Montag, 25. März 2019

Frühlingsgefühle und Fazit



Gemütlich im Cockpit einen Rotwein trinken

Der Nebel hängt über dem Hafen. Südlich von hier soll der Frühling schon angefangen haben. Wir haben etwas Pech hier und dennoch mag ich es. Gestern Abend mit Axel im Cockpit unter der Kuchenbude im T-Shirt gesessen und Rotwein getrunken. Es ist nicht kalt, die Stadt leuchtet im mystischen Halbnebel. Wunderbar. Dennoch hatten wir hier auch schon Frühlingsgefühle.
Mystische Nebelstimmung in Flensburg
Im Februar war ich eine Woche Segeln zum Teil mit wunderbarer warmen Sonne. In Höruphavn in DK im leeren und dunklen Hafen gelegen. Wunderbar unheimlich. Der erste Gast wie man mir sagte.
Höruphavn für mich allein

Erster Gast in Höruphavn



Dann bei besten Segelbedingungen nach Eckernförde gesegelt.  Auch dort 1 Gast im Jahr. Man darf kostenfrei liegen, für den Strom wandert eine Spende ins Seenotretterschiffchen. Zurück dann mit Susanne ist es leider wolkenverhangen und dadurch kalt. Richtige Kleidung macht sich bezahlt. Wir segeln bis Kappeln. Dort wird der volle Saisonpreis fällig. Dafür sind die Duschen offen und warm. Am nächster Tag ist es kalt, der Wind kommt von vorne .Wir wählen Langballigau. Dort wird gebaggert und wir dürfen auch umsonst liegen.
Baggerarbeiten in Langballigau
Und dann der Freitag. Windstill liegt sie,  da die Ostsee, die Sonne wärmt. Wie geil ist das denn, mitten im Februar. Wir saugen die Sonne auf.
Emden. Mit dem Hochwasser raus auf die Nordsee, eine sternenklare Nacht liegt vor uns

die ehemalige engl. Annis soll mit dem neuen Eigner nach Flensburg.

Nordostseekanal im Februar

Dann wieder kälter, aber nicht so schlimm, dass ich nicht noch einen Überführungstörns mit Detlef mache. Er will endlich sein in  England gekauftes Schiff nach Flensburg holen. Bis Emden ist er schon gekommen. Von Emden in einer sternenklaren Nacht zum NOK. Nach 26 Std sind wir in Brunsbüttel im Kanal. In Rendsburg wird das Boot einige Tage Pause gemachen. Wir beiden haben Termine und das Wetter spielt auch nicht mit. Aber am Anfang der nächsten Woche  geht es weiter. . In Kiel legen wir uns an Detlef neuer Idee eines Kneipenschiffes längsseits, welches ebenfalls gerade den Weg nach Flensburg macht.
Hollandia, Flensburg bekommt eine kulturellorientierte Weinstube im Hafen

Noch wird in der Hollandia renoviert. Ich bin dabei
Am folgenden Tag dann direkt nach Flensburg. Den halben Tag regnet es. Leider war das der Anfang für eine ungewöhnlich lange Regenzeit im Norden. Das kostet Nerven. Nichts konnte man erledigen ohne kräftig nass zu werden. Aber es gehört wohl  nun mal dazu.
Überhaupt war es ein eher milder Winter. Nur 2 Wochen kann ich mich in dieser Wintersaison an Minusgrade auch tagsüber erinnern.
Mein Fazit für dieses Winterexperiment. Nach anfänglichen vielen kleinen Kältebrücken im Boot (Kondenswasser), einigen Lecks von Deck her, habe ich nach kurzer Zeit doch das Meiste geschafft. Eine Plane über der Kuchenbude hält den Frost fern vom Stoff und isolierte auch etwas. (650g/qm LKW Plane ). Syrodur zurecht geschnitten über der Vorschiffsluke, hält die Luke von innen trocken. Das Schlauchboot als Gewicht oben drauf.
Winterfeste Slisand. Schnee gab es nur wenige Male und er blieb kaum liegen


