Dienstag, 16. August 2016

Rügen




Rums! Es knallt im Schiff, die Wellen sind hoch und ich kämpfe mich nach Südwesten. Tagelang hat es aus Westen geblasen, nun soll der Wind abnehmen und drehen. Beides hat es noch nicht wirklich getan, aber nach fast 3 Tagen in Kristianopel will ich das kurze Wetterfenster nutzen und Richtung Bornholm segeln. Mit großem Bahnhof lege ich gegen 6 Uhr abend ab. Die Anderen wollen lieber am nächsten Morgen los, da ist die Welle weniger. Da ist mir wieder zuviel West angesagt. Ich hab die Hoffnung auf Nordwest.

Es wird dunkel und ich komme aus der Landabdeckung an der Südostecke Schweden raus und die See nimmt zu. Da die Welle länger nachläuft als der Wind bläßt, habe ich hier bestimmt noch 2m Welle die mehr von vorn kommt als es der Wind veranlassen würde. Die Windfahne steuert, aber die Slisand kracht immer wieder in tiefe Wellentäler. Ich fange an mit zu steuern, spüre die Wellen eher. Die Nacht ist dunkel und nur ab und an sieht man weisse Schaumkronen. Die Milchstraße ist wunderbar zu sehen und viele Sternschnuppen. Mir fällt nur ein Wunsch die ganze Zeit ein. In einiger Entfernung Blitzt es und ich wünsche mir nur: ¨Bitte kein Gewitter¨.

Der Wünsch wir erhört und als es gegen 4 wieder hell wird kann ich sie auch noch sehen Die Kreuzseen.  Der Wind hat gut auf NW gedreht aber abgeflaut wie angesagt hat er nicht. Er bläßt m,it 5-6 und baut zur alten Dünung eine Konfuse See auf. Aber ich muss nicht um jedes Grad kneifen.
Kristianopel

Ich denke viel an die paar Tage in Kristianopel zurück. Sie waren ein schöner Höhepunkt in diesem Sommer. Mit Christian und seiner Frau hatten wir uns schon in Kalamr getroffen und hier verabredet. Hier kam noch Georg und seine Frau Ilka dazu, die Christian kannten. Und am 2.Abend liefen noch meine Freunde Reiner und Sabine ein. Christian ist Journalist und Fotograf und macht ein neues Buch und potraitiert Mennschen am Meer. Hier war es auch ein Musiker, Pelle Anderson, der auf einem kleinem Motorboot den Sommer über im Hafen wohnt und im nahen Campingplatz Musik macht. Am 2. Abend spielte Pelle wieder und wir alle waren dabei. Dazu kamen noch 5 Segler und Seglerinnen von der Loretta und ein Holländischen Pärchen.
Früh fingen wir an zu tanzen und motivierten Pelle immer mehr zu rockigeren Songs, die er sonst wohl eher nicht spielte. Es wurde ein verdammt feierfröhliger Abend. Am Ende tanzten alle im Kreis zusammen und Pelle meinte: Er hat es noch nie geschafft so viele Segler an den Campingplatz zum Tanzen zu bringen. Danke an Christian. Das veranlasste Christian mit dem kleinsten Boot alle noch auf sein Schiff zum Absacker einzuladen. Auch Pelle kam noch und am Ende saßen 14 Menschen im Cockpit der 8m langen Tunö.
Und plötzlich wurde am Hafen getanzt. Spontan in Allinge

Wir gönnen uns ein Fischbuffet

Allinge

Allinge

Allinge

Allinge am Morgen

Immernoch sitze ich an der Pinne um die stärksten Welleneinschläge abzufangen. Aber auch die längste und härteste Nacht dieses Sommers geht mal zu Ende und erschöpft gegen halb 10 mache ich in Allinge auf Bornholm fest und die Augen zu.

