Montag, 9. Juli 2018

Wieder in Schweden



vor Anker in den Alands
Die kleine Fock, besser Genua 3, geht hoch, es bläst kräftig aufs NW vlt 5, mal etwas mehr. Das reicht erstmal an Segelfläche um nach Süden raus zu kommen.
Es pfeift seit Tagen gegen Mittags immer mit über 20 kn aus Nord. Seit fast 2 Wochen nun. Dazu viele Wolken. Es ist kühl. In Schweden ist das Hoch näher und etwas ruhiger und wärmer, wie ich auf der Wetterkarte sehe. Mich zieht es zurück.
Ich hatte einige schöne Segeltage, mit kreuzen und Hoch am Wind Kursen. Gerefft und Genua 3.Das macht es Spaß. Vor allem, wenn es durch ein Insel- und Steinelabyrinth geht. Ankern und am Steg, z.B. von Seglinge. Wirklich gemütlich hier. Dort treffe ich auf Karin und  Frank von der Alauna. Wir hatten uns am Abend vorher schon am gemeinsamen Ankerplatz etwas südlicher begrüßt. Nun liegen wir neben einander und verbringen einen gemütlichen Abend auf der Slisand. Am Morgen schenke ich ihr zum Abschied einen meiner beiden Minztöpfe, auf die sie so leidenschaftlich am Abend geschaut hat. Ein kleines Geschenk und soviel Überraschungsfreude bei ihr. Ich bin ganz gerührt. Sie auch. Sie gibt mir dafür einen schwedischen Alandführer den sie nicht mehr braucht, da es ihn auch bei ihnen an Bord nun in Deutsch gibt.
Kreutfahrt durch die Schären. Es bläßt mit 5 und mehr
Seglinge, kleine Insel. Nur 9 Familien leben hier

Seglinge, draußen zieht ein kühler Nebel vorbei

Die Versorgung auf Seglinge. Tankstelle und Supermarkt

das Hafenmeisterbüro auf Seglinge, Eine nette und hilfbereite Hafenmeisterin verkauft u.a.geräucherten und frischen Fisch. der Opa ist Fischer. 

Außer Strom, in Kabeltrommeln aus 2 Steckdosen verteilt, kann aber kein Service erwartet werden

Voller Emotionen segele ich nach Westen. Kurze kleine Momente, die lange nachwirken. Die Sonne kommt raus und ich kann nicht  genug bekommen. Also segle ich 35 sm bis nach Mariehamn. Dort ist es voll. Ich finde außen noch Platz. Nicht ideal, aber ich bin in der Box drin. Bei 5 BF von der Seite Einhand, keine leichte Sache.
Als ich vom Einkaufen wieder komme, liegt neben mir die Keto. Ich hab Carsten und seinen Hund Paule in Norrtälje getroffen. Nun ist Frau Anke mit an Bord. Wir ratschen viel, ich bastle derweil am Boot (die Heizung muss endlich fertig werden, denn der Herbst  naht)

Wenn nicht Schweden spielt, ist das Publicviewing in Mariehamn ein netter Zeitvertreib
Mariehamn

Zusammen gehen wir zum Publicviewing. Am Abend noch eine gemütliche Angelegenheit und ein super Spiel der Belgier. Doch beim Spiel der Schweden am nächsten Nachmittag ist es uns dann doch zu voll und voll mit Emutionen. Die können gut bechern die Schweden.
Die Keto will weiter in den Norden. Sind das erste Mal hier unterwegs. Mal sehen wie weit sie der Wind kommen läßt. (www.acp-auf-see.blogspot.com)
Mich treibt es nach Westen. Die Segel oben, Wind von hinten, Sonne wärmt. Kann mein Glück nicht fassen. Es geht weiter unter Segel.
Durch die Schären der Alands