Die Heizung läuft auch wenn ich nicht an Bord bin auf kleiner Stufe. Selten muss ich, wenn ich an Bord komme sie viel höher drehen. Die 4kw Planar hat sich bestens bewährt. Den elektrischen Luftentfeuchter hab ich selten an, denn die Luftfeuchtigkeit schwankt immer um die 50 Prozent. Das ist der Ansaugung der Heizungsluft von außen zu verdanken. Ein kleinen mechanischen Entfeuchter steht im Vorschiff. Dort schlafen wir nur wenn wir beide an Bord sind. Sonst schlafe ich lieber im Salon. Das Vorschiff wird dennoch warm gehalten. Dort am Ankerkasten ist die feuchte Stelle. Da ist nur Holz auf das einfache GFK geklebt und deswegen kalt, und es kondensiert hier stark. Da muss ich im Ankerkasten noch eine Isolation schaffen. Die Matratze muss täglich hochgestellt werden dort. Auch die Bilge die unter dem Wasser liegt, hat viel Kondenswasser und man sollte dort nichts lagern, was feuchtigkeitsempfindlich ist und regelmäßig mal trocken wischen.
Ansonsten ist die größte Herausforderung im Winter ein rutschiges , glattes Deck und ebenso der Steg und das Übersteigen. Da muss man echt aufpassen.
Das Wasser am Steg ist leider abgestellt und ich schleppe regelmäßig Wasserkanister aufs Boot. Auch Heizöl, das in Flensburg in Kanister abgefüllt gekauft werden kann. Ich brauche etwa 25-30 l pro Woche. Zweimal habe ich vergessen frühzeitig nachzutanken. Aber die Heizung ist selbstentlüftend und meist nach 2-3 maligem Starten,  läuft sie wieder un problematisch.
Mit dem Schüttelschlauch lässt sich Heizöl ziemlich einfach nachtanken. Alle 5-6 Tage

Wichtig für mich war auch, dass ich viel Licht im Salon anmachen kann. LED halten die Stromkosten im Rahmen. Denn wenn es früh dunkel wird, muss es im Schiff einigermaßen hell sein.
Das Experiment kann ich nur als befriedigend bezeichnen und wird wiederholt. Ob ich dann auch so einen milden Winter haben werde. Wer weiß.
Nun sind die Frühlingsgefühle an der Reihe, Ende der Woche soll es 2-stellige Temperaturen geben. Da werden die Leinen gelöst. Dann geht es Ende nächster Woche auf den Slip um das Unterwasserschiff zu reinigen. Und das Suchen für die nächsten Wochen einen bezahlbaren Liegeplatz zu finden steht auch auf dem Plan, denn der Winter ist laut Vertrag am 1.April zu Ende.

Bikke brennen. Eine nordfriesische Tradition auch in Flensburg. 21.Februar. Danach zum Grünkohlessen

Das winterliche Flensburg im Januar

Mit Petroleumlampe im Cockpick ist es gemütlich

Montag, 25. Februar 2019

Wenig neues


Hier etwas zu lesen. Meine erste Rezension für Literaturboot.de . Die Seite von Detlef Jens
lohnt sich.

https://literaturboot.de/2019/02/per-anhalter-ueber-den-atlantik/


Als es kalt war, kamen Mike Peuker und Claus Aktoprak für ein Interview vorbei.

https://youtu.be/6yObBt6m4mE

Claus war letzten Sommer in Sachen Wikinger unterwegs in den Ostschären und in Finnland/Estland. Sein Film ist gerade raus gekommen. (bei www.segel-filme.de)

Ansonsten genieße ich nun die warmen Tage. Ich war schon eine Woche mit dem Boot unterwegs. Gut eingepackt macht das richtig Spaß. Morgen fahre ich mit der Bahn nach Emden und segel ein Boot nach Kiel mit dem Eigner. Mehr davon demnächst. Auch ein Fazit über das Abenteuer "Überwintern im Boot" wird es bald geben.