Meine Freunde sind bestimmt schon los in Kristianopel. Ob es denen besser geht. Von Christian höre ich am Abend, dass er Bornholm nicht anliegen kann und zu den Erbseninseln kreuzt. Auch er schimft über die Wellen. Wir hatten uns alle in Alinge verabredet, die SY Ella und die SY Tunö. Ella ist weiter Südlich auf Bornholm gelandet. Beide segeln dann über die Schwedische Südküste nach Westen. Ich will nach Rügen.
Aber fürs Wochenende ist nochmal Starkwind aus West angesagt, der Montags dann nach NW drehen soll und abnehmen soll. das wollen wir nutzen.
In 2 kleinen Schritten segle ich im Windschatten Bornholms nach Süden. Svaneke, angeblich Dänemarks schönste Stadt!
Svaneke

Svaneke

Svaneke

Svaneke

Im Hafen

Svaneke vom Außenhafen in die Stadt

Und es ist nicht übertrieben. Der Hafen nicht ganz so schnuckelig wie Alinge, aber der Ort ist wunderbar. Kleine Gäschen, nette Cafes, eine Räucherei und Bornholms eigene Bierbrauerrei.
Den Abend verbringe ich am Leuchtturm in einer Strandbar. Angeblich soll es dort Musik geben. Doch es fängt zu regnen an und die Gäste bleiben aus. Egal. Man sitzt wunderbar mit Blick übers Meer.

Strandbar in Svaneke

Nur wenig Sand am Strand

Abendstimmung im Cafe

Nexö

Am nächsten Tag noch ein kleiner Sprung nach Nexö. Nicht viele Worte für diesen Hafen. Ist ok, aber man kann ihn auslassen, wäre er nicht so ideal gelegen um am nächsten Morgen nach Rügen zu starten. Um 5 gehts los. Erst unter Landschutz und dann die freie Ostsee.
Auch hier wieder überlagert eine alte Dünung die neue Windrichtung NW. Ich denke schon darüber nach nach Rönne abzudrehen, denn nochmal 12 Stunden steuern halte ich nicht durch. Doch schon nach einer Stunde beruhigt es sich. Der Nordwest wird zwar einiges stärker als angesagt, aber mit der dazuhehörigen Welle komme ich auch mit 5-6 klar. Ein Reff, zwei Reffs, ausreffen gegen Nachmittag, dann die Entscheidung: Da Lohme vom Kurs nicht zu halten ist, liegt Sassniz an. Das Wetter ist gut, der Wind mäßig bis kräftig aber die Windfahne steuert perfekt. Müde, nach gut 11 Stunden für die 65sm ist es geschafft. Vorbei an den beeindruckenden Kreidefelsen, die leider abends nicht im Sonnenlicht liegen, geht es hinein in eine neue Marina in Sassniz.



Heute dann in den Greifswalder Bodden. Mit schönem Nordwest. Regenwolken hängen am Himmel, aber ich schaffe es, mich  mit den ersten Tropen vor Anker in den Zickensee zu legen. Eine flache Bucht im Südosten Rügens.


Der Regen hält nicht lang. Danach, ist es still, das Wasser ist ein Spiegel. Später kommt leichter Nordwind auf und die Sonne kommt wieder. Zum Sonnenuntergang sind alle Wolken verschwunden und der fast Volle Mond steht über dem von der Sonne angeschienenem Land.
Wieder diese Ruhe, die es nur vor Anker gibt. Nach all den vielen Nächten in Häfen in der letzten Woche.

Donnerstag, 11. August 2016

Standortmeldung

Nach heftiger 70sm Überfahrt durch eine klare Nacht mit viel Wind und mehr Welle als angekündigt in Allinge auf Bornholm angekommen. 