Letzter Blick auf die Alands

Der Wetterbericht sagte ein Abflauen gegen Nachmittag vorher. Um 2 Uhr bin ich raus aus den Inseln und auf  offener See. Der Wind bläst noch kräftig. Boen bis 6 bestimmt. Ich muss das 2 fach gereffte Groß setzen, weil wir die Höhe zum Wind nicht halten können. Der Wind kommt doch mehr aus Westen als gedacht. Und die See ist hoch, kurz und konfus. Ich schaukel mir einen ab. Muss selber steuern. Die Windfahne lässt mich in die Welle knallen, dass es weh tut. 3 Stunden später, es treffen sich genau in der Mitte der Strecke mal wieder 3 Segler, 2 Fähren und ein Frachter,  läßt der Wind rapide nach, dreht günstiger etwas nach Nord und die Windfahne steuert nun in die kleiner werdende See zufriedenstellend.
Die Sonne steht schon tief muss ich sogar den Motor für die letzte Stunde anwerfen, denn es flaut sehr schnell ab. unter 3 kn mit alter Dünung ist segeln nicht mehr schön.
Wir werfen den Anker in Arholma. Es is voll hier. Und ich bin nicht der Letzte der kommt.
Morgens ist es dann um 9 Uhr schon sehr leer. Sie scheinen alle auf den ruhigen heutigen Tag gewartet zu haben um ihren Schlag zu den Alands zu segeln.
Ich bin nun aber erstmal wieder in Schweden. Am Wochenende will ich ich in Stockholm sein.

Vor Anker auf Arholma

Mittwoch, 4. Juli 2018

Alands

Irgendwo in den Alands


Vor Anker. Nun ist Highseason und man ist nicht mehr Allein
Es bläst heftig. Mit soviel Gegenwind hätte ich nicht gerechnet. Zum Glück dreht er etwas nach NW. Ich kreuze zwischen den Alands Inseln und seinen vielen Steinen und Tonnen nach Norden. Ich habe gestern schon die Genua 3 aus der Backskiste geholt. Müfelte  noch nach letztem Jahr. Das Reff im Groß habe ich mir gespart, denn, es sah nicht nach soviel aus. Nun messe ich 25kn und manchmal etwas mehr scheinbaren Wind.
Nun ist die enge Durchfahrt geschafft, da kommt was Grosses auf mich zu. Die Amorella der Viking Line. Die großen Fähren fahren hier durch die engen Fahrwasser. Und an der engsten Stelle sollen wir uns treffen. Ich hol mal schnell das Gross weg, Ab hier nun noch Halbwind. Nun ist die Fähre durch und ich an der Engstelle. Gerade richtig getimed.
Recht eng in den Fahrwassern der Alands

