Mittwoch, 9. Juli 2008

Luxus


Der Raum für Gedanken. Sauna mit Weitblick.

Ganz außen liegen wir in Verkan.

Was ist Luxus? Gestern in der wunderschönen Sauna in Verkan mit Blick durch 2 große Fenster über den Hafen kam mir der Gedanke. Was brauche ich? Ja, eine warme kräftige Dusche alle paar Tage, auch ne Sauna, wenns abends kalt wird, einen geschützter Hafen. OK, es geht aber auch ohne.

Ich denke Luxus ist es hier mit viel Zeit zu segeln, manchmal auch den ganzen Tag zu motoren (.. er läuft ja wieder, großer Luxus) und abends einfach zu schauen wo der nächste Anleger oder die nächste Bucht ist. Da reicht etwas Sonnenschein und das Bad ersetzt die Dusche (das Wasser ist übrigens fast nicht salzig).

Luxus ist Sonnenschein, der richtige Wind und Zeit.
Es ist grad Halbzeit in meiner Auszeit. Vielleicht deswegen diese Gedanken.

Sind heute mal wieder gesegelt. Die letzten Tage waren nur von kurzen Versuchen gekrönt die Segel mit Wind zu füllen. Regen gab es letzte Nacht und heute dafür Wolken mit Sonnenlücken. Jetzt am Abend kam sie warm leuchtend noch mal hervor. Sitzte mit Buch und Sundowner im Cockpit und sehe die Steine diverse Rottöne annehmen.

Wohin morgen? Keine Ahnung. Morgens aufwachen und sehen woher der Wind kommt, dann die passende Richtung wählen. Das ist Luxus!
Keistiö, am Abend kam die Sonne raus.

Der Blick aus dem Cockpit.

Montag, 7. Juli 2008

Turku



Leuchtturminsel in der Einfahrt nach Turku

Eine von vielen Villen mit Badehäuschen

Es gab viel zu sehen bei der Einfahrt

z.B. das Maritime Museum direkt in der Stadt

Unser Liegeplatz in Turku

Eng wird es immer, wenn die Fähren kommen. Uns kamen fast im Minutenabstand 3 dicke Pötte entgegen.

Hier im Vereinshafen liegt man schon viel gemütlicher...

...auch wenn er direkt am Hauptfahrwasser liegt

Ich hatte schon viel Gegensätzliches zu Turku gehört, von "fahr da bloß nicht hin" bis "da muss man mal gewesen sein". So, nun habe ich meinen eigenen Eindruck bekommen. Das Schönste an der Reise dorthin ist die Einfahrt. Sie schlängelt sich durch enge Fahrwasser an schönen und großen Villen mit Badehäuschen entlang, die immer wieder zwischen den bewaldeten Ufern auftauchen.

Der Gästehafen im Fluß war brechend voll, sodass wir uns nach mehreren Runden an eine etwas marode Kaimauer legten. Wirklich gut lag die Slisand hier nicht im Schwell der ganzen Ausflugsboote. Naja und die Stadt. Wir haben wenig gesehen, das uns gefallen hat. Ok, es war Sonntag Abend, die Geschäfte geschlossen und den Reiseführer haben wir erst hinterher gelesen.

Also haben wir der Stadt noch am Abend den Rücken gekehrt. Der Liegeplatz war einfach so schlecht, dass wir uns einen kleinen Vereinshafen vor den Toren gesucht haben. Sehr nette Aufnahme dort, wie überhaupt meine Meinung zu den Finnen inzwischen sehr positiv ist. Immer wird man freundlich gegrüßt, zum Teil angesprochen. Im Supermarkt wird ganz selbstverständlich gesagt, was Zuchini heisst, da man die sonst nicht abwiegen kann, oder wir werden überschwenglich auf dem Wasser gegrüßt, wenn sie unsere Flagge sehen.

Überraschend grüßte gestern die Tongji, die grad aus Turku kam und uns ganz nahe passierte.
Nun geht es gegen Westen. Heute wieder mehr Motorfahrt, denn der Wind hat uns verlassen. Heute nacht soll er mit Regen wiederkommen.

Samstag, 5. Juli 2008

Schöner entspannter Sommertag


Extra wegen uns wird die deutsche Fahne gehisst. Es sind wenig Deutsche hier oben. Der Track geht weiter südlich vorbei. Helsinki, Hankö, Aalandinseln.


Die Lektorin bei der Arbeit...

... und bei der Entspannung

Schon früh verläßt die MISS Q ihren Ankerplatz. Der Hund muss an Land.

Höchste Konzentration bei der Einfahrt in einen Sund.

So etwas geht nur unter Motor, denn wie immer kommt der Wind in diesen Engen für uns von vorne.


Der Tag ging schon super los. Am Abend waren Björn und Carola von der MISS Q eingelaufen. Sie segeln wie wir eine OE32 und haben uns in Käsnäs angesprochen, weil sie mal das Innere einer anderen OE32 anschauen wollten. Wer sagt eigentlich immer, dass die Finnen schüchtern sind. Die Miss Q legte ihren Anker direkt neben uns in der Bucht gegenüber von Gullkrona.