Mittwoch, 23. Januar 2019

Bergfest

Es ist Winter auf der Slisand

Es hat geschneit, nicht viel aber Flensburg ist verzaubert

Am anderen Ufer liegt die Slisand


Der Reißverschluß der Kuchenbude geht schwer. Der Stoff ist hart gefroren. Ich seh den ersten Schnee an Deck. Nicht viel, aber es reicht um auf dem nach außen abfallenden Deck zu rutschen. Gut wer eine Fußreling hat. Der Steg ist am Gefährlichsten, spiegelglatt. Beim Vonbordsteigen ist Vorsicht angebracht.

Es ist Winter geworden. Und es ist Bergfest. Rechnerisch ist die Hälfte des Winterexperiments überstanden. Aber mir war schon klar, dass, auch wenn es nun Richtung Frühling geht, die kalten Monate noch kommen. Und nun ist es soweit. Die nächsten 2 Wochen sind nachts Minusgrade angesagt und tagsüber selten über Null. Früher im Süden hätte ich darüber nur gelacht. Doch hier mach ich mir Sorgen. Wird alles halten, die Borddurchlässe nicht gefrieren und platzen. Die Heizung durch halten, die Kuchenbude Schaden nehmen. Ich mache viel Gedanken darüber.
Im Schiff wird es noch feuchter. An den noch nicht isolierten Stellen ist es immer feucht. In der Bilge sammelt sich Wasser, dass an der Bordwand unter den Bodenbrettern kondensiert. Also täglich routinemäßig durchs Boot schauen und trockenlegen. An der Vorschiffsluke war innen das Kondenswasser gefroren obwohl auch dort geheizt ist. Aber der Alurahmen ist einfach eine brutale Kältebrücke.
Aber ich hab auch Lösungen gefunden. Für die Vorschiffsluke habe ich Styrodur gekauft. Die Luke passgenau ausgeschnitten und den Rest oben auf gelegt. Zum Beschweren kommt das Schlauchboot in seinem Sack oben drauf. Das lag eh an Deck und es bring enorm viel. Die Luke ist nun trocken. Die Schapps die noch nicht isoliert sind lasse ich offen, wie auch den Kleiderschrank. Außerdem habe ich doch viele Sachen von Bord gebracht. Die Außenwände brauchen Luft. Überall wo was länger liegt entsteht Feuchtigkeit.

Das Vorluk ist nun abgedeckt

Über der Kuchenbude spannt eine LKW-Plane

Und das Wichtigste zum Schutz für die Kuchenbude. Tipp vom Perseningbauer. Eine zusätzliche Plane über die Bude. Ohne Kontakt zueinander. Dazu war eine kleine Konstruktion aus 3 Dachlatten erforderlich. Nun habe ich eine Art Giebel auf der sich der Schnee und die gefrierende Luftfeuchtigkeit sammeln und ablaufen kann und den Stoff nicht mehr gefrieren lässt. Das Aussteigen ist etwas beschwerlicherer, aber dafür bleibt der Stoff weich und der Reißverschluss beweglich.
Anderer Nachteil. Im Cockpit sitzend ist nun der schöne Ausblick auf Flensburg verhangen. Als nun am Sonntag die Sonne das Cockpit wärmte und der heisse Tee mit Rum auf der Terrasse (Cockpit) genommen wurde, habe ich halt mal die Plane etwas zur Seite geschlagen. Alles machbar. Gut das wenigstens kein Wind weht.
Ansonsten ist es gemütlich warm, wenn die Heizung nicht mal ausgeht, weil ich den Heizölverbrauch unterschätzt habe  und dachte, es reicht noch bis morgen. Es sind doch so 3-4 Liter pro Tag. Die Heizung ist eines der Hauptthemen wenn man sich mal trifft am Steg oder im Waschhaus. Alle hier haben seit kurzem oder auch länger eine Planar. 4kw für Boote über 10m und die 2KW unter 10m. Alle sind zufrieden. Sie läuft bei allen im Dauerbetrieb. Verbrauch ist ähnlich bei allen. Die 4er natürlich etwas mehr.  Ausfälle bis jetzt noch keine.

