Montag, 12. November 2018

Auf zum Liveaboard. Flensburg wir kommen

Das Wetter passt beim Segeln nach Flensburg

Mit unglaublicher Lebensfreude laufe ich zum Boot. Es sind Tage wie diese die mich glücklich machen. Wetter, Wind gut und ich hab Zeit um zu segeln. 
Am Tag vorher hat es noch gestürmt und das Wasser war aus der Flensburger Förder gedrückt worden. Die Slisand lag 1,5m tiefer am Steg mit nicht mal mehr 5cm Wasser unterm Kiel. Der Hafenmeister hatte die Leinen gefiert, so wie es in guten Häfen normal ist. Ich bedanke mich als ich ihn sehe.
Am Tag vorher drückte ein Sturm das Wasser aus der Förde. Die Slisand liegt zum Glück am Steg mit etwas Wasser noch unterm Kiel 

Heute ist es eher ruhig, das Boot liegt nun fast zu hoch am Steg, sodass ich kaum hinein komme. Aber ich bin zu glücklich endlich nach 3 Wochen wieder auf Wasser zu kommen. Ich hatte die Slisand in Schausende gelassen. Da war es einiges günstiger als in Flensburg. Den Winterplatz habe ich ja erst ab November. Egal. Heute soll sie nach Flensburg. Schon in der Hafenrinne ziehe ich beide Segel. Wind schralt und ist boeig zwischen 3 und 6 Windstärken. Genau das Richtige um nochmal alle Segel zu setzen. Die Sonne scheint und wärmt. Im Mai ist es auch oft nicht wärmer. Gut eingepackt wird mir bald zu warm. Viele Boote sind in der letzten Oktoberwoche hier noch am Segeln. Warum auch nicht. Die meisten sind von der Segelschule DHH wie ich später erkennen kann. Wetter um Seebären zu gebären.
Ich genieße die Zeit. Hab keine Eile. Hell ist es noch bis fast 6 Uhr. Die Strecke ist aber doch viel zu kurz. Denke schon darüber nach nochmal in die andere Richtung zu segeln.
Dann komme ich in den Stadthafen. Mein gemieteter Platz ist noch nicht frei und so lege ich mich ganz außen hin. Schöner unverbauter und unverparkter Blick auf Flensburg. Hier würde ich gerne den winterüber bleiben.



Wenn ich koche schaue ich hier raus. Flensburg

Die Gastyacht bleibt nur ein Tag. Mein Blick bleibt ungestört
Flensburg vom Ostufer aus. Hier ist mein neuer Heimathafen

Als ich nachts wieder zum Boot komme, liegt ein Boot am Außensteg längsseits und da noch Licht auf dem Niedergang scheint, sage ich "Moin".
Paul auf seinem blauen Peter wollte auch auf den Liegeplatz, denn den hatte er letztes Jahr schon und wohnte an Bord. Ich bin enttäuscht. Aber ich sagt schnell dazu, dass er diesen Winter nach Asien geht und sein Boot alleine lässt. Es kostet mich am Morgen dann wenig Überzeugungsarbeit mit dem Hafenmeister, dass ich den Platz behalten kann und Paul 3 Plätze weiter innen nimmt. Ich helfe beim Verholen, denn es blässt kräftig. Ich verspreche ihm ein Auge auf seinen Peter zu haben. Am selben Tag lerne ich noch Marion am Steg kennen. Sie wohnt nicht auf dem Boot ist aber fast täglich da. Und sie ist süchtig nach Segeln. Fast täglich segelt sie nochmal raus in diesen schönen warmen Herbsttagen.