Beim Anlandgehen ruderten sie extra bei uns vorbei, um uns zum Schlummertrunk einzuladen. Und wie hier im Sommer so üblich, vergisst man ins Bett gehen, weil es nicht dunkel wird, die Gespräche so interessant und der Abend so lau ist. Es ist längst nach Mitternacht, als wir zu unserem Boot rudern. Gut das es hier keine Alkoholkontrollen gibt.

Nachts kommt etwas Wind, und ich schaue mehrmals nach dem Anker, aber der hält. Der vom Nachbarn auf der anderen Seite (nicht die Miss Q) geht auf Reisen. Schon am Abend hatte ich mir bei dem Ankermanöver gedacht, dass bei Wind (und der war angesagt) der Anker bestimmt nicht auf seinem Platz bleiben würde. Aber gut gegangen - am Fels vorbeigetrieben und rechtszeitig wach geworden.

Heute hatten wir nicht viel Strecke zu machen und das bei Wind, der uns mit über 7 kn und ohne Wende schönstes Sommersegeln gebracht hat. Es ist einfach ein Revier, dass jeder mal gesehen haben muss. Inseln, Buchten, freie Strecken, enge Fahrwasser und Sunde. Einfach alles dabei. Schade, dass es so weit von Deutschland weg ist.

Recht früh sind wir dann auch auf Nagu. Ein Hafen, der anscheinend sehr beliebt ist. Schon um 15 Uhr scheint es hier keinen Platz mehr zu geben. Wir mogeln uns mit Hilfe des Heckankers noch an eine Stegspitze. Wir brauchen Lebensmittel und die gibt es hier. Ein Tipp unserer Freunde von der Miss Q.

Außerdem kommen hier heute Nachmittag Christian und Karin auf ihrer Schärenrundradltour vorbei. Passt doch prima. Das Wetter ist sommerlich warm, der Wind wieder ruhig und der bringt uns morgen hoffentlich nach Turku.

Freitag, 4. Juli 2008

Gullkrona


Am Morgen verläßt uns Christian in Käsnäs

Nun wird es etwas offner und man kann auch wunderbar die Fahrwasser verlassen



Abends kommt die MISS Q, auch eine OE32 wie unsere, zu uns vor Anker. Wir hatten sie schon in Käsnäs kenengelernt.


Auf der anderen Fahrwasserseite liegen wir vor Anker



Gullkrona

Sind nun in Gullkrona vor Anker gegangen. Der Hafen, besser Anleger war so voll, da kam keine Freude auf. In einer Bucht gegenüber und in Paddelweite liegt man schön und ungestört und nach Nordost geschützt. Morgen soll es angeblich Starkwind aus dieser Richtung geben. Aber das hatten sie auch für heute vorhergesagt. Deswegen ja Gullkrona, liegt im NW. Sobald die Slisand jedoch segelte, drehte der anfänglich sehr schwache NE Wind auf NW und zuweilen auf W, nur um uns den Gefallen zu tun, hinterher in allen Berichten von Gegenankreuzen schreiben zu können.

Dennoch es war ein wunderbarer Segeltag. Hat etwas über den Trennungsschmerz hinweggeholfen, da wir Christian in Käsnäs in einen Bus gesetzt und uns verabschiedet haben. Er trifft in Turku heute seine Frau und sie wollen mit Fahrrädern noch etwas die Inseln erkunden.

Gestern war wieder so ein nie enden wollender Abend im Cockpit. Da es nicht richtig dunkel wird, vergisst man ins Bett zu gehen. Die Bucht war ideal dafür. Es ist warm geworden. Bade nun dauernd im Meer. Hier hat es schon 18 Grad. Das Sonnensegel gibt Schatten. Wer hätte das gedacht.

Noch eine Meldung von Henk. Seine Teile sind seit Dienstag in Helsinki, aber immer noch nicht in Tallin. Ich hatte doch ganz schön Glück, dass meine Reperatur in nur einer Woche über die Bühne ging. Dem Motor gehts übrigens sehr gut.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Gegenwind


Und immer wieder Lachs




Mein Arbeitsplatz

Gewitter ziehen immer wieder über uns hinweg...

und lassen viel Regen in kurzen Schauern da.

Kurz vor 23 Uhr

Lesen bis in die Puppen

Rosala, ein netter kleiner Anleger





Wie schon auf der gesamten Reise plagt uns Gegenwind. Heute leider so stark, dass wir es nicht schaffen werden ohne Dauermotorfahrt bis Freitagabend nach Turku zu kommen. Deshalb entscheiden wir Christian in Käsnäs den Bus nehmen zu lassen und die Slisand treibt sich etwas länger im Südwestlichen Inselmeer herum.