Diesel ist ja inzwischen Winterfest bis -30 Grad. Das an der Tankstelle gekaufte Heizöl leider nicht. Edward hat bei einem Versuch gesehen Glas mit Heizöl an Deck gestellt), dass es schon bei -5 Grad ausflockt. Das bestätigt auch der Tankwart. Es gibt wohl ein Addetiv dafür um es frostsicher zu machen. Bei dem gefallenen Dieselpreis kann ich ja gleich wieder Diesel verfeuern. Denn der Heizölpreis ist immer noch bei knapp 90 Cent. Der Diesel liegt bei ca 115 Cent. Aber mein Tank ist außerdem direkt neben der Heizung und gut temperiert. Nur die Nachfüllkanister stehen unter der Kuchenbude.
Im der ersten Woche des Jahres kam gleich ein extremes Hochwasser. Der steg war bis zu 40cm unter Wasser. Es war Gott sei Dank nicht so kalt und man konnte auf erhöhtem Land das Schauspiel verfolgen. Ich war gerade noch mit Gummistiefeln von Bord gekommen. Knöcheltief war es an einer Stelle schon auf dem Steg. Der Strom musste abgestellt werden. Heizung lief weiter. Ich war etwas unsicher, wie lange die Batterien das mitmachen. Am Ende war der Strom 24 Std. weg. Es war eines der stärksten Hochwasser der letzten Jahre. 175cm über NN. Der Steg steht ab 130 unter Wasser.
Eine Woche später war man wieder in Sorgen. Da stieg das Wasser aber nur bis knapp an die Stegkante. Man muss hier das Boot immer gut, am besten mit mehr als nur den üblichen 4 Leinen vertäuen. Der Windgenerator steht seit dem auch nicht mehr still. Wenn der Landstrom weg ist, kann er wenigstens noch etwas Strom liefern, denn Hochwasser kommt ja immer mit viel Wind.Und einen Stromausfall der ganz Flensburg für 3 Stunden lahm legt gab es auch noch. Der elektrische Türöffner ging natürlich auch nicht. Gut dass ich hinter mir nicht zu gemacht habe am Steg. Lauter kleine Abenteuer im Januar.
Hochwasser. Vom Steg ist nicht mehr viel zu sehen. Das ist aber noch lange nicht der Höchststand

Die Uferpromenade ist unpassierbar

Heckpfähle sind gerade hoch genug

Das Eingangstor ist unpassierbar


Kurzes Bergfestfazit: Ohne Isolierung kommt man nicht aus und täglicher Kontrolle und etwas Trocknen mit dem Lappen. Eine Dieselheizung ist Pflicht. (Sammy auf seinem 7m Boot hat keine). Eine Bootsgröße um 10m ist knapp, weil man nicht so stauen kann wie im Sommer. Bücher und viele Klamotten habe ich in die Wohnung ausgelagert. Und das ist auch eine Erkenntnis. Ein Backup mit ner kleinen warmen Bleibe beruhigt und tut den Sachen gut die man eigentlich sonst an Bord haben will.
Und leider ist auch durch die ganzen Verhüllungen am Boot der spontane Segelspaß nicht mehr gegeben. Nur 2 Stunden mal segeln tut man halt nicht, wenn man 1 Stunde vorher abbauen und danach wieder aufbauen muss.
Aber ich habe noch keinen Tag bereut hier auf dem Boot meinen Lebensmittelpunkt zu haben. Jeden Tag erfreue ich mich an der maritimen Stadt mit seinem Hafen und den vielen Booten im Wasser. Die kalten Tage sind meist mit einigen Stunden  Sonnenschein gesegnet. So kann man das auch genießen, dennoch der Frühling darf kommen.
Silvester auf dem Boot. Ab 22 Uhr bis 2 Uhr nachts knallt es ununterbrochen. Schön, dennoch ist es irgendwann zu viel. Vor allem als Fallschirmraketen vor dem  Wind in unsere Richtung schweben.

