Freitag, 20. Juli 2018

Mittelmeerfeeling im Norden

Auch Skipper braucht mal Pause


Kolnäsviken

Es ist heiss, mir ist heiss...
Ich mag nicht gerne im Sommer im Mittelmeer segeln. Morgens brennt die Sonne runter, die Luft steht, das Wasser ist zu warm um zu kühlen. Deswegen liebe ich ja Schweden. Man freut sich wenn die Sonne kommt, eine kühle Brise weht immer. Immer?
Nein dieser Sommer schlägt alle Rekorde. Täglich heiss, nur noch im Schatten aushaltbar, das Meer hat 25 Grad. Nur mit dem Wind hatten wir bisher noch Glück. Heute ist der erste Tag wo die Luft steht. Leider wird es so bleiben. Wir liegen vor Anker in einer wunderbaren Bucht auf Harstena. Eigentlich liegen wir immer vor Anker. Dabei kann man mal schnell ins Wasser springen, wenn der Körper "heiss" schreit.
Von Arholma bin ich letzte Woche in kleinen Tages Etappen von manchmal nur 10 sm durch den Schärengarten von Stockholm gesegelt. Ich laufe bewusst nur Buchten an die ich noch nie besucht habe. Ich treffe dabei Gregor, den ich schon vor ein paar Jahren getroffen habe. Er ist jeden Sommer Einhand hier unterwegs. Erzählen uns gegenseitg unsere "Geheimtipss"

Kolnäsviken

Gardesviken

Idöfladen

Granö

Nur geheim ist hier hier nichts. Inzwischen ist Hochsaison und die Buchten, selbst die zum Ankern sind gut besucht. Das ist so, das muss man akzeptieren. Irgendwo ist immer noch ein Plätzchen.
Meine Stationen: Idöfladen, gleich bei Arholma, dann in Furusund schnell getankt und Lebensmittel und Wasser gebunkert und gleich weiter in eine tolle Neuentdeckung auf Hogmarsö vor Anker.
Dann etwas Südlicher im Norden der Insel Granö. Sehr voll und sehr bekannt. Weiter in die Westbucht von Gallnö. Dort treffen wir Vereinskollegen von Gregor, die mit einer Biga 262 unterwegs sind nach Helsinki.
Gällnö, mein lieblingsanleger


Der Hund muss aufs Schiff

Um nicht in der Hitze, die da langsam heftig wird, zu lange in Stockholm zu liegen, besuche ich noch mal den Vereinssteg auf Getfoten. Treffe dort auf Christian mit seiner Crew auf einer Luffe 40. Ein gemütlicher netter Abend. Morgens dann nach Stockholm. Im Navishamn einen der letzten freien Plätze gefunden. Es ist unerträglich heiss. Ich kühle mit mehrmals mit dem Wasserschlauch am Steg. Fahre mit dem Rad einige Einkäufe machen und treffe später, wie verabredet meine Freunde von der Happy Our. Mit ihnen werden wir die nächste Woche zusammen Richtung Süden segeln. Am Sonntagmittag, gleich nachdem Susanne vom Flughafen an Bord gekommen ist, legen wir ab. Eine Bucht südöstlich von Stockholm lacht uns an, denn die Stadt macht keine Laune. Gardesviken. Ein langer Steg, aber wir Ankern lieber. Schauen WM Finale und Grillen an Bord der Happy Our und zum kühlen springen wir ins Wasser. es könnte uns schlechter gehen.
 Morgens entdecken wir beim Landgang, dass hier ein Museum mit moderner Kunst von einem reichen Privatmann errichtet wurde. Toll angelegt mit Restaurant und schönem Ausblick. Blöd, wenn man erst am morgen an Land geht. da komme ich bestimmt nochmal her.
Cafe mit Schärenblick 

Artipelagmuseum


Gardesviken. Kunst auch am Ufer der Bucht

Gardesviken

Gemütlich segeln wir weiter, kreuzen etwas. Der Wind ist super. Kolnäsviken auf Örnö. Auch gut besucht. Wenige Ankerplätze sind noch frei in der kleinen kreisrunden Bucht.
Am nächsten Tag, bläßt der Norostwind uns sehr schnell nach Süden. Um kurz Einzukaufen und Wasser zu bunkern, stoppen wir kurz in Nynäshamn. In den Inseln davor finden wir dann für die Nacht einen Ankerplatz bei der Insel Lindskär. Leider ist hier die Algenblüte schon im Gange. Baden macht nicht richtig Laune. Zum Glück ist es am anderen Abend in Ringsön wieder besser. Aber unterwegs treiben schon einige Algenteppiche.

Algenteppich

Gestern nun sind wir dann von Ringsön in einem etwas längerem Schlag nach Harstena gesegelt. Eher motort, denn der Nordost war zu schwach. Auch hier haben wir Glück. Die Algenteppiche bleiben draußen, denndie Bucht hat eine sehr enge Zufahrt.
Heute mal Pause und baden. Wind ist eh keiner. Und die Aussichten sind nicht viel versprechend. Sonnigheiss und Flaute. Aber wollen wir mal nicht zuviel jammern. Nur Mittelmeerfeeling im Sommer in Schweden ist schon sehr ungewöhnlich.
Harstena

Harstena
Abend in Harstena



1 Kommentar:

Katalina Länneken hat gesagt…

Diesen Sommer 2018 werden wohl alle, die in diesem Revier unterwegs sind, nicht vergessen. Mittelmeerfeeling, das richtige Wort..... Aber lieber einmal mehr ins Wasser springen müssen (wollen), weil es so heiß ist, als nach jedem Törn unter der Kuchenbude zu verschwinden, weil es zu kalt ist. Auf alle Fälle etwas Besonderes in diesem Jahr. Schöne Fotos von den Ankerbuchten.... Toll, dass du sie alle namentlich erwähnst, so dass man die Möglichkeit hat, für sich eine Liste mit den „Geheimtipps“ 😉 zu machen.
Liebe Grüße Katrin
SY Sötes Länneken