Das ist nun schon fast 4 Wochen her. Nun bin ein Liveaboard. Schlafe meistens auf dem Boot. Ich lerne andere im Hafen kennen, die den Winter auch auf dem Boot verbringen werden. Es sind vlt 10 Segler. Leider verteilt auf 7 Stege. So kommt man dann doch nicht sooft zusammen wie es vlt gemütlich wäre. Einige Tage nach meiner Ankunft kommt ein kleines Motorboot an den Außensteg. Ingo bleibt auch an Bord und das nun schon im 4.Jahr.
Am Rumpf steht es nun Schwarz auf Weiß wo ich hingehöre

Am Tag als wie uns das erste Mal sprachen lag der Steg fast unter Wasser. Starker Wind aus Ost drückt Wasser in die Förde. An der ganzen Küste gab es Hochwasserwarnungen. 130cm über Normal ist angesagt und da liegt der Steg dann unter Wasser. Sicherheitshalber nehm ich an dem Tag die Gummistiefel mit von Bord. Ingo erzählte, dass er letztes Jahr einmal nicht zu Arbeit kam, weil der Steg mehr als 30cm unter Wasser stand. Auch erzählte er von Schnee der knietief auf dem Steg und den Booten lag. Na dann...
Noch fehlen einige Zentimeter bis zum Scheitel meines ersten Hochwassers in Flensburg

Als ich nachts zum Boot komme, ist die Scheitelwelle überschritten und es war nur etwas Wasser auf dem Steg. Nun fanden das aber alle Enten außerordentlich reizvoll. Die Hinterlassenschaften nötigten zu einem nicht ganz einfach Slalomlauf auf dem klitschigen Steg im Dunkeln. 
Morgens hole ich mir beim Hafenmeister einen Besen und mache Kehrwoche. Da es regnete, war das eine schnelle Angelegenheit. 
Ingo hat die gleiche Heizung. Leider auch erst dieses Jahr eingebaut. Die andere hat ihn verlassen. Er erzählt was von 4 l/Tag und dass er einen separaten Heizöltank habe. Denn in Flensburg gibt es Tankstellen, an denen man in Kanistern Heizöl kaufen kann. Warum das so ist. Hängt irgendwie mit der Nähe zu Dänemark zusammen.
Mein Verbrauch an Diesel hält sich aber noch in Grenzen.. Auch wenn ich die Heizung schon mal nachts oder auch tagsüber durchlaufen lasse. Mehr als 2 l pro Tag habe ich noch nicht gemessen. Die Heizung läuft nach dem Anheizen meist in der kleinsten Stufe weiter, was unter Deck immer noch um die 19/20 Grad Wärme bringt. Mir oft zu warm. Draußen hatten wir auch schon um die 3 Grad nachts und tagsüber 7 Grad, aber es lässt sich gut aushalten im Boot. Der Vorteil vom Durchheizen ist, dass weniger Kondenswasser an Scheiben und den kahlen GFK Flächen klebt. Einen einfachen Luftentfeuchter habe ich schon dazugestellt. Außerdem hat die Heizung nun 3 Auslässe und die Warmluftrohre eine extrem gute Isolierung. (Steinwolle umwickelt mit Alukaschierung)

Leider muss ich aber feststellen, dass die Slisand einige Lecks an Deck hat. Der Handlauf und die Genuaschiene sind jeweils an einer Schraube nun neu eingedichtet. Aus 2 kleinen Bohrlöchern tropft es auch recht kräftig. Da diese aber nicht bis außen reichen läuft irgendwo im Deckslaminat Wasser heran.Ich hoffe es kommt von der Genuaschiene und nicht noch wo anders her . Nun sind aber alle mit Sikaflex abgedichtet. Aber ich muss es im Auge behalten. Immer wenn es regnet bin ich etwas angespannt und überprüfe mögliche Stellen.
Das Leck an der Schraube der Genuaschiene lag im Gläserfach. Abends will ich mir ein Glas holen und wundere mich warum jemand ein vollen Wasserglas in den Schrank gestellt hat. Fast voll. Es tropft netterweise direkt von oben in das Glas. Außenherum war es nur leicht feucht. Welch ein Glück. Darunter unter dem Schrank liegt mein Kopf wenn ich schlafen.....
Auch an trüben Tagen liebe ich diesen Blick