Gemütlich ist es unter Deck


Immer wieder ein schöner Anblick. Der Klassische Yachthafen an der Hafenspitze



Donnerstag, 29. November 2018

November in Flensburg




Die Regentropfen klopfen aufs Deck, der Wind pfeift durch die Wanten. Auch Schneegrisseln war schon dabei. Dies klingt wie der Anfang eines Romans aus der Arktis. Nein es ist Flensburg. Nun wohne ich schon einige Wochen hier, meistens auf dem Boot und ich bereue noch nicht diese Entscheidung getroffen zu haben, hier im kalten Norden den Winter zu verbringen. Obwohl kalt? Kalt ist relativ. Im Süden hat es schon geschneit und die Temperaturen waren deutlich unter Null. Hier kratzte das Thermometer gerade mal an der Null. Der Wärmespeicher Ostsee hält zumindest zur Zeit die Temperaturen noch im erträglichen.

Ansonsten gibt es alles Wetter was man sich denken kann. Aber das ist normal für November. Wir haben aber auch oft mal sonnige Stunden. Die werden aufgesogen, wer weiß wann sie sich die Sonne wieder blicken läßt. Vor einigen Tagen kam sie erst abends heraus. Da aber Flensburg in einem "Tal" liegt. - das Ost und auch das Westufer steigen steil an (macht aber auch den Reiz dieser Stadt aus)-. Das bedeutet, dass man an der Kirchturmspitze oben auf dem Hügel die rote Abendsonne noch entdecken kann, während man im Boot schon wieder im Schatten sitzt.  Es wird spät hell, ich schlafe deswegen schon viel länger als sonst. Mache sozusagen meinen Winterschlaf.
Abends nochmal kurz die Sonne spüren. Hoch über den Dächern

Jeder Starkwind spielt mit dem Wasserstand. 

Niedrigwasser und ein Kranich nutzt die Sandbank im Hafenbecken
Früh morgens um 8.30. Blick aus dem Cockpitzelt

Blick zur Stadt am Morgen. Sonne . Da kommt Freude auf

Täglich gehe ich aber auch zur Wohnung. Eine wunderschöne Altbauwohnung in Laufweite vom Boot und doch sind wir am liebsten auf dem Boot und schlafen dort. Das leichte Schaukeln läßt uns gut schlafen und abends ist gemütlich dort. Die Wohnung ist viel zu groß. Sie wird vielleicht wieder weichen, obwohl dort in den letzen Wochen soviel Geld und Energie rein geflossen sind, aber gegen die Slisand hat sie wohl keine Chance.
Ok, morgens duschen, Meldeadresse und damit auch Postadresse und eine Waschmaschine geben etwas Luxus. Ginge gegen Geld aber auch im Hafen.
Ich habe erfahren, dass wenn man sich im Hafen fest meldet, das Meldegesetz lässt dies seit einigen Jahren zu,  auch die GEZ daher kommt. Wer weiß, was noch alles an städtischen Gebühren folgen würden. Ingo vom Nebenboot hat mir das erzählt. Die Meldebehörde wollte nur wissen ob man ein Bett, Toilette und eine Küche im Boot hat. Dann darf man sich melden. Ich weiß noch von: " das Boot muss überwiegend dort liegen und darf nur selten (was auch das immer das heißt) bewegt werden. Außerdem muss natürlich der Hafenbetreiber zustimmen.
Immer wieder lerne ich neue Leute kennen die hier im Hafen fest wohnen. Heute eine Frau aus Australien. Ich muss mal nach und nach Interviews führen und kleine Portraits einstellen, was der Grund und die Motivation ist.
Die Heizung in der Backskiste mit den gut isolierten Warmluftschläuchen

Der Zusatztank mit dem ich Heizöl verbrenne

Der Auspuff war zu hoch montiert und verrußte mein Deck. Ein abnehmbares Nirorohr hilft über den Winter aus.
Mein Luftentfeuchter. Ohne Strom. Luftfeuchte meist um die 60%. Morgens mal mehr. Der Thermometer auf dem Bild geht nicht richtig.