Dienstag, 9. August 2016

Eingeweht in Kristianopel



Der Wind pfeift durchs Rigg, Boen drücken das Boot auf die Seite. Die Sonne verzieht sich immer häufiger hinter Wolken und manchmal kommt ein kurzer Schauer daher.  Wie schön, wenn man dann in einem geschützten Hafen liegen kann. Wie Zugvögle sammeln sich die Südziehenden Segler, meist Deutsche hier und warten auf segelbare Bedingungen. Manchmal traut ich einer raus um wenigisten noch etwas in Landschutz weiter zu segeln. Meist nach Sandhamn, der Südostecke von Schweden.
Die Slisand liegt etwas nördlicher in Kristianopel. Da habe ich schon 2014 mehrere Tage gewartet. Der Ort ist klein. Ein Lebensmittelladen, eine Kirche und ein Campingplatz. 2 Cafes und 3 Restaurant schätze ich und eine gemütliche Hafenatmosphäre. Hier kommt man sich schnell näher oder triff Segler, die man schon vorher kennengelernt haben.
In Vestervik, wo wir nach langem wieder eine Nacht im Hafen verbracht haben, und sich auch viele schon gesammelt haben, fühlten wir uns nicht so wohl. Mit 340 Kronen (ca 38 Euro) der teuerste Hafen der Reise, dafür , wie auf meine erstaunte Nachfrage gesagt wird: " All Inclusive". Ok, dann wird alles auch  genutzt, Pool (kaltes Meerwasser), Sauna, und Waschmaschine. Hätte ich alles nicht gebraucht, aber bezahlt ist bezahlt.
Und die Akkus, der Kühlschrank  und der Wassertank sind auch mal wieder richtig voll und dafür musste dieser Stop sein. Nun wird es langsam schwierig mit schönen Ankerplätzen.
Einen finde ich beim Blick in die Karte südlich von Eknö, nur etwas ab vom Fahrwasser.Lindnäsviken.  Eine besetzte SXK Boje und sonst niemand in der Bucht. Gut geschützt gegen Süd und West. Die zur Zeit beiden Hauptwindrichtungen. Es gefällt mir.
Figeholmen

Figeholmen

Figeholmen

Etwas Abseits vom Trubel in Figeholmen

Figeholmen, ein kleiner Ort nördlich von Oskarshamn, liegt nicht direkt auf dem Weg und wurde deshalb bisher links oder auch mal rechts liegen gelassen. Ein Fehler wie sich herausstellt. Alle haben mir davon vorgeschwärmt und diesmal hab ich die Zeit. Ein Bootsclub betreibt die kleine Hafenanlage. Ein kleiner Fluss führt durch den Ort. Es ist gemütlich. Und auch hier alles (fast) in deutscher Hand. Ich liege etwas am Nebensteg, mit einem längeren Fußmarsch zum Servicegebäude, dafür etwas privater. Plötzlich steht Marcel vor mir. Wir kennen uns vom Seglerstammtisch in München. Er ist als Skipper unterwegs und segelt eine Segelschulyacht nach Süden. Nicht ganz so entspannt, was die Zeit angeht wie ich. Deshalb wollen sie am Morgen auch schnell los. Doch der Südwind schwächelt und dreht umher. Ich fahre zum Teil unter Motor zum Teil unter Segel im Binnenfahrwasser nach Süden. Weit will ich eh nicht.
ich habe mir auf der Karte eine kleine nicht wirklich rundumgeschützte Bucht ausgesucht. Mit vielen Steinen. Ich denk mir noch, dass man den Seekarten ja schon ganz schön viel Vertrauen entgegen bringt. Ist da wirklich jeder Stein drin? Naja, in den Fahrwassern wird das wohl so sein, aber in abgelegene Buchten?
Ich will den Anker laut Kartenplotter vor der 3 m Line fallenlassen und als ich dafür zum Vorschiff eile, sehe ich schon Grund und der Anker fällt keine 2 m. Zurück aber schnell! Später gräbt er sich auf 4 m ein. Man liegt mit Blick auf den Kalmarsund. In der Ferne im Dunst die Blaue Jungfrau (Insel), auf der Südseite einige Windräder und von Westen trägt mir der Wind die Autobahngeräusche zum Boot.
Abends ein Regenschauer, ein Regenbogen und dann viel Blinken am Horizont. Die Windräder rot und die hinterm Wald versteckte große Fabrik von Monsteräs blinkt an ihren Grundstücksgrenzen. Oben glitzern die Sterne und von fern brummt leise aber unaufhörlich die Autobahn.
Naja, für eine Aufnahme in die Wahl zur  Ankerbucht des Monats hat es nicht gereicht und als beim Rausfahren noch ein Stein die Slisand  zu einem Bocksprung veranlasst, obwohl der Kartenplotter hier überall mehr als 3m anzeigt, wird die Bucht zu den Akten gelegt.
Nach jedem Schauer ein Regenbogen