Das Thema Heizöl ließ mich ja doch nicht los. Am Samstag hab ich mir einen 22l Außenbordertank geholt. War am einfachsten zu bekommen und er hat sowohl Entlüftung wie auch ein Saugrohr schon ein gebaut. Da hinein passte der dünne Treibstoffschlauch der Heizung und somit war die Umrüstung ein Kinderspiel. Im großen 25 l  Kanister, den ich seit Schottland eh an Bord habe, bin ich Heizöl holen gegangen und nun spare ich mir doch einiges.
Marion, hier am Steg habe ich in ihre 26 Fuss SY Findus nun auch eine 2KW (ich habe 4kw) Heizung gleichen Tpys eingebaut. Das ging schnell, trotz kleiner Laminierarbeiten. Werde darin wohl bald Profi ;)
Der Herbst verwöhnt mich hier, es sind die schönen, milden Tage noch in der Überzahl. Heute regnet es mal wieder länger und ab morgen soll es kälter werden. Naja, damit musste ich rechnen. Ich bin aber guter Dinge. Freunde mich mit Flensburg und den Menschen hier an. Es geht mir meistens gut. Noch bereue ich den Ortswechsel nicht. Mehr dazu aber ein andermal.
Warm eingepackt ist es zum Segeln nicht zu kalt


Sonntag, 16. September 2018

Herbst

Kühl ist es geworden. Morgens lass ich meine neue Heizung gerne die Kälte der Nacht aus dem Salon vertreiben. Das Wetter ist herbstlich durchwachsen. Dennoch hält sich der Regen gerade zurück.
Ich segle eine der letzen Strecken des Sommers. Zurück in die Schlei wo im Mai mein Sommer begann. Fast 3000sm liegen im Kielwasser. Ein Sommer der Superlative. Sonne  im Überfluß. Viele liebe Begegnungen. Neues, zufälliges und verabredetete alte Freundschaften. Jeder einzelne eine Bereicherung. Viele lange und schöne Abende.
Heute die letzen Meilen. Viel zu kurz für diesen Traumtag. Die Sonne kämpft mit den Wolken, die Schauer von gestern haben schon verloren. Der Wind ist gut, kommt von hinten. Vor 2 Tagen noch haben wir uns hineingekreutzt in  die Eckernförder Bucht. Auch schön. Da ist segeln wieder Sport.
Nochmal in der Dänischen Inselwelt rumgetrieben. In Faaborg bei viel Regen und Wind hängen geblieben, dann eine nettes Mommark wieder entdeckt. Da kann man echt wieder hin. Dyvig, Aarö.
Segeln im Herbst. Nur wenige Boote noch unterwegs. Es macht Spass.
Von Kappeln werde ich im Oktober nochmal aufbrechen um zum  endgültigen neuen  Winterhafen nach Flensburg zu segeln.
Bin gespannt ob das Wetter mir noch einige warme und sturmfreie Tage dann schenkt. Und ich bin gespannt auf einen Winter im Wasser in Flensburg. Gespannt auf eine neue Stadt.

Montag, 3. September 2018

Herbstliches Segeln

morgens auf der Schlei


Es ruhig geworden auf dem Wasser. Gestern am Sonntag mit viel Sonnenschein lebte die Flensburger Aussenförde wie ein Binnensee gefüllt mit Segelbooten. Ein Tag später, der meterologoische Herbstanfang liegt schon hinter uns, empfängt mich die See grau und diesig. Kein Segel ist zu sehen. Der Wind weht leicht aus Ost. Ich ziehe nur die Genua. Ich hab es nicht eilig. Keine 20sm. Ich will nochmal vor Anker liegen. Im Nor hinter Egersund.
Doch ich täusche mich. Kaum schaut die Sonne hinter dem Dunstschleier, kommen die Segel. Inzwischen mit Großsegel wird der Ostwind kräftiger und wir saussen in die Förde. Das bringt Spass.
Normalerweise ist das die Zeit wo die Slisand zum Winterlager geht. Doch heute war ich nur in Gelting um zu Tanken und dem Hafenmeister bescheid zu sagen. Ich will mit vollem Tank in den Winter, denn ich hab nun eine Dieselheizung als erste Voraussetzung für eine Wintersaison im Wasser. Vorher will ich aber noch segeln. Vielleicht noch mal in die Südsee. Überfüllte Häfen werde ich da nicht mehr finden.

