Dienstag, 9. Juli 2013

Gezeitennavigation

Die Gezeiten sind nicht nur für Frühaufsateher, sondern auch für die Langschläfer. Bin ich zwar nicht, aber im Moment ist

leider der beste Moment auszulaufen ist immer um die Mittagszeit.
Das eröffnet einem aber auch die Chance am Morgen noch mal in aller Ruhe durch die Stadt zu schlendern und Dinge zu

entdecken, die in der Abenddurstigkeit eher dem Pub unterlegen sind.
Wir sind nach einem eher unaufgeregtem Tag, mehr unter Motor als segelnd in Weymouth angekommen. Ab Yarmouth sah es noch

super mit dem Wind aus. Den Needleschannel sind wir mit fast 8 Kn im richtigen Moment entlang. Die Genua ausgebaumt. So

entspannt kann Segeln sein. An den Needles leichte Kursänderung, Einmal schiften und erstmal gehts so weiter. Doch dann

nimmt der Wind schlagartig ab, die Welle bleibt und schauckelt uns durch.
Motorfahrt, unterbrochen zweimal mit dem Versuch bei leichtem SE zu segeln. Der thermische Seewind macht den sonst recht

gut blasenden NE zu einem schwachen SE. Mit guter Tidenströmung im Rücken sind wir schon um kurz nach 17 Uhr in Weymouth.

(Sind wir doch erst kurz vor Mittag in Yarmouth los, fast 50sm).
Erst ein kühles Bier im Pub, dann kochen an Bord und abends noch nen kurzen Erkundungsspaziergang. Wirklich netter Ort.
Sitzen zusammen im Pub und beobachten das Straßenleben. Es ist wie im Kino. Darsteller: der Engl. Tourist, meist

angetrunken und Fish n Chips essend, Actiondarsteller die Möwen. Auch die mögen Fish n Chips. Aufgebrezelte Tennies,

Angetrunkene Einheimische die Lieder singen und mit einer Gurke den Rest der Manschaft zum Mitsingen dirigieren.
Ein kleiner Junge der vor lauter Langeweile (Eltern knutschen und esssen FnC), Balletversuche am Straßenrand macht.
Langsam senkt sich die Sonne, die Hitze vom tag geht in eine angenehme Kühle über. Dieses Städchen ist schön. das Wetter

tut sein übriges. Hitze bis zum Abwinken.
Weymouth ist sehr auf Tourismus aus. Am morgen entdecke ich auch noch den riessigen langen Sandstrand, der ein bischen

wie aufgeschüttet aussieht. Gibt es hier doch sonst nur Steinestrände. Johannes hat auch beim Joggen gesehen, wie

plötzlich der Sand dann wieder in die Steine übergeht.
Weymouth war (neben Portland, gleich daneben) letztes jahr Austragungsort der olypmischen Segelwettbewerbe. Möchte ja

nicht wissen wie es da dann hier zugegangen ist.
Nun wieder um die Mittagszeit los. Die gefährlichen Races und Overfalls am Südende der Portlandhalbinsel sind heute bei

richtiger Tide und Windstille nur eine Attraktion, denn eine Gefahr. Man kann sich aber gut vorstellen was bei

ungünstigen Bedingungen hier am Kap für Wellen entstehen können. Mir reicht da aber meine Phantasie. Obwohl... Etwas mehr

Wind wäre nicht schlecht. Auch heute wieder nur motoren. Dabei hat es heute morgen im Hafen mit bestimmt 4-5 noch

geblasen. Aber wir wollen ja zur Richtigen Zeit raus und mittags ist die Seebrise der Spielverderber. Löst den NE heute

ganz auf.
Der Wetterbericht sieht auch für die nächsten Tage dieses Wetter vor. Um Landsend (Englans SW Spitze)kommen wir aber

nicht vor anfang nächster Woche. Also lassen wir uns etwas Zeit. Morgen ein Tag in Dartmouth. Soll sehr schön sein.

Kommen da heute wohl mit dem letzten Büchsenlicht an.
Mal sehen wann das WiFI mal wieder etwas mehr Bilder zu läßt. Das hier schicke ich gleich bei KW- Und Pacormodem los.

Deshalb leider auch die kommischen Absätze im Text. Hab da noch keine Lösung gefunden.

1 Kommentar:

rainer hat gesagt…

moin Andreas,

ich verfolge Deinen Bericht mit großem Interesse. In der Gegend hab ich mein Schlauchboot verloren, vielleicht findest Du es?

Gute Reise