. ganz unwirklich alles hier. Sehen Schwäne im Tiefflug unseren Kurs kreuzen. Wer hat da eigentlich Wegrecht? 
Dann die Halse und wir segeln unter Vollzeug bei Halbwind nach Norden. Kann mich nicht erinnern hier schon mal so günstigen Wind gehabt zu haben.
Wir sind unterwegs von Barhöft nach Kloster im Norden auf Hiddensee. Als mehrere Boot in Sicht kommen, Fähren und andere Segler, wird es mir etwas zu schnell. Ich nehme das Gross runter. Nur unter Genua sind es dennoch noch fast 6 Kn. Das reicht um gegen Mittag in Kloster zu sein.

Los ging vor knapp einer Woche mit weniger  bis gar keinem Wind. Da ich Freunde in Heiligenhafen treffen will, nehme ich es aber in Kauf, dass der Wind mich nicht vorwärts treibt, sondern der Diesel. Soll ja auch mal gut sein. Die meisten Motoren in Segelbooten gehen kaputt, weil sie nicht gefordert werden. Also kein schlechtes Gewissen. Ich motore die 55sm bis nach Heiligenhafen. Dort wartet schon die reservierte Box. Pech nur, dass das angesagte Gewitter genau im Moment , als ich die Hafeneinfahrt erreicht habe mit einer Boenwalze losbricht und mich und meinem Helfer am Steg sofort patschnass werden läßt. Wir freuen uns über das Wiedersehen und gehen erstmal gemütlich was essen.
Den nächsten Tag verbringe ich bei viel Wind mit den letzten Einräum- und und Umräumaktionen und einfach Nichts tun. Ich bekomme noch Besuch von 2 Freunden mit dem Auto.

TO Eröffnung

Orth


Freibier zur TO Eröffnung


Mückenplage

Donnerstag ist Feiertag, der Wind bläßt noch kräftig. Ich hab es nicht weit. Ich will nach Orth, denn da ist das 1.Transoceantreffen der Ostseesegler für die nächsten Tage angesetzt. Nur unter Fock sauße ich die 5 sm über den Fehmarnsund. Das macht Spass und gibt der Slisand die Möglichkeit mir ihre Zuverläßigkeit zu zeigen. Tut gut, nach dem Winter. In Orth nehme ich gleich am Eingang eine Box. Da habe ich Luft und eine gute Aussicht. Der TO wird den Hafen ab Freitag füllen. Ich werde hier keine Platzangst bekommen. Am Nachmittag kommt meine Mitseglerin für die nächsten Wochen. Susanne ist mit dem Zug und dem Taxi angereist. Abends treffe ich die ersten TO Leute- es sollen 30 Boote werden. Und die TO-ler haben meistens große Boote. Das wird voll. Na dann. Bin gespannt.
Freitag steht dann ganz im Zeichen der Ankunft der TO Boote. Quatsche mit vielen interessanten Seglern. Auch die Nordstern mit Ralf einhand kommt aus Travemünde. Wir hatten uns letztes Jahr auf der Ostseereise kennengelernt.
Am nächsten Morgen ein schwarze eklige Überraschung. Millionen von Fliegen sitzen auf allem was weiss ist. Und das ist fast überall auf einem Segelboot. Beim an Landgehen fliegen sie auf und es ist unmöglich keine zu schlucken beim Einatmen. Wir suchen unser Glück in der Flucht. Ein leichter Süd weht, die Sonne scheint. Überhaupt ein guter Tag auf See zu sein. Wollen eigentlich nur ein paar Stunden segeln. Doch dann überkommt es uns und wir segeln durch die Fehmarnsundbrücke und beschliessen dem Mückenhafen den Rücken zu kehren. Leider auch allen, gerade kennengelernten TO-lern. Das war keine leichte Entscheidung. Doch denke ich mir, dass gerade sie es verstehen, wenn man weiter segelt, wenn die Winde passen.

Gedser

Der Pertroleumherd braucht einen Eingriff

Leider verläßt uns dann der Wind auf dem Weg nach Gedser. Etwas kreuzen und am Ende ist es doch wieder der Diesel, der uns in den Hafen von Gedser bringt. Viele lassen an Gedser nichts gutes, und meinen, der Hafen lohne nicht. Ich muss sagen. das Gegenteil ist der Fall. Wir fühlen uns sauwohl und erleben einen wunderbaren Sonnenuntergang. Nun sind wir wirklich unterwegs.
Der nächste Morgen. Der Wind kommt mäßig aus Süd. Wir können schon bald die Segel setzen und segeln bei ruhiger See mit fast 6 kn gen Osten. Später schläft der Wind kurz ein um dann mit 3-4 aus West wieder zu kommen. Wir baumen die Genua aus und schaukeln uns an dem heissen SonnenSonntag Richtung Rügen.
Bis kurz vor den Hafen von Barhöft können wir segeln. Klettern am Abend noch auf den 35m hohen Aussichtsturm mit einer wunderbarem Aussicht nach Norden über den Bodden, Rügen und Hiddensee.

Ich wollte  schon immer mal in der Vorsaison nach Hiddensee. Es ist angenehm leer. Wir packen unsere Bordfahrräder aus und lassen uns treiben. Über Vitte an den Strand und zurück nach Kloster.
Ich finde das Lokal "zur kleinen Inselaussicht" wieder. Leider ist es geschlossen und steht zum Verkauf. Ein Passant erzählt, dass der alte Wirt im Frühjahr gestorben sei.
Wir landen am Ende auf dem Weg zum Enddorn in einer nicht minder urigen Kneipe mit guter Küche und netter Bedienung. Noch haben alle Zeit so kurz vor dem Ansturm im Sommer.

Blick vom Barhöfter Beobachtungsturm nach Norden Richtung Hiddensee

Trauzimmer im Beobachtungsturm

Strand in Hiddensee

Leider geschlossen

die Alternative


sehr urig, die Kneipe

Mittags Fisch vom Kutter in Kloster

Hiddensee / Kloster

eine Empfehlung, leider auch gerade zu. Wieseneck


Und wir wollen bleiben. noch mindestens einen Tag. Am Abend kommt noch Kira und Edi mit Petra. Lange sitzen wir auf ihrem berühmten Boot. Auch Freunde aus dem letzen Sommer. Eine HR42, die ich fast auf Malaysia mit überführt hätte. Kam dann anders und wir traffen uns im Stockholmer Schärengarten in der Sauna. Kleine Seglerwelt.

Nachtrag: Hiddensee Bilder

Räucherkutter im Hafen von Kloster. Unser Mittagessen ist gesichert

Der neue Seglerhafen 

Schönen Blick vom Seglerhafen zum Hafenkai mit Fähranleger

Guter Single Malt als Sundowner

Sicht über Hiddensee vom Dornbusch aus nach Süden

Leuchtturm Dornbusch

Im Dornbusch das Lokal "zm Klauser"

um 1900 als Restaurant über den Klippen gebaut


Vorgarten in Kloster