Das war auch Mitte August schon nicht mehr so schlimm. Voll ja, aber übervoll nein.
Von Nyborg bin ich früh los um nach Svendborg zu gesegeln. Da das Wetter passte und die Kira in Marstall  wartete, segeln wir weiter. Der Strom im Svendborgsund schiebt uns mit fast 2 kn unter die Brücke durch.
Am nächsten Tag gibt es ein schnelles " Hoch-am-Wind" segeln nach Fehmarn. Genauer: Nein. Kurz vor Orth hören wir von Ruby und der Everjoy, dass der Hafen zu voll ist.  Ab nach Heiligenhafen und am nächsten Morgen rüber nach Orth. Ruths Geburtstag feiern.
Orth, immer eine Reise wert

Über Land kommen noch Klaus und Evi dazu und zufällig geht eine Marieholm 26, die ich selbst mal gechartert hatte, bei uns längsseits. Und ich fasse es nicht. Es sind Freunde aus Landsberg. Ich war mit beiden vor 6 Jahren im Mittelmeer segeln. Inzwischen sind sie zu dritt und wir freuen uns sehr über das Treffen. Es wird ein langer und gemütlicher Abend.
Wir wollen weiter nach Lübeck. Der Wind passt und wir wollen es nun endlich schaffen. Immerwieder wegen Wind und anderen Gründen verschoben. In Travemünde hat Uwe, den ich vom TO kenne, einen Platz reserviert und am nächsten Morgen schon, motoren wir die Trave hoch. Es ist alles geboten. Von purer Natur mit Buchten und Ankerplätzen bis hin zu Steganlagen für Sportboote und Großschifffahrtsverladekais.
Durch eine Brücke noch und dann liegt die neue Stadtmarina direkt an der Altstadt vor uns. Die Stege sind in vielen Karten noch auf der anderen Traveseite eingezeichnet. Man liegt gut und die Serviceeinrichtungen sind modern. Aber auch der Preis ist deutlich höher als sonst.
Wir bleiben eine Nacht, haben einen schönen Abend mit Georg und Ilka, die wir 2 Jahre vorher in Schweden kennnengelernt haben und hier leben. Lübeck eine Stadt die mir sehr gefallen könnte. Auch zum Leben.
Hinterhöfe in Lübeck. Manche sind ein Kaffee...

In dre Stadtmarina von Lübeck treffe ich zufällig Karl Heinz mit seiner Molly

Hinterhöfe: ...manche einfach nur zum Wohnen und Wohlfühlen



Wohnen an der Trave


Enge Gassen in Lübeck

Und, ich treffe auf die Molly. Ein kleines Motorboot mit dem Karl Heinz viele tausend Meilen schon um Ostsee und Nordsee gefahren ist. Ich traf ihn 2008 in Estland. Was für eine Überraschung.
Abends legen wir uns in der Trave vor Anker, um am nächsten Morgen bis zur Großenbroder Fähre zu segeln. Wetter ist gut, Wind aus der richtigen Richtung. Eine schnelle Fahrt nach Norden. Grillen mit der Ruby.
Ankerplatz in der Trave

In Laboe kommt mein Sohn mit seiner Freundin an Bord. Die beiden segeln nun die nächsten 12 Tage mit.  Über die Schlei, wo wir noch das Segelforumstreffen besuchen, geht es den kleinen Belt hoch. Der Wind ist gnädig. Dreht von Südlichen Richtungen auf Nördliche in der Woche, genau als wir wieder nach Süden segeln. Aarö, eine kleine Insel im Belt besuche ich das erste Mal. Middelfahrt war ich auch lange nicht mehr. Zurück über die Dyvig, Wackerballig und wieder Schlei.  Dort steht das Auto von meinem Sohn.
Mittelfahrt. Im Alten Stadthafen liegen die Holzschiffe. Augeweide

Aarö

wunderbare Insel Aarö

In Aarö ist es entspannt leer

Blick von Grossenbroder Fähre zur Fehmarnsundbrücke. Der fahrende Zug klingt bei der Windrichtung wie ein startender Jet.

