Montag, 3. August 2015

Oslo


Nun wieder umgeben von hohen Häusern, vielen Menschen und teueren Läden. Teuer ja ist vorallem der Hafen mitten in der Stadt. Rekord für die Slisand. Ca.45 Euro für die Nacht, dafür alles inclusive. Waschen, Wasser, Strom und Duschen, die aber am Morgen nicht funktionieren, weil kein Wasser da ist. (später dann schon)
Dennoch Oslo gefällt mir. Schon beim ersten kurzen Rundgang. Die Mischung aus Alt und Neu. Im Hafenviertel ist der Stadtteil Aker Bryggen, der Ende der 90igern ganz neu entwofen worden idt und wo mit moderener Architektur Geschäftshäuser, Wohnungen und Restaurants entstanden. Man sitzt schön mit Blick auf dem Hafen. Hier trifft sich Oslo am sonnigen Sonntagnachmittag.
Und dann die "alte Stadt". Das Grand Hotel, das seinem Namen alle Ehre macht nebem dem Parlament. Ein langer Park zieht sich von da zum Nationaltheater mit vielen Denkmälern und Statuen und Skulpturen. 
Abends,  als nach einem Gewitter mit Hagel nochmal die Sonne raus kommt hat die Stadt echt Stimmung. Ein Straßenmusiker versucht mehr recht als schlecht sein Brot zu verdienen, Touristen irren von der Tunnelbahn kommend über den Platz auf der suche nach dem richtigen Hotel. 
Ich lass mich treiben und bin abends müde zurück am Boot.
Obwohl der Tag nicht  anstrengend vorher war. Gemütlich bin ich morgens Ankerauf gegegangen und mit Schiebewind die letzten Meilen Richtung Oslo. Viele andere Boote haben das gleiche Ziel aber verschwinden nach und nach in die vielen kleinen Häfen im Oslofjord.
Gerade als ich fast im Hafen an komme, kommt mir die Fähre nach Kiel entgegen und gleichzeitig der erste Schauer des Tages mit einer kräftigen Böe. 
Ansonsten kann ich mich über den Wind nicht beklagen. 2 Tage mit Schiebewind nach Oslo.
Noch in unserer Traumbucht, in der wir 2 Tage liegen, kommt gegen abend dann nach vielem Regen die Sonne  raus und wir pumpten das Dinghy wieder auf. Am Ufer waren inzwischen 2 alte Holzboote angekommen. Das eine ein offenes kleines Boot, was einst als Transportboot in einem Fjord im Norden seinen Dienst tat. Schön restauriert von einem Pärchen, wo er als Flensburger uns mit deutsch begrüßte. Er lebt mit seiner Norwegerin hier nicht weit weg und hat nur einen kleinen Törn mit dem Boot gemacht. Ein Tag im strömenden Regen. Nun liegen sie im Zelt und wärmen sich auf. Das andere Boot gehört einem Bootsbauer und hat einen Nachbau, auch schon 50 Jahre alt, eines alten Handelsbootes aus den Aalandinsel. Ein kleiner Ofen mit Holz befeuert, macht seine kleine Kabine mollig warm.
Morgen sehen wir sie gemeinsam auslaufen und machen uns auch auf den Weg um noch ein paar Fotos zu schiessen. Nicht nur mit meiner Kamera. Vom kleinem Boot reicht man uns auch eine Kamera. Sie brauchen ein Bild mit den neuen Segeln. Als dankeschön für den Segelmacher
Abends waren wir noch nach einem Tipp des Bootsbauer auf dem Berg der die Bucht überragt. Ein altes Steinzeitgrab auf dem Hügel mit dem Ausblick auf den ganze Archipelago. Es ist unser Weg. Den Weg den wir gesegelt sind. Leider ist es trüb und man kann nicht weit sehen. Nur die Stelle mit dem Irrgarten und der Hochspannungsleitung.

Nach dem Fotoshooting haben wir einen Motorsegeltag. Der Wind läßt sich bitten. Da Gotthard am nächsten Morgen zum Flugzeug anch Oslo muss, fahren wir nach Stavern. Ein kleiner Vorort von Larvik. Eine kleine Innenstadt und ein großes ehemaliges millitaerischen Werftgelände. Viel mehr ist hier nicht zu finden. Der Hafen ist sehr schön und man ist sehr freundlich. Gotthard wird sogar angeboten, weil Zug schneller geht als Bus, ihn zum Bahnhof nach Larvik zu fahren. Wir fragen mehrmals nach, wir koennen es nicht glauben. Aber wir erfahren später, dass Bauarbeiten auf der Bahnstrecke sind und man eh umsteigen muss in den Bus. So sagen wir den Lift nach Larvik ab und Gotthard nimmt wie zuerst geplant den Bus anch oslo.
Abends sind wir noch mit einem Boot verabredet auf dem Monica in Oslo gewohnt hat und nun "umzieht" um in Stavanger eine Zusatzausbildung zu machen. Wir haben uns vor 4 Jahren auf den Orkneys kennengelernt. Kurz danach ist sie auf ihr 48 Fuss Boot gezogen, weil Oslo ihr zu teuer ist. Sie hat eine Freundin dabei und wir haben einen wunderbaren unhaltsamen und lustigen Abend. Der Vollmond am blauen Himmel tut sein übriges.
Morgens bin ich dann allein. Ich segle nach Osten und dann noch gegen einen leichten Wind in den Oslofjord. Weit will ich nicht und so suche ich mir einen Ankerplatz in den Schären. Es ist ein Traumsommertag. Ich geh mehrmals ins Wasser um mich abzukühlen und nutze die Sonne um mal das Schiff umzudrehen und alles zu trocknen.
Am nächsten Morgen ist erstmal alles spiegelglatt. Ich motore nach Horten. Ich brauche einige Dinge. Aber lang halte ich es dort nicht aus. Der Wind ist inzwischen da und ich segle noch 3 Stunden weiter und lasse meinen Anker in einer großen rumumgeschützten Bucht fallen. Dieser Ankerplatz gilt als der beliebteste im Oslofjord und darum teile ich ihn mit fast 50 anderen. Aber es ist genug Platz da und man fühlt sich dennoch wohl hier. Ich geniese diese Tage allein am Anker schwojend. Ich lese viel,  spiele Gitarre und manchmal schaue ich einfach nur aufs Wasser.


Von Samsung-Tablet gesendet

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