Eine mit Armaflex aufgekleidetes Schapp.

An diesen unverkleideten GFK -Außenwänden wird es feucht. Insbesondere die durchgebolzten Decksbeschläge sind kalt und ein Magnet für Wasser

Im Boot wohnen heißt aber auch heizen, Heizöl händisch besorgen, Wasserkanister (das Wasser am Steg ist abgestellt) schleppen und immer darauf achten, dass auf der Stromsäule genug Guthaben ist. Morgen durchs Schiff gehen und an den Fenstern die Kondensfeuchte abwischen. Trotz Luftentfeuchter kondensiert es gerade an den Fenstern und Luken nachts. Die Schapps die zu wenig Belüftung haben, sind auch oft feucht. Ich isoliere sie nun mit Armaflex.
 Außerdem mache ich sie nun täglich auf. Meist wenn ich von Bord gehe. Dann trocknet die Heizung die Luft ganz gut. Seit dem Umbau auf Heizöl mit einem eigenen Tank kann ich gut den Verbrauch bestimmen. z.Zt sind es etwas unter 3 l/Tag. Dazu ca. 1 Euro Strom / Tag. Das ergeben auch ca 200 Euro im Monat mit dem Liegeplatzgeld.
Flensburg als Stadt gefällt mir. Klein und überschaubar. Aber es ist eine Kleinstadt, das Kinoprogramm ist eher wenig anspruchsvoll und außer am Wochenende ist hier abends ab 18 Uhr oft tote Hose.


Kunst in der Norderstr. Katzen an den Hauswänden von einer unbekannten Künstlerin. Immer wieder findet man eine Neue.








die Straße mit den Schuhen


Aber ich mag diese Strasse (Norderstr) die ich fast täglich laufe mit der kleinen versteckten Kunst, Antikhändlern und kleinen Cafes und Kneipen. Zur Wohnung muss ich dann immer noch einen steilen Berg erklimmen. Wer sagt, der Norden sei flach....
Das Leben hier bedeutet aber auch, dass man oft ins Auto steigt, denn die Freunde liegen hier alle verstreut im Land. 30-60 min fahren ist normal. Aber man wird ja auch besucht. Und da gleicht es sich wieder aus.
Zum Segeln komme ich kaum, denn meist ist es doch zu ungemütlich draußen. Einmal war ich im November noch draußen. Am Tag vor meinem Geburtstag. und das war wunderbar.

Das berühmte Boot. Im Film Rätsel der Sandbank spielte sie die Dulcibella. Der richtige Namen ist Timpe Te. Im Hintergrund am anderen Ufer liegt die Slisand

Segeln im November

Am Liegeplatz




Montag, 12. November 2018

Auf zum Liveaboard. Flensburg wir kommen

Das Wetter passt beim Segeln nach Flensburg

Mit unglaublicher Lebensfreude laufe ich zum Boot. Es sind Tage wie diese die mich glücklich machen. Wetter, Wind gut und ich hab Zeit um zu segeln. 
Am Tag vorher hat es noch gestürmt und das Wasser war aus der Flensburger Förder gedrückt worden. Die Slisand lag 1,5m tiefer am Steg mit nicht mal mehr 5cm Wasser unterm Kiel. Der Hafenmeister hatte die Leinen gefiert, so wie es in guten Häfen normal ist. Ich bedanke mich als ich ihn sehe.
Am Tag vorher drückte ein Sturm das Wasser aus der Förde. Die Slisand liegt zum Glück am Steg mit etwas Wasser noch unterm Kiel 