Gestern sind wir 6 Stunden von Hankö nach Rosala gekreuzt. Winddreher um 60 Grad lassen da keine Langweile aufkommen. Entsprechend müde waren wir am Abend, obwohl wir mit Heiner und Bärbel von der Marlin verabredet waren. Für ein kurzes Gläschen Wein hat es dennoch gereicht. Dafür bin ich vollbeladen mit Infos über die restlichen Inseln auf meiner Reise heimgegangen.

Übrigens, der Nörhamm von Rosala ist ein kleiner gemütlicher Anleger. Gut geschützt, sodass man sogar Ankern kann, wenn es mal voll wird.

Heute sind wir dann bei 5 aus NW erst mal 1 Stunde nach Käsnäs motort, haben dort die Busverbindungen gecheckt und sind dann in einer kleinen Bucht zwischen mehreren Schären vor Anker gegangen. Fehlte noch im Abenteuerprogramm. Mit dem Schlauchboot ging's auf Erkundigungtour. Selbst die einsamste Schäre hat ihr Haus. Wir haben Glück, hier ist gerade keiner daheim. Das Wetter ist warm, aber nicht eindeutig. Immer wieder ziehen Wolken durch und lassen ab und an einen Schauer für uns zurück.

Zum Schreiben sitze ich gerade auf einem warmen Stein, die Füße im Wasser und genieße die Ruhe. Am Horizont ziehen weiße Segel vorbei. Zum Essen gibt es schon zum wiederholten Mal warmgeräucherten Lachs. Kommt zwar aus der Zucht, aber es schmeckt himmlisch. Den werde ich vermissen.

Dienstag, 1. Juli 2008

Hankö



Hankö

Eng ist es hier

Ein großer Yachthafen mit 160 Gastplätzen, dennoch voll


Eigentlich wollten wir hier nicht her, aber irgendwie ist dieses Segelzentrum wie ein Magnet. Man kann nicht einfach vorbeisegeln. Reges Treiben in Hafen, viele Boote, enges Liegen, dicht auf dicht. Gut, eine Nacht halte ich durch. Ich wollte es ja auch mal sehen und erleben. Außerdem Internet im Cafe am Hafen. Mußte doch meine Bilder loswerden.

Heute mal wieder Wind von vorne. Wie sich auch das Fahrwasser in der Richtung ändert, der Wind dreht mit. Heute von SE-W, alles dabei. Etwas Kreuzen mit der ganz großen Fock, später dann doch nur noch unter Motor, da das Fahrwasser zu eng ist um Kreuzschläge zu machen. Die Finnen motoren eh alle. Die letzten Wolken vom Tief über Finnland verziehen sich auch, abends hier in Hankö nur noch blauer Himmel. Leider ist morgen wieder Wind von vorne angesagt. NW und da wollen wir hin.

In Hankö beim Marktstand lecker warmgeräuchtern Lachs gekauft. Daran kann ich mich nicht satt essen. Christian liebt auch Fisch, also gar keine Frage. Meinetwegen jeden Tag. Mit dem Anglerglück ist eh nicht weit her. Gut, das es dafür die Profis gibt.

Superlative



Unser erster selbsterkämpfter Schärenplatz

Nachts gehten noch einige Schauer nieder

Morgens lacht die Sonne. Christian schwimmt mal schnell auf die andere Seite zum Sonnen. Mir reicht ein kurzer Sprung ins 14 Grad kalte Wasser.

Nein, nicht wie bei der Überschrift erwartet, es geht heute mit Superlativen weiter.
Heute mal Jammern auf ganz hohem Niveau. Erst Nebel, dann Flaute, etwas Segeln bei fast bedecktem Himmel, dann ne steile einsame Schäre, ganz für uns allein und nun Regen. Nein, dabei kommen keine neuen Superlativen heraus. ;)

Aber Erstleistungen. Immerhin die erste Schäre die wir ohne fremde Hilfe erobert und das Boot, typisch für hier, an 2 Bäumen fest gemacht haben. Kein Buchtipp hat uns hierhin geführt. Ganz perfekt ist es aber nicht. Der Fels ist steil und durch Moos recht glitschig. Bei der üblichen Fotosession wären da doch beinahe Unterwasseraufnahmen rausgekommen. Glück gehabt!

Doch dieser nicht ganz ideale Platz läßt uns zumindest das Gefühl von Exklusivität und Natureinsamkeit genießen, denn die üblichen Plätze sind jetzt in der Ferienzeit stark gefüllt. Da kommt Abenteuerlust auf, mit der Karte neue Orte zu suchen und zu finden. Mit Echolot ganz langsam sich vorwärts zu tasten.

Hier gibt es so viel Raum, dass es fast unwahrscheinlichist sich ohne Rücksprache zu treffen. Genau in dem Moment, wo wir dies aussprechen, tuckerte die Tongji an unserem Heck vorbei. Das deutsche Boot kenne ich seit Tallin und habe es in Helsinki wieder gesehen. Jetzt liegt sie 20m weiter vor Anker.

Also man kann sich hier doch nicht ganz verstecken, wenn alle dieselbe Route segeln und den gleichen Reiseführer verwenden ;)