Am Sonntag morgen bin wieder allein und ich wache wie immer früh auf. Der herbstlich Morgentau liegt noch auf dem Boot. Ich will los. Noch ist es windstill, aber der Ostwind soll bald kommen. Nur einige Fischer tuckern hinaus zu ihren Netzen, die Sonne glitzert im Osten. Ein Segel spiegelt sich vor Schleimünde im Wasser. Ich zähle über 30 Ankerlieger entlang des Fahrwassers. Das kenne ich so noch nicht. Es ist friedlich.
Kurz vor Schleimünde kommt der Ostwind. Ich setze die Segel und habe einen wunderbaren, leider viel zu kurzen Segeltag in die Geltinger Bucht.
Nach Wackerballig. Reinhrad und Liane haben ein neues, gebrauchtes Boot gekauft, und wir, Uwe und ich helfen beim Startklarmachen incl. kleinem Probschlag.
Heute morgen  noch ein gemütliches Frühstück. Leider kann Uwe nicht mitkommen und so segle ich allein in die Förde. Wir wollen am Wochenende nochmal zusammen los für eine Woche in die Südsee, sofern das Wetter noch etwas Sommer für uns bereit hält.
Diese Nacht schwoije ich nun allein über das Nor. Sonnenuntergang inclusive

Vor Anker

Im Nor vor Anker
Schwer zu erkennen. Eine OE32 mit Holzdeck und Aufbau. Eigenleistung eines Hamburger Schreiner


Samstag, 11. August 2018

Der Sommer macht Pause

Im Morgenlicht nach Süden

Die Sonne steht glutrot eine handbreit überm Horizont, eine leichte Brise weht um die Nase. Die Steilküste leuchtet im warmen Morgenlicht. Wie ich diese Momente liebe. Ich verlasse den Hafen von Langör im Norden von Samsö.
Schon 2 Tage vorher habe ich mir dieses frühe Auslaufen gegönnt. Nicht immer ganz freiwillig. Immerhin hatte ich 67sm vor mir und da sollte man das Tageslicht nutzen. Der Wind kam spät, erst motore ich über ein spiegelglattes, aber atmendes Meer. Ich will vom Nordausgang auf der Schwedischen Seite des Sundes, von Viken direkt nach Samsö.

Die Wettervorhersagen sagen kräftigen Wind für die kommenden Tage vorher. Da nehme ich den etwas schwächeren. Später,  ausgebaumt vor dem Wind segle  mit 4 kn nach Westen. Nach 12,5 Stunden habe ich es geschafft. Am Ende bläst mich ein kräftiger Südwind noch in die etwas verwinkelte Einfahrt von Langör. Ich war hier vor 10 Jahren das letzte Mal. Die Liebe zu dieser Gegend ist sofort wieder wach. Morgen wollen Freunde hier vorbeikommen. Ich freu mich schon.

Schon vor 10 Jahren war er so abgefendert und vertäut im Hafen von Langör

Der Hafen von Langör bietet nicht viel. Aber das macht ihn aus. Das kleine Restaurant im roten Haus ist alles

Langör

Vor Samsö


Von Ystadt sind wir am Freitag nach Dragör gesegelt. Eine kleiner touristisch trubeliger Ort im Süden von Kopenhagen. Nun treffen wir endlich Uwe und Doro mit der kleinen Brise. Sie waren uns immer einige Tage voraus. Auch in Ystadt hat die Zeit nur für ein kurzes "Hallo" gereicht. Aber sie haben uns viele der Ankerbuchten der letzten Wochen empfohlen. So zu sagen ein Guide der vorher schaut wo es schön ist. Danke dafür.
In Dragör. Wieder in Dänemark

Dragör, ein kleiner malerischer Fischerort

Mit der Kleinen Brise schlemmen wir

In Dragör gibt es eine neue Badestelle

Wir verbringen schöne gemütliche Stunden. Sowohl für Doro wie auch für Susanne ist hier erstmal Schluss. Während Uwe seine Tochter mit Freund an Bord nimmt und nach Süden segelt, nehme ich allein den Nordkurs. Ich will lange Strecken segeln. Das Wetter passt.  Gegen einen kräftigen Südstrom segle nach Norden an Kopenhagen und an der schönen Inseln Ven vorbei nach Viken. Ein unscheinbarer aber netter Ort auf schwedischer Seite. Dort vor dem Einlaufen hole ich tatsächlich mein Ölzeug aus dem Schrank. Es droht der Himmel dunkel mit Regen. Aber es ist kaum der Rede wert. Aber man merkt. Es wird kühler. Der Sommer verabschiedet sich. Auch wenn am nächsten Tag mit Wind von hinten noch mehrmals die Pütz mit Wasser mein Haupt kühlen muss, merkt man am Abend, es geht dahin mit dem Sommer.
Morgenstimmung in Langör