Weiter geht es durch ein Fahrwasser, das in der Karte für 1,80m Tiefgang freigegeben ist. Ich hab 1,60. Das sollte passen. Aber beruhigt bin ich erst als mir ein anderer Segler entgegen kommt. Ich hab auch genau nach Brücken geschaut. -Keine,  denn vor 10 Jahren musste ich weiter südlich umkehren. Da hab ich ne Brücke mit 8m übersehen.
Nun ist der einzige Gegner noch eine Seilfähre. Die wartet aber auf mich und läßt mich ungehindert übers ihr Seil segeln.
Ein wunderbarer Tag, der anfing mit einem Sprung ins kalte (ca 15Grad) Wasser. Wir liegen vor Rödhamn, südlich der Zufahrt zum Mariehman Osthafen. Bis zu dem Zeitpunkt weiss ich noch nicht, was ich machen werden. Da aber die Sonne so schön scheint, habe ich keine Lust auf Stadt. Da komme ich noch früh genug hin. Der Wind weht konstant die letzten Tage und soweit die Wetterapp reicht auch weiterhin aus Nord. Mal Stark, mal etwas schwächer. Selten unter 15kn, meist um die 20kn. Ich mach mich auf nach Osten, an einer Untiefentonne , richtig herum vorbei. - letztes Jahr hab ich sie noch geschnitten und einen Stein übersehen. -Diesmal bin ich da genauer. Dennoch. Ich hab mir angewöhnt, nun immer zum Plotter das Tablet mit laufen zu lassen. Die Papierkarten liegen wegen der Übersicht auch bereit. Es sind doch recht viel Steine hier.
Nach Norden können wir fast anliegen. Immerwieder ändere ich den Wegpunkt. Es gibt 2 Durchfahrten. Welche geht wohl. Hier im Lee der Inseln, dreht der Wind recht stark.
Hoch und höher am Wind klappt es gerade so eben. Die Tonnen sind schwer zu sehen. Der Motor läuft auf Standby mit. Soviel Adrenalin brauche ich dann doch nicht, das sich es ohne versuche. Es Klappt.
Gestern bin ich in Nortälje früh los. 45sm standen auf der Tagesordnung. Da ich nicht wusste, wieviel da wirklich draussen auf mich wartete, habe ich die Genua 3 angeschlagen. Nach 3 Stunden gemütlichen segelns spitze ich bei Arholma um die Ecke und binde dann gleich noch ein Reff ins Gross. So gewappnet saussen wir rüber in die Alands. Halberwind, später etwas raumer noch. Nie unter 6 kn. Die reparierte Windfahne steuert wieder. Gott sei Dank.

Stabiler aber nicht schöner. Die Windfahne

Durch das enge Fahrwasser zur Bucht.

Am Freitag, als wir noch in Arholma am Steg lagen und es über die Bucht pfiff, war plötzlich die Windfahne abgebrochen. Das Nirorohr, das die Fahne hält, war gebrochen. Wir waren auf Landaussflug und sahen den Schaden erst später. In Norrtälje,  wo wir aus diversen Gründen dann am Samstag hinsegelten, konnte ich Polyesterharz und Matte kaufen und die Nirorohrkonstruktion etwas umbauen, sodass ich wieder eine funktionierenden Anlage bekomme. Überrascht war Wilfried, von der Ruby dass ich sogar eine Flex mit Niroblatt dabei hatte. Man lernt dazu.
Aber laminieren bei 6 Windstärken im Hafen. Die Matte hebt trotz Klebers immer wieder ab auf der glatten Holzfläche. Nächstes Jahr nehme ich noch ne Werkstatt mit. Und wenn wir gerade bei Verlusten sind. Ein Bordrad hat auch nun den Dienst quittiert. Am Vortag gab es noch einen neuen Schlauch, dann bricht die Lenkerklapphalterung auseinander. Tja und Wilfied hat nun einen neuen Heckanker, nachdem der andere irgenwo in der Tiefe geblieben ist. Der Wirbelschäkel war gebrochen.
Ankertransport auf dem Bordrad

Nach einer Rauschefahrt bin ich südlich der Hauptinsel auf der Mariehamn liegt, am bekannten Naturhafen Rödhamn angekommen. Es ist grau und kalt. Dann kommt noch ein kurzer Schauer. Nein ich geh nicht an Land. Abends schläft der Wind ein, Die Wolken lassen die untergehenden Sonne Raum ein phanastisches Abendrot am Himmel zu malen.

Rödhamn


Morgen versuch ich noch etwas nördlicher zu kommen um am Wochenende von Osten Mariehamn an zulaufen. Sonntags soll es wieder kacheln aus Nord. Sonst keine weitern Pläne.
"Na, brennt es endlich". Ich beobachte den Saunaofen, den ich gerade angezündet habe.