Vor Anker zwischen den Steinen

Der Regen ist vorbei

Der Westwind ist so gut, dass ich mal wieder ein langes Stück segeln will. 35 sm bis Kalmar. Aus den vorhergesagten West 3-4 werden am Ende 5 mit Tendenz zu Süd und Böen bis 7.
In Kalmar treffe ich wieder auf Marcel und Gregor. Spät kommt auch noch Christian mit seiner Frau Susanne an. Wir verabreden uns im irish Pub, wo es am Wochenende immer Livemusik gibt.
Wir haben alle nur ein Gesprächsthema. Seit Tagen ist anzusehen, dass wir einige Tage festliegen werden, weil ein Ausläufer eines Sturmtief vor Norwegen uns Starkwind und Sturm bringen wird. Wir wählen Kristianopel. Ich kenne den Hafen und finde ihn zum Abwettern ideal.
Nein nicht USA. Kalmar am Samstag abend

Damit jeder Seemann weiss wo er nun  ist

Bei kräftigem Westwind sind die 24 sm schnell abgesegelt, Christian kommt auch nach nur Marcel, wie er mir am Funk erklärt,  will den Wind noch nutzen um bis Sandhamn die 10sm weiter zu segeln.
Der Hafen füllt sich langsam, es kommen noch Freunde dazu, die diesen Sommer erst jetzt Richtung Norden segeln. Sabine und Reiner, die am Anfang der Reise mal bei mir mitgesegelt sind, kommen mit ihrer Wiking am nächsten Tag dazu. Den Abend verbringen wir auf Bänken vor unseren Booten. Ich spiele Gitarre, alle singen mit und jeder hat seinen Wein oder Bier mitgebracht. Es gesellen sich noch Ilka und Georg dazu, die Christan kennen.
Abends läßt der Wind immer etwas nach und man fragt sich, warum wir eigentlich nicht weiter segeln. Doch heute bläßt es wieder kräftig und jeder ist eigentlich froh hier zu sein.
Kristianopel. Der Hafen füllt sich

Kristianopel

Kristianopel

Netter Hafenvorplatz mit Sitzgelegenheiten

Kristianopel

Kristianopel

Gemütlicher Tagesausklang in Kristianopel

Montag, 1. August 2016

Richtung Süden, es wird wieder Dunkel


Sterne funkel durch die Wolkenlücken,  wir haben fast Neumond und es ist fast richtig dunkel wieder. Nur im Norden wandert ein schmaler Lichtschein hinterm Horizont und erzählt vom Sommer. Dieses Wochenende hat in Bayern die Sommerferien angefangen und hier ist der Sommer dabei sich langsam zu verabschieden.
Ich bin auf der Rückreise. In kleinen Schritten. Die Stimmung überall ist Aufbruch. Lange Tracks an Segelbooten ziehen gen Süden. Erstaunt schaut man dann doch, wenn ein deutsches Boot in Gegenrichtung unterwegs ist. Doch, stimmt die Nordlichter haben dieses Jahr auch so spät Ferien. Die wollen auch noch schnell mal nach Stockholm.
Das Wetter wird durchwachsener. Abends nun öfters mal ein Schauer und fast immer Süd-Südwestwind. Das macht die Sache nicht leichter, doch diesmal habe ich viel Zeit eingeplant und hüpfe in kleinen Schritten nach Süden. Koste all die vielen netten Ankerbuchten aus. Das ist in einer Woche schon fast vorbei, denn ab Kalmar sind diese nicht mehr so reichlich.
Ich hab es auch in Nynäshamn nicht lange ausgehalten. Als meine Wäsche fertig war bin ich noch los nach Süden. Vor dem Dragetkanal, einem künstlichen schmalen Verbindungsweg mit vielleicht 3,5m Breite und 2m Wassertiefe in den Fels gesprengt, gehe ich am Abend noch vor Anker. Es sind nur wenige andere Ankerlieger hier.
Vor Anker vor dem Dragetkanal