Heute ist es eher ruhig, das Boot liegt nun fast zu hoch am Steg, sodass ich kaum hinein komme. Aber ich bin zu glücklich endlich nach 3 Wochen wieder auf Wasser zu kommen. Ich hatte die Slisand in Schausende gelassen. Da war es einiges günstiger als in Flensburg. Den Winterplatz habe ich ja erst ab November. Egal. Heute soll sie nach Flensburg. Schon in der Hafenrinne ziehe ich beide Segel. Wind schralt und ist boeig zwischen 3 und 6 Windstärken. Genau das Richtige um nochmal alle Segel zu setzen. Die Sonne scheint und wärmt. Im Mai ist es auch oft nicht wärmer. Gut eingepackt wird mir bald zu warm. Viele Boote sind in der letzten Oktoberwoche hier noch am Segeln. Warum auch nicht. Die meisten sind von der Segelschule DHH wie ich später erkennen kann. Wetter um Seebären zu gebären.
Ich genieße die Zeit. Hab keine Eile. Hell ist es noch bis fast 6 Uhr. Die Strecke ist aber doch viel zu kurz. Denke schon darüber nach nochmal in die andere Richtung zu segeln.
Dann komme ich in den Stadthafen. Mein gemieteter Platz ist noch nicht frei und so lege ich mich ganz außen hin. Schöner unverbauter und unverparkter Blick auf Flensburg. Hier würde ich gerne den winterüber bleiben.



Wenn ich koche schaue ich hier raus. Flensburg

Die Gastyacht bleibt nur ein Tag. Mein Blick bleibt ungestört
Flensburg vom Ostufer aus. Hier ist mein neuer Heimathafen

Als ich nachts wieder zum Boot komme, liegt ein Boot am Außensteg längsseits und da noch Licht auf dem Niedergang scheint, sage ich "Moin".
Paul auf seinem blauen Peter wollte auch auf den Liegeplatz, denn den hatte er letztes Jahr schon und wohnte an Bord. Ich bin enttäuscht. Aber ich sagt schnell dazu, dass er diesen Winter nach Asien geht und sein Boot alleine lässt. Es kostet mich am Morgen dann wenig Überzeugungsarbeit mit dem Hafenmeister, dass ich den Platz behalten kann und Paul 3 Plätze weiter innen nimmt. Ich helfe beim Verholen, denn es blässt kräftig. Ich verspreche ihm ein Auge auf seinen Peter zu haben. Am selben Tag lerne ich noch Marion am Steg kennen. Sie wohnt nicht auf dem Boot ist aber fast täglich da. Und sie ist süchtig nach Segeln. Fast täglich segelt sie nochmal raus in diesen schönen warmen Herbsttagen.

Das ist nun schon fast 4 Wochen her. Nun bin ein Liveaboard. Schlafe meistens auf dem Boot. Ich lerne andere im Hafen kennen, die den Winter auch auf dem Boot verbringen werden. Es sind vlt 10 Segler. Leider verteilt auf 7 Stege. So kommt man dann doch nicht sooft zusammen wie es vlt gemütlich wäre. Einige Tage nach meiner Ankunft kommt ein kleines Motorboot an den Außensteg. Ingo bleibt auch an Bord und das nun schon im 4.Jahr.
Am Rumpf steht es nun Schwarz auf Weiß wo ich hingehöre

Am Tag als wie uns das erste Mal sprachen lag der Steg fast unter Wasser. Starker Wind aus Ost drückt Wasser in die Förde. An der ganzen Küste gab es Hochwasserwarnungen. 130cm über Normal ist angesagt und da liegt der Steg dann unter Wasser. Sicherheitshalber nehm ich an dem Tag die Gummistiefel mit von Bord. Ingo erzählte, dass er letztes Jahr einmal nicht zu Arbeit kam, weil der Steg mehr als 30cm unter Wasser stand. Auch erzählte er von Schnee der knietief auf dem Steg und den Booten lag. Na dann...
Noch fehlen einige Zentimeter bis zum Scheitel meines ersten Hochwassers in Flensburg