Einzigartig, die Sauna in Arholma mit direktem Zugang zum Meer
Brotbacken auf Arholma. 
Wenn man wegen zuviel Wind nicht segeln kann, dann kann man ja mal faul sein. Charteryacht auf Arholma

Arholma

Durch einen Waldweg über Steine und Brücken geht es zum Westhafen in Arholma

Westhafen Arholma
´Norrtälje

Notttälje, nette Städtchen. Auch ideal zum Crewwechsel. Bus nach Arlanda (1,5h mit einmal umsteigen)

Norrtälje
Hab mir eine Solartasche geleistet in Vaxholmen. Nun hängt sie perfekt aufgerichtet und bringt 5A Ladestrom
Nach dem WM aus, bleiben wir nicht in Furusund, sondern legen uns 5sm südlich in eine Bucht. Ein Schwimmsteg, den uns Schweden anbieten, nehmen wir gerne an. Letzter Abend mit Edi und Petra und der KIRA.

Dienstag, 26. Juni 2018

Mittsommer, WM und die Schären

Nach Mitternacht nach dem WM Spiel gegen Schweden

Internationales Publikum


"Ich bin für beide" sagte Birgit und hielt mir erst ihre eine Hand mit schwarz rot goldenen Fingernägeln hin und dann ihre Andere mit dem gelben Schwedenkreuz bemalte Hand hin.
Wir sind vor den Toren Stockholms auf einer kleinen Schäreninsel mit einem Pub. Die Insel Getfoten gehört dem Brunsvikenyachtclub und Gäste sind willkommen. Ich war da schon einige Male. Es ist verdammt schön und gemütlich dort. Die richtige Insel um sich das WM Spiel Deutschland-Schweden anzuschauen. Mit uns segelt wieder die Ruby.
Die ideale Insel um nicht Angst zu haben, wenn Deutschland gewinnt. Denn sie ist so international. Der Wirt ein Tscheche, verheiratet mit einer Thailänderin, am Steg liegen Philip und seine Frau Neta, ein Schweizer mit einer Schwedischen Frau. Birgit, eine Hamburgerin mit ihrem Canadischen Mann, beide in Stockholm lebend und ihre beiden 3 sprachigen Kindern.
Dzu kommen noch ein älterer Schwede (sozusagen der Manager der Insel für den Verein) und sein großer Sohn in 2 getrennten Booten. Segelboot oder Motorboot ist da egal. Alle sind nett, offen und freundlich.
Im Pub finden sich dann noch ein anderes, wohl schwedisches Paar ein, wobei man uns andeutet, dass sie auch nur "Zugereiste" sind. Er fanatisch, sehr emotional und springt schon beim ersten Konter der Schweden auf und schreit und will in den Fernseher schlüpfen um noch näher dran zu sein. Wir sehen zwar dadurch weniger, aber der Stimmung tut das keinen Abbruch. Beim ersten Tor der Schweden, ist dann auch klar, wo die Fronten im Raum verteilt sind. Ab der Halbzeit wird es dann voll. Der eine Schwede kommt mit einer übergroßen blau/gelben Flagge daher. Sichtlich schon etwas angetrunken skandiert er schwedisches. Wir halten uns etwas zurück. Stellen aber dann schnell fest, dass nicht nur noch ein Canadier (Geschäftsbesuch des anderen Canadierer) und ein Palestinänser hier sind, sondern auch der Wirt und seine ganze asiatische Verwandschaft noch dazu gekommen sind.

Und so können wir dann in letzter Sekunde tatsächlich den Deutschlandgewinn feiern. Zum Trost lädt Wilfried einen Teil der Mannschaft noch auf die Ruby auf einen Schnaps ein. "Schnaps", das deutsche Wort wird schnell verstanden und die Niederlage noch schneller vergessen.
Fast eine Flasche Himbeerschnaps später, sowas kennen die hier gar nicht, trennen wir uns nach einem schönen nicht dunkelwerdenden Abend nach Mitternacht. Ein Teil der Leute sind vom anderen Steg in einem Schlauchboot angerudert gekommen. Nun ist es eine kleine Herausforderung wieder heil und trocken an den 50m entfernten Steg zu kommen.