Eng wirds nun

Ist aber schnell vorbei

War mir unsicher wegen der Tiefe. Das Schild beruhigt mich

Am Morgen dann mit etwas Adrenalin in Richtung Kanal. Gebe Hupzeichen. Nutzt nichts, denn ein kleines Motorboot schert sich nicht darum und kommt mir doch entgegen. Kann gerade noch aufstoppen. Doch dann hindurch. Die Slisand ist 3,20 breit. Die Felsen könnte man berühren, wenn man eine Hnad frei hätte. Doch ich steuere konzentriert die 200m mit einer Hand und fotografiere mit der Anderen.
Der Wetterbericht stimmt, der Südwest um 4 bringt mich in einem Schlag um Landort und pünktlich wie vorhergesagt, fängt der Wind an zu drehen und nach einer Wende kann ich mit Kurs WSW meine Wegpunkte anliegen, die mich durch das Schärenlabyrinth hindruch bis zum Hauptfahrwasser bringen. Von weitem kann man die wie an einer Perlenkette aufgereihten Boote sehen, die immer näher kommen. Es ist voll. Rushhour in den Schären. Und das mit Vollspeed. Ich segle noch bis Ringsön. Immerwieder muss ich in dieser geschützten Bucht meinen Anker werfen.
Der nächste Tag bringt erstmal Flaute, dann leichte Gegenwinde, doch der Kurs liegt gut und schon nach einer Stunde kann ich segeln. An Öxelösund vorbei will ich irgendwo vor Anker gehen. Doch durch das Schärendickicht kann man nicht segeln. Nicht bei 4-5 BF. Ich kreuze zurück zum Hauptfahrwasser, leicht zu finden ,-s.o. mit all den Booten und nehme Kurs auf Risö. Eine sehr beliebte Bucht, man sieht es schon von weitem, aber ich bin nach über 37sm nun müde und hoffe vor Anker noch einen Platz zu ergattern. Ein Regenschauer druchnäßt mich genau beim Einlaufen und weil es zum frei ankern zu eng ist, gehe ich an einen Felsen. Sieht einladend aus. Einhand geht das so: Heckanker runter, Motor läuft im Vorwärtsgang und nach mehrmaligem die Ankerleine anpassen (schaue immer schnell nach vorne um den Abstand zu sehen) hüpfe ich mit der Leine auf den nassen Felsen. Ein Baum ist gleich da und die Slisand fest. Dann hört es auf zu regnen und ich muss mich total umziehen. Macht nichts. Ein wunderbarer windgeschützter Platz. Einige Boote in diskreter Entfernung. Es gefällt mir hier.
Risö...an der Schäre

Der Nachbar ist angenehm weit weg

Nach rechts ist frei

friedlich nach dem Regen

In der Nachbarbucht ist mehr los



Harstena, die Insel die ich bei der Hinfahrt ausgelassen habe und ich ich immer wieder gerne ansteuere, erreiche ich nur unter Motor. Der Wind ist zu schwach zum Segeln.  Ich ankere, aber zum erstenmal in der sogenannten Lagune und fahre mit dem wieder funktionierendem Außenborder an Land und wandere auf unbekannten kleinen Pfaden durch die insel zum Ort und Hafen. Nie Sicher ob ich richtig bin, frage ich einen Entgegenkommenden ob ich Richtig bin und wie weit es noch ist:
"1-2 Minuten" sagt er grinsend, denn um die nächste Ecke schaut auch schon das erste Haus raus. Der Hafen ist brechend voll. Da wäre ich nicht glücklich geworden.
Ich kaufe mir warmgeräucherten Lachs und suche den Bäcker, der umgezogen zu sein scheint.
Leider nicht mehr so urig wie früher, dafür nun direkt an einem kleinen Tümpel mit blühenden Seerosen, nur durch einen Felsen vom Meer getrennt. Die Zimtschnecken sind ein muss.
In der Lagune von Harstena