Abends in Langör

Eine Bucht neben dem Hafen lädt zum Ankern ein


Nun sitze ich hier in Nyborg, einer Stadt an der Großen Belt Brücke. 2 Fronten mit Regen und vor allem viel Wind halten mich im Hafen fest. Glücklich bin ich den großen Belt noch am Donnerstag nach Süden gesegelt. Ich hätte gleich weitersegeln sollen. Das ist nicht der Ort für mich um  länger zu bleiben.
Wissend, dass am nächsten Tag ein Orkantief über uns hinwegziehen wird, suche ich im Innenhafen nach einem Platz. Leider will keiner mich ins Päckchen lassen, da im großen, leider auch sehr offenen großen Außenhafen doch noch soviel Platz ist. Ich lege mich an die Kaimauer. Hier gibt es tatsächlich sowas wie Ebbe und Flut.
Ich habe am Ende vergessen das Wetter nochmal richtig anzuschauen, denn sonst hätte ich gesehen, dass der Sturm schon in der Nacht losbricht und anfangs nicht aus West, wie gedacht, sondern aus Süd kommt. Und der Hafen ist nach Süden nicht sehr geschützt. In dem großen Hafenbecken baut ich sofort eine kräftige Welle auf und mit Hilfe des Windes drückt es dich kräftig in die Kaimauer.
Zum Schlafen komme ich in dieser Nacht kaum. Immer wieder muss ich die Fender korrigieren, denn das Wasser steigt erst richtig hoch, um am Morgen wieder ganz unten zu fallen. Wilde Blitze zucken in der Nacht durch den Hafen. Alle schaukeln wie wild. In dieser Nacht schläft hier keiner wirklich viel.
Die Sedov unterwegs zur Hansesail im Großen Belt

Typisch für Dänemark

Die Grosse Belt Brücke

Nyborg, der Innenhafen

Nyborg der Außenhafen. Rechts unter den Häusern hoffte ich Schutz zu finden

Diesen Querbalken gilt es mit den Fendern zu treffen um das Schiff zu schützen. Das Wasser steigt und fällt schnell.
Nachts sehe ich noch im Taschenlampenlicht eine Ratte vorbeihuschen.
Im Yachthafen der Blick vom Cockpit. Der Versuch alte Fischerhütten mit der moderner Hafenbebauung zu verbinden

Am morgen verhole ich mit Hilfe von Jürgen einem Segler, dem es auch so erging wie mir, in den Yachthafen. Er will aber liegen bleiben. Bei viel Wind klappt dennoch das Umlegen mühelos. Ist zwar weit ab vom Schuss nun, aber hier kann ich trotz Tide und einer weiteren Front sehr gut schlafen. Ich baue mein Bordfahrrad auf.
Morgen werde ich wieder sehr früh starten, denn in Svendborg kommt Susanne mittags am Bahnhof an. Dann werden wir sehen wo es hingeht. Das Wetter ist schon etwas herbstlich nun, das Schwitzen hat ein Ende. Ich muss mal nach meinen warmen Sachen suchen. Keine Ahnung wie tief die sich im Schrank vergraben haben. Ein Wahnsinns-Sommer geht zu Ende.

Glücksmomente, wenn der Wind das Boot zur Seite legt und du fahrt aufnimmst

PS: Die Reise geht ihrem Ende zu, meist wird dieser Blog dann bis zum Frühjahr eingemottet. Dieses Jahr soll es anders sein. Ich werde nach Flensburg ziehen, mein Schiff dort im Hafen über Winter lassen und soviel Zeit wie geht auf dem Boot leben. Ich will mal wissen wie das so ist. Im Winter, im Norden. Und darüber werde ich auch hier schreiben. Ich freu mich vor allem auch auf Leute die mal im Winter anklopfen in Flensburg. Ein ganz neue Erfahrung. Bin gespannt.