Feier nach dem WM Spiel

Sauna auf Getfoten. Beste Aussicht

Wir haben uns über den Sieg gefreut, wobei das danach doch noch viel schöner war. Wir hatten uns deshalb gewünscht das Spiel in Gesellschaft zu sehen.

Am Tag vorher war Mittsommer. Schon ein Tag vorher machen sich die Schweden auf  in die Natur, sprich den Schärengarten. So auch wir.

Aber mal etwas zurück. Das erste WM Spiel schauten wir wie geplant in einer Kneipe mit anderen Deutschen  in Trosa. Trosa, auch Ort wo ich immer wieder hinfahre. Fast ein museales Städtchen mit fast ausschließlichen bunten Holzhäusern und einem kleinen Fluss, der hier ins Meer fließt. In der Saison recht voll, war es aber noch sehr überschaubar. Ich empfehle wirklich allen angehenden Ostschwedenseglern aus Deutschland den Juni unbedingt voll einzuplanen. Es ist einfach so schön ruhig noch.
1.WM Spiel in Trosa

Scheissspiel, aber gute Hamburger

In Trosa trennen Ruby und wir uns. Sie wollten weiter gen Norden. Wir wolltem einem Freund wieder Richtung Süden entgegen segeln. Doch der Wind bläst kräftig aus Süd. Nach langem diskutieren und einigen Whatsappnachrichten später, stellten wir die Idee ein. Für beide Boote wäre nur Stress herausgekommen. Und so ziehen wir bei kräftigem Wind nur die Genua hoch und segeln einige Meilen nach Norden. Wieder durch den Dragetskanal. Direkt dahinter gibt es eine wunderbare Ankerbucht,  in der wir die angekündigten 8 Windstärken in der Nacht gut begegnen können.
Dragetskanal. 2m tief und vlt 5m breit

Am Morgen war es dann grau und irgendwie ungemütlich, und so verholen wir uns in den netten Vereinshafen nach Nynäshamn. Es gibt dort nur 7 Gastplätze, doch die waren wegen einem Segelcamp für Jugendliche belegt. Glücklicherweise fanden wir einen letzten Platz am Stegkopf. Dort treffen wir den Hamburger Alleinsegler Bernd. Wir wollen uns wieder sehen, evtl zu Mittsommer, doch leider verlieren wir ihn aus den Augen. Schönen Gruß auf diese Weise.
Denn wir sind am nächsten Tag mit immer noch kräftigem Wind und tiefhängenden Wolken nur bis Namdö gesegelt. Der schwarze Himmel von Südwesten verheitt nichts gutes.und wir haben genug gefroren.
Bernd war morgens schon sehr früh los und lag etwas nördlicher. Dort wo die Ruby lag.

Nynäshamn mal anders. Ungemütliche riesige Hafen im Hintergrund

Wir liegen im Vereinshafen mit Blick auf das alte Badehaus

Das alte Badehaus ist nun der Spabereich eines 4 Sterne Hotels an deren Bar wir abends uns noch einen Drink gönnen. bezahlbar. Nur 4 Euro pro Drink

In der Bucht des Vereinshafen in Nynäshamn
Am Mastkran mit Leiter kann ich endlich ein 2.Grossfall einziehen. Es war mir letztes Jahr ausgerauscht

Nämdö, eine tief eingeschnittene Bucht im Norden mit einer Schärensauna. Nur hat es direkt nach dem Ankern so zu regnen angefangen, dass wir nicht mehr an Land rudern wollten. Kurz vor Mitternacht hellt sich der Himmel wieder auf und ein verzaubernders Farbenspiel zieht über die Bucht.
Nach dem Regen in Nämdö

Am nächsten Tag ist der Wind weg. Wir motoren zu unserem Mittsommerziel. Gällnö. Eine Insel, die ich immer wieder besuchen kann. Unterwegs treffen wir auf die Ruby. Perfekt getimed.
In Gallnö sind wir nicht die einzigen und es werden noch einige mehr im Lauf des Abends. Dennoch hat man nicht das Gefühl von voll. Wir rudern nach einem Regenschauer an Land und schauen ob auch am nächsten Tag hier wieder um den Baum getanzt wird.
Leider ist nach diesem wahnsinnigen Start des Sommers, genau zu Sommeranfang und dem zweithöchstem Feiertag für die Schweden, das Wetter alles andere als sommerlich. Wir hätten es ihnen gegönnt.
Kalt ist es geworden.