Als ich nachts zum Boot komme, ist die Scheitelwelle überschritten und es war nur etwas Wasser auf dem Steg. Nun fanden das aber alle Enten außerordentlich reizvoll. Die Hinterlassenschaften nötigten zu einem nicht ganz einfach Slalomlauf auf dem klitschigen Steg im Dunkeln. 
Morgens hole ich mir beim Hafenmeister einen Besen und mache Kehrwoche. Da es regnete, war das eine schnelle Angelegenheit. 
Ingo hat die gleiche Heizung. Leider auch erst dieses Jahr eingebaut. Die andere hat ihn verlassen. Er erzählt was von 4 l/Tag und dass er einen separaten Heizöltank habe. Denn in Flensburg gibt es Tankstellen, an denen man in Kanistern Heizöl kaufen kann. Warum das so ist. Hängt irgendwie mit der Nähe zu Dänemark zusammen.
Mein Verbrauch an Diesel hält sich aber noch in Grenzen.. Auch wenn ich die Heizung schon mal nachts oder auch tagsüber durchlaufen lasse. Mehr als 2 l pro Tag habe ich noch nicht gemessen. Die Heizung läuft nach dem Anheizen meist in der kleinsten Stufe weiter, was unter Deck immer noch um die 19/20 Grad Wärme bringt. Mir oft zu warm. Draußen hatten wir auch schon um die 3 Grad nachts und tagsüber 7 Grad, aber es lässt sich gut aushalten im Boot. Der Vorteil vom Durchheizen ist, dass weniger Kondenswasser an Scheiben und den kahlen GFK Flächen klebt. Einen einfachen Luftentfeuchter habe ich schon dazugestellt. Außerdem hat die Heizung nun 3 Auslässe und die Warmluftrohre eine extrem gute Isolierung. (Steinwolle umwickelt mit Alukaschierung)

Leider muss ich aber feststellen, dass die Slisand einige Lecks an Deck hat. Der Handlauf und die Genuaschiene sind jeweils an einer Schraube nun neu eingedichtet. Aus 2 kleinen Bohrlöchern tropft es auch recht kräftig. Da diese aber nicht bis außen reichen läuft irgendwo im Deckslaminat Wasser heran.Ich hoffe es kommt von der Genuaschiene und nicht noch wo anders her . Nun sind aber alle mit Sikaflex abgedichtet. Aber ich muss es im Auge behalten. Immer wenn es regnet bin ich etwas angespannt und überprüfe mögliche Stellen.
Das Leck an der Schraube der Genuaschiene lag im Gläserfach. Abends will ich mir ein Glas holen und wundere mich warum jemand ein vollen Wasserglas in den Schrank gestellt hat. Fast voll. Es tropft netterweise direkt von oben in das Glas. Außenherum war es nur leicht feucht. Welch ein Glück. Darunter unter dem Schrank liegt mein Kopf wenn ich schlafen.....
Auch an trüben Tagen liebe ich diesen Blick

Das Thema Heizöl ließ mich ja doch nicht los. Am Samstag hab ich mir einen 22l Außenbordertank geholt. War am einfachsten zu bekommen und er hat sowohl Entlüftung wie auch ein Saugrohr schon ein gebaut. Da hinein passte der dünne Treibstoffschlauch der Heizung und somit war die Umrüstung ein Kinderspiel. Im großen 25 l  Kanister, den ich seit Schottland eh an Bord habe, bin ich Heizöl holen gegangen und nun spare ich mir doch einiges.
Marion, hier am Steg habe ich in ihre 26 Fuss SY Findus nun auch eine 2KW (ich habe 4kw) Heizung gleichen Tpys eingebaut. Das ging schnell, trotz kleiner Laminierarbeiten. Werde darin wohl bald Profi ;)
Der Herbst verwöhnt mich hier, es sind die schönen, milden Tage noch in der Überzahl. Heute regnet es mal wieder länger und ab morgen soll es kälter werden. Naja, damit musste ich rechnen. Ich bin aber guter Dinge. Freunde mich mit Flensburg und den Menschen hier an. Es geht mir meistens gut. Noch bereue ich den Ortswechsel nicht. Mehr dazu aber ein andermal.
Warm eingepackt ist es zum Segeln nicht zu kalt