Harstena

Süsswassertümpel in Harstena


Enge Einfahrt in die Lagune von Harstena

Voller Hafen von Harstena

Durch Harstena

Abends wir es noch kräftig voll in der Bucht, doch hier haben reichlich Boote Platz.  Das es heiss ist und ich regelmäßig in allen Buchten bade, sei gar nicht mehr besonders erwähnt. Ein Dusche habe ich länger nicht gesehen und auch nicht vermisst. Billiges Leben vor Anker. Es ist ein Traum.
Dennoch ich brauche Frischwasser. Am nächsten Morgen steht der Wind günstig und ich segele bis Fyrudden, bunker Wasser und einige Lebensmittel und mach mich schnell wieder auf den Weg raus in die Natur. Da es inzwischen kräftig aus Süd blässt und ich keine große Lust habe bei aufkommenden Regen dagegen an zu fahren, suche ich mir auf der Karte eine kleine kreisrunde Bucht aus. 2m steht da als Tiefe in der Einfahrt. Ich trau mich und kann es nicht glauben. Ich bin allein. Am Nordende ist eine kleine Badestelle, daneben einige Kühe, auf der anderen Seite liegt ein Fischerboot und auf der Wiese weiden Pferde. In der Ferne eine Straße, auf der ab und an mal ein Auto vorbei kommt.
Der Regenbogen ist so nah, dass die Kamera den ganzen Bogen nicht aufnehmen kann


Windstille am Morgen

Einsam liegt die Slisand

Eine Bucht für mich alleine

Abendgold

Es gibt noch eine Nebenbucht, die leider in der Zufahrt nur 1,3m hat. Da dort einige kleine Motorboote reinfahren, bin ich neugrierig und mache einen Dinghyausflug dort hin. In der Hoffnung, dass dort ein Restaurant ist, nehme ich sogar meine Kreditkarte mit,(-und leider die Kamera mit leerer Batterie). Doch es sind nur einige nette Häuser und eine Steganlage mit 2 kleinen Segelbooten und vielen Motorbooten.  An einer Boje schwojt eine Folkeboot. Naja, die haben ja nur 1,2m Tiefgang.
Am Abend regnet es noch kräftig, aber nicht lang und hinterläßt einen doppelten Regenbogen, der sich vollständig von einer Seite der Bucht zu anderen biegt. Und im Westen eine Himmelsfarbe die kitschiger nicht sein kann.
Am Morgen ist Windstill. Die Wolken spiegeln sich im Wasser. Ich sind allein geblieben in dieser Bucht.  Die Schönheit und Ruhe dort, wird nun Maß aller anderen Ankerplätze. Es ist aber schwer diese wirklich einzusortieren. Jede hat ihren eigenen Reiz. Natürlich hat die, die man selbst gefunden hat, die in keinem Revierführer steht immer einen anderen Rang.
Unter Segel hoch am Wind mit einem kurzem Kreuzschlag geht es wieder ein kleines Stück nach Süden. Torrö, eine Bucht in der ich schon mehrfach war, liegt sie doch praktisch am Fahrwasser. In Erinnerung ist sie mir vorallem geblieben durch ihre vielen Blaubeeren. Erstaunlicherweise liegen nur 2 andere Boote hier. Am Abend sind es dann mit uns 5.
Gregor, ein dt.Einhandsegler kommt auch noch dazu. Wir hatten uns in Fehmarn getroffen und waren lose in Verbindung geblieben. Nun erzählen wir von unserem Sommer.
In der Bucht von Torrö

Blaubeerpfannkuchen

Unter Motor und etwas segelnd, wieder ein Stück nach Süden und etwas hinein in die Inseln vor Loftahammer. Eine in meinem Revierfüher beschriebenen Bucht ist leider recht voll, denn es gibt dort inzwischen einen Steg.  Verwöhnt von ruhigen Plätzen suche ich weiter. Eine schöne Bucht ohne Tiefenangaben versuche ich und scheitere schon an der Einfahrt, als ich kurz Grundberührung habe. Natürlich war ich langsam unterwegs und komme mit dem Rückwärtsgang da wieder weg.  Schade, wäre schön gewesen.
Die Krux ist, dass der SE später auf W drehen wird und ich nun eine Bucht brauche die in beiden Richtungen Schutz bietet und auch von Fahrwasser soweit weg ist, dass die Motorboote nicht dauernd ihren Schwell zu uns schicken können. Ich werde fündig. Nicht perfekt, aber ich bin zufrieden für heute.
Durchs gut gekennzeichnete Hauptfahrwasser nach Süden

Eine Schäre für sich ganz allein und etwas Luxus darf nicht fehlen

Hier liegen wir ganz gut geschützt

Nach Nordwesten und

Südosten ist es offen

Einige Meilen gingen heute auch unter Segeln

Gleich noch ein Bad nehmen und auf den sagenhaften Sternenhimmel warten heute Nacht. Es Wird ja wieder Dunkel.