Friedlich vereint die Beiboote der Ruby und der Slisand.

Immer am Freitag nach dem 21.6. ist bei den Schweden Mittsommer. Morgens wird der Baum geschmückt und aufgestellt. Dann wird gemütlich gepicknickt, Blumenkränze fürs Haar gebunden und anschließend, von einigen Musikern animiert um den Buam getanzt. Alle Altersgruppen tanzen und machen Singspiele. Man fühlt sich wie im Kindergarten aber keinem ist es peinlich. Die Stimmung ist so ausgelassen und schön. Leider ist dieses Jahr viel weniger los hier. Die dunklen Wolken haben doch Einige abgehalten zu kommen. Auch während dem Tanz zieht ein kalter Wind mit kurzem kräftigem Schauer über die Tanzenden. Man hat aber vorgesorgt und so geht es nach dem überziehen bunter Regenkleidung gleich weiter.
Danach verziehen sich die Leute in ihre Ferienhäusern und feiern familär weiter. Unsere Familie sind die anderen Segler und so feiern wir auf unseren beiden Booten weiter. Wir liegen zusammen gebunden an 2 Ankern. Mal hält der eine, mal der andere.
Gallnö am Kaufmannsladen und Pub im Regen am Tag vor Mitsommer



Wetter ist kein Thema in Schweden


Die Westseite von Gallnö

Selfies vor dem Mittsommerbaum

Beim Blumenbinden sind alle zusammen


Mittsommer im Handyzeitalter

Die Musik bittet zum Tanz

Mittsommer auf Gällnö

Nach Mittsommer kommt dann aber die Suche nach einer Möglichkeit das Spiel zu sehen. Als Notlösung steht Vaxholmen auf dem Plan, aber zuerst  mal nach Getfoten. Dort werden wir nicht enttäuscht.

Gasthaus auf Getfoten. Auf den Steinen wird draußen serviert

Am nächsten Morgen dann mal wieder ein kleines Motorproblem. Er startet nicht. Neuer Motor (von 2015) und das Problem hatte ich schon mal (Schottland)-laut Volvoeinbauer, ein übliches Problem bei Volvo-. Der Magnetschalter für den Motorstop klemmt und lässt keinen Diesel durch. Dumm nur, dass man dazu die kompletten Einspritzleitung vom Motor abbauen muss um das Teil auszubauen. Ich habe nach der ersten Erfahrung ein Ersatzteil an Bord und nach etwas mühevollem Entlüften der Anlage springt der Motor nach 1 Stunde Reparatur glücklicherweise wieder an. Volvo D1 30. Konstrukteure könnte man...

Nun unterwegs mit kurzen Segeltagen durch die Schärenwelt vor Stockholm. Gestern Ingmarsö (wunderbar, aber teuer, nur Strom und kein Wasser oder Sanitärgebäude), heute am Felsen in Ladviken auf Krokholmen (noch schöner). Gleich geht es weiter nach Finnshamn, auch Paradiesviken genannt. Die Kira wartet schon. Uns gehts gut. Der Sommer ist, zwar kühl und leicht verhangen, wieder zurück.



Ingmarsö

Ingmarsö. Typisches Gefährt

Statt Brötchentütchen schreibt man es auf den Stein, wo man ist

Ingmarsö

Bucht bei Krokholmen

Krokholmen


Am und auf dem Felsen